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	<title>Kommentare zu: Das Technologiedefizit des Wirtschaftssystems</title>
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	<description>Die Sprengkraft soziologischer Beobachtung</description>
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		<title>Von: Henrik Dosdall</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-189</link>
		<dc:creator>Henrik Dosdall</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 10:06:25 +0000</pubDate>
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		<description>Ich würde gerne mal an zwei Stellen einhaken:

Und zwar erstens beim Begriff der Kausalität:
Der Begriff ist in dieser Diskussion hier grandios überbewertet. Prinzipiell kan man vllt sagen, dass ein Beobachter unter dem Schema &quot;Kausalität&quot; beobachten kann. Das weist aber in erster Linie, wie schon mehrfach hier von Einigen gesagt, auf den Beobachter zurück. Und zweitens, und das ist denke, der entscheidende Punkt: Nur Systeme produzieren Kausalität. Es gibt keine &quot;Kausalität&quot; außerhalb von Systemen. Sie kann zwar so beobachtet, aber nicht hergestellt werden. Schon alleine deswegen nicht, weil bspw. der Beobachter, der Kausalität beobachtet, sie nicht beeinflussen kann. Während er sie beobachtet, findet sie faktisch statt. Daran kann auch die Soziologie nichts ändern- sie kann höchstens darauf hinweisen. Aber das wieder nur im Modus wissenschaftlicher Beobachtung, der für das Finanzsystem größtenteils irrelevant sein dürfte, eben weil das System Unsicherheiten über Entscheidungen abbaut und NICHT über Erkenntnis (Japp)- und das MUSS es auch. Wie soll es sonst operieren? Wirtschaft ist nicht Wissenschaft.

Die dem System inhärente Unsicherheit wiederum, und das ist mein zweiter Punkt, lässt sich - gerade bei einem so zeit-basiert operierendem System, nicht ausschalten. Das bedeutet, dass Derivatisierungen mit allem was dran anhängt an verschiedenen Investementmöglichketen (Futures and so on), dem System in erster Linie dazu dient, Risiko auszuschalten. Auch mit einem Verzicht auf diese Möglichkeiten wäre das System nicht &quot;sicherer. Das soll nicht bedeuten, dass Zeitbindung an und für sich nicht funktioniert- ganz im Gegenteil. Aber die Mechanismen der Moderne, in diesem Fall ihre Zeitorientierung, wird man auch dadurch nicht ausschalten können, dass man wieder auf Bretton Woods setzt- zumal ja auch dieser Regulierungsmechanismus beim besten Willen nicht problemlos funktioniert hat. Die massenmediale Orientierung auf die &quot;good old days&quot; entstammt demselben Mechanismus wie der Zwang des Systems Risiko durch Entscheidungen abzubauen- und den kann micht nicht umgehen. Erst recht nicht durch eine programmatische Verteufelung des Systems.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich würde gerne mal an zwei Stellen einhaken:</p>
<p>Und zwar erstens beim Begriff der Kausalität:<br />
Der Begriff ist in dieser Diskussion hier grandios überbewertet. Prinzipiell kan man vllt sagen, dass ein Beobachter unter dem Schema &#8220;Kausalität&#8221; beobachten kann. Das weist aber in erster Linie, wie schon mehrfach hier von Einigen gesagt, auf den Beobachter zurück. Und zweitens, und das ist denke, der entscheidende Punkt: Nur Systeme produzieren Kausalität. Es gibt keine &#8220;Kausalität&#8221; außerhalb von Systemen. Sie kann zwar so beobachtet, aber nicht hergestellt werden. Schon alleine deswegen nicht, weil bspw. der Beobachter, der Kausalität beobachtet, sie nicht beeinflussen kann. Während er sie beobachtet, findet sie faktisch statt. Daran kann auch die Soziologie nichts ändern- sie kann höchstens darauf hinweisen. Aber das wieder nur im Modus wissenschaftlicher Beobachtung, der für das Finanzsystem größtenteils irrelevant sein dürfte, eben weil das System Unsicherheiten über Entscheidungen abbaut und NICHT über Erkenntnis (Japp)- und das MUSS es auch. Wie soll es sonst operieren? Wirtschaft ist nicht Wissenschaft.</p>
<p>Die dem System inhärente Unsicherheit wiederum, und das ist mein zweiter Punkt, lässt sich &#8211; gerade bei einem so zeit-basiert operierendem System, nicht ausschalten. Das bedeutet, dass Derivatisierungen mit allem was dran anhängt an verschiedenen Investementmöglichketen (Futures and so on), dem System in erster Linie dazu dient, Risiko auszuschalten. Auch mit einem Verzicht auf diese Möglichkeiten wäre das System nicht &#8220;sicherer. Das soll nicht bedeuten, dass Zeitbindung an und für sich nicht funktioniert- ganz im Gegenteil. Aber die Mechanismen der Moderne, in diesem Fall ihre Zeitorientierung, wird man auch dadurch nicht ausschalten können, dass man wieder auf Bretton Woods setzt- zumal ja auch dieser Regulierungsmechanismus beim besten Willen nicht problemlos funktioniert hat. Die massenmediale Orientierung auf die &#8220;good old days&#8221; entstammt demselben Mechanismus wie der Zwang des Systems Risiko durch Entscheidungen abzubauen- und den kann micht nicht umgehen. Erst recht nicht durch eine programmatische Verteufelung des Systems.</p>
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		<title>Von: autopoiet</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-186</link>
		<dc:creator>autopoiet</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 15:08:35 +0000</pubDate>
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		<description>Zitatfehler!

“[...] und man wird nicht fehlgehen mit der Vermutung, daß solche Veränderungen auf einen Strukturwandel der Gesellschaft selbst hindeuten.” (Ebd., S. 536)

Das steht uns bevor.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zitatfehler!</p>
<p>“[...] und man wird nicht fehlgehen mit der Vermutung, daß solche Veränderungen auf einen Strukturwandel der Gesellschaft selbst hindeuten.” (Ebd., S. 536)</p>
<p>Das steht uns bevor.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: autopoiet</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-185</link>
		<dc:creator>autopoiet</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 15:07:09 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;Erst wenn man einsieht, dass es nichts zu gewinnen gibt, aber alles verloren werden kann, darf man sich m.E. über “Steuerung” und Ursachenforschung unterhalten.&lt;/blockquote&gt;

Luhmann setzt die Methode funktionaler Analyse voraus; so werden Bedingungen formuliert, unter denen Differenzen einen Unterschied machen. Mit Blick auf das rezente Problem heisst das: Suche nach funktionalen Äquivalenten (bzw. weitere Ausdifferenzierung). 

Wie kann die Problemlösung spezifiziert werden? &quot;Spezifizieren heißt: engere Bedingungen der Möglichkeit angeben, und für die empirische Wissenschaft heißt dies: Rekurs auf Kausalität.&quot; (Soziale Systeme, S. 84) Natürlich bleibt die Kausalität hypothetischer Erklärungsansatz, Komplexitätsreduktion. 

Das Alarmsignal wird nicht folgenlos bleiben: bisherige Widersprüche werden nun umkonditioniert und Sensibilitäten verlagert &quot;[...] und man wird nicht fehlgehen mit der Vermutung, daß solche Veränderungen auf einen Strukturwandel selbst hindeuten.&quot; (Ebd., S. 536)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Erst wenn man einsieht, dass es nichts zu gewinnen gibt, aber alles verloren werden kann, darf man sich m.E. über “Steuerung” und Ursachenforschung unterhalten.</p></blockquote>
<p>Luhmann setzt die Methode funktionaler Analyse voraus; so werden Bedingungen formuliert, unter denen Differenzen einen Unterschied machen. Mit Blick auf das rezente Problem heisst das: Suche nach funktionalen Äquivalenten (bzw. weitere Ausdifferenzierung). </p>
<p>Wie kann die Problemlösung spezifiziert werden? &#8220;Spezifizieren heißt: engere Bedingungen der Möglichkeit angeben, und für die empirische Wissenschaft heißt dies: Rekurs auf Kausalität.&#8221; (Soziale Systeme, S. 84) Natürlich bleibt die Kausalität hypothetischer Erklärungsansatz, Komplexitätsreduktion. </p>
<p>Das Alarmsignal wird nicht folgenlos bleiben: bisherige Widersprüche werden nun umkonditioniert und Sensibilitäten verlagert &#8220;[...] und man wird nicht fehlgehen mit der Vermutung, daß solche Veränderungen auf einen Strukturwandel selbst hindeuten.&#8221; (Ebd., S. 536)</p>
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	<item>
		<title>Von: Stefan Schulz</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-184</link>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 11:10:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=197#comment-184</guid>
		<description>Naja Enno, die Zukunft ist unvorhersehbar. Auch Trivialmaschinen können kaputt gehen, wenn du das als Maßstab nimmst gibt es schlichtweg keine Trivialmaschinen und keine Technologie.

Die Folgen einer Finanzmarktregulierung sind sehr wohl und eindeutig vorsehbar. Wenn Merkel eine Staatsgarantie gibt ist es absolut normal, das plötzlich alle ihr Geld in Festgeld angelegen, weil es zu 100% sicher ist. Allerdings gibt es auch Nebenfolgen (z.b. das die Festgeldzinsen jetzt auf über 5% steigen), wie auch jede Technologie und jede Trivialmaschine unvorhersehbare Nebenfolgen produziert und wir dennoch von &quot;Technologie&quot; und &quot;Trivialmaschine&quot; sprechen. 

Ich denke aber tatsächlich, das analytische Konzept von Trivialmaschinen und dem Technologiedefizit kann man nicht über Interaktionssysteme hinaus anwenden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Naja Enno, die Zukunft ist unvorhersehbar. Auch Trivialmaschinen können kaputt gehen, wenn du das als Maßstab nimmst gibt es schlichtweg keine Trivialmaschinen und keine Technologie.</p>
<p>Die Folgen einer Finanzmarktregulierung sind sehr wohl und eindeutig vorsehbar. Wenn Merkel eine Staatsgarantie gibt ist es absolut normal, das plötzlich alle ihr Geld in Festgeld angelegen, weil es zu 100% sicher ist. Allerdings gibt es auch Nebenfolgen (z.b. das die Festgeldzinsen jetzt auf über 5% steigen), wie auch jede Technologie und jede Trivialmaschine unvorhersehbare Nebenfolgen produziert und wir dennoch von &#8220;Technologie&#8221; und &#8220;Trivialmaschine&#8221; sprechen. </p>
<p>Ich denke aber tatsächlich, das analytische Konzept von Trivialmaschinen und dem Technologiedefizit kann man nicht über Interaktionssysteme hinaus anwenden.</p>
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	<item>
		<title>Von: Enno Aljets</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-183</link>
		<dc:creator>Enno Aljets</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 11:08:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=197#comment-183</guid>
		<description>Nein, das ist mir zu unentschieden. Es gibt keine Ursache und es gibt keine Lösung. Ich denke, dass das die Prämisse sein muss, unter der man über das Problem redet. Erst wenn man einsieht, dass es nichts zu gewinnen gibt, aber alles verloren werden kann, darf man sich m.E. über &quot;Steuerung&quot; und Ursachenforschung unterhalten. Die Soziologie kann dies unter Umständen. Anderswo sehe ich wenig Land.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, das ist mir zu unentschieden. Es gibt keine Ursache und es gibt keine Lösung. Ich denke, dass das die Prämisse sein muss, unter der man über das Problem redet. Erst wenn man einsieht, dass es nichts zu gewinnen gibt, aber alles verloren werden kann, darf man sich m.E. über &#8220;Steuerung&#8221; und Ursachenforschung unterhalten. Die Soziologie kann dies unter Umständen. Anderswo sehe ich wenig Land.</p>
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	<item>
		<title>Von: autopoiet</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-182</link>
		<dc:creator>autopoiet</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 10:33:46 +0000</pubDate>
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		<description>@ Enno: 

Es gibt nur laufende oder nichtlaufende Kommunikation. Und wenn es mit der Zahlung mal nicht klappt, dann setzen wir ein parasitäres System (wie die aktuelle Krisensemantik) ein und die Kommunikation läuft weiter...The show must go on. Es gibt nicht &lt;em&gt;die&lt;/em&gt; Ursache und es gibt nicht &lt;em&gt;die&lt;/em&gt; Lösung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Enno: </p>
<p>Es gibt nur laufende oder nichtlaufende Kommunikation. Und wenn es mit der Zahlung mal nicht klappt, dann setzen wir ein parasitäres System (wie die aktuelle Krisensemantik) ein und die Kommunikation läuft weiter&#8230;The show must go on. Es gibt nicht <em>die</em> Ursache und es gibt nicht <em>die</em> Lösung.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Enno Aljets</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-181</link>
		<dc:creator>Enno Aljets</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 10:27:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=197#comment-181</guid>
		<description>Sicher kann man das System beeinflussen. Und wahrscheinlich gibt es schlechte und schlechtere Vorschläge. Nur finde ich es halt viel interessanter, zu schauen, was die Vorschläge über die gesellschaftlich tragbaren Kausalpläne aussagen, als zu überlegen, was mögliche Interventionen wären. Denn ob sie durchgeführt werden oder nicht, ob sich Erfolg oder Misserfolg einstellt ist nicht beurteilbar und daher (in meinen Augen) sekundär. Die Perspektive ist eine andere und zugespitzt heißt es dann: Es gibt keine Ursache und keine Lösung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher kann man das System beeinflussen. Und wahrscheinlich gibt es schlechte und schlechtere Vorschläge. Nur finde ich es halt viel interessanter, zu schauen, was die Vorschläge über die gesellschaftlich tragbaren Kausalpläne aussagen, als zu überlegen, was mögliche Interventionen wären. Denn ob sie durchgeführt werden oder nicht, ob sich Erfolg oder Misserfolg einstellt ist nicht beurteilbar und daher (in meinen Augen) sekundär. Die Perspektive ist eine andere und zugespitzt heißt es dann: Es gibt keine Ursache und keine Lösung.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: autopoiet</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-180</link>
		<dc:creator>autopoiet</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 10:20:43 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;Das Finanzsystem ist sicherlich keine Trivialmaschine.&lt;/blockquote&gt;

Das war ja auch ein Witz, oder? Natürlich ist das Finanzsystem nichttrivial. Ebenso wie psychische Systeme, Unternehmen, Schulklassen, Paarbeziehungen, Staaten... Allesamt analytisch unbestimmbar, vergangenheitsabhängig, unvorhersagbar, synthetisch determiniert (vgl. von Foerster: Aufbau und Abbau, 1988). Lineare Kausalität hilft hier folglich nicht weiter; aber das bedeutet eben &lt;em&gt;nicht&lt;/em&gt;, dass das Finanzsystem nicht beeinflussbar wäre...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Das Finanzsystem ist sicherlich keine Trivialmaschine.</p></blockquote>
<p>Das war ja auch ein Witz, oder? Natürlich ist das Finanzsystem nichttrivial. Ebenso wie psychische Systeme, Unternehmen, Schulklassen, Paarbeziehungen, Staaten&#8230; Allesamt analytisch unbestimmbar, vergangenheitsabhängig, unvorhersagbar, synthetisch determiniert (vgl. von Foerster: Aufbau und Abbau, 1988). Lineare Kausalität hilft hier folglich nicht weiter; aber das bedeutet eben <em>nicht</em>, dass das Finanzsystem nicht beeinflussbar wäre&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Enno Aljets</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-179</link>
		<dc:creator>Enno Aljets</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 07:54:54 +0000</pubDate>
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		<description>Zum einen:
Es gibt Interventionsmöglichkeiten, keine Frage. Nur tut man dann so, als hätte die riesige Blase keine Funktion für die Gesellschaft gehabt. Erst das umfassende Leben auf Pump hat die Prosperität in vielen Funktionsbereichen doch erst ermöglicht. Es ist nicht so einfach, wie du es hier darstellst. Was passiert denn, wenn man die Entkopplung aufhebt? Was wäre aus der Gesellschaft geworden, wenn sie weiterhin eine Kopplung des Geldwertes an das Gold beibehalten hätte? Man könnte hier nun Kausalitäten aufstellen, die aber nicht vielmehr sind, als ausgetüftelte Kausalpläne, die eben auf Grund ihrer vermeintlichen Plausibilität (im Sinne des auf Commonsense gebauten Begründungszusammenhangs) überzeugen mögen. Aber es ändert nichts daran, dass es sich eben um eine mangelhafte Technologie handelt, sodass Risiken nicht abzuschätzen sind und vor allem keine Auswirkungen auf das System abzusehen sind und damit auch keine verlässlichen Aussagen darüber zu machen sind, was das für die Leistungserbringung und Funktion gegenüber den anderen Funktionssystemen mit sich bringt.

Zum anderen:
Das Technologiedefizit wurde ursprünglich für die Analyse von Interaktionssystemen in Organisationen angewandt, richtig. Allerdings ist der Begriff der Technologie so allgemein angelegt, dass er für Kommunikationssysteme im Allgemeinen gilt und daher ohne weiteres auf Organisationen und Funktionssysteme angewandt werden kann. Es geht Um Selbstreferenz und damit auch um Freiheitsgrade. Rationalität betrifft lediglich die Sachdimension der Technologie, und Risiko würde ich da auf Grund der Bedeutung von Zeit auf die kausale Ebene einordnen, wobei die Sozialdimension noch fehlt. Mir gefällt der Technologiebegriff eben deshalb so gut. Er schließt alle drei Dimensionen mit ein. 

Das Finanzsystem ist sicherlich keine Trivialmaschine. Und damit beziehe ich mich nicht auf die Größe, sondern in erster Linie auf die Komplexität und Interdependenz der Kommunikation. Ich würde weiterhin eher von einer Blackbox sprechen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zum einen:<br />
Es gibt Interventionsmöglichkeiten, keine Frage. Nur tut man dann so, als hätte die riesige Blase keine Funktion für die Gesellschaft gehabt. Erst das umfassende Leben auf Pump hat die Prosperität in vielen Funktionsbereichen doch erst ermöglicht. Es ist nicht so einfach, wie du es hier darstellst. Was passiert denn, wenn man die Entkopplung aufhebt? Was wäre aus der Gesellschaft geworden, wenn sie weiterhin eine Kopplung des Geldwertes an das Gold beibehalten hätte? Man könnte hier nun Kausalitäten aufstellen, die aber nicht vielmehr sind, als ausgetüftelte Kausalpläne, die eben auf Grund ihrer vermeintlichen Plausibilität (im Sinne des auf Commonsense gebauten Begründungszusammenhangs) überzeugen mögen. Aber es ändert nichts daran, dass es sich eben um eine mangelhafte Technologie handelt, sodass Risiken nicht abzuschätzen sind und vor allem keine Auswirkungen auf das System abzusehen sind und damit auch keine verlässlichen Aussagen darüber zu machen sind, was das für die Leistungserbringung und Funktion gegenüber den anderen Funktionssystemen mit sich bringt.</p>
<p>Zum anderen:<br />
Das Technologiedefizit wurde ursprünglich für die Analyse von Interaktionssystemen in Organisationen angewandt, richtig. Allerdings ist der Begriff der Technologie so allgemein angelegt, dass er für Kommunikationssysteme im Allgemeinen gilt und daher ohne weiteres auf Organisationen und Funktionssysteme angewandt werden kann. Es geht Um Selbstreferenz und damit auch um Freiheitsgrade. Rationalität betrifft lediglich die Sachdimension der Technologie, und Risiko würde ich da auf Grund der Bedeutung von Zeit auf die kausale Ebene einordnen, wobei die Sozialdimension noch fehlt. Mir gefällt der Technologiebegriff eben deshalb so gut. Er schließt alle drei Dimensionen mit ein. </p>
<p>Das Finanzsystem ist sicherlich keine Trivialmaschine. Und damit beziehe ich mich nicht auf die Größe, sondern in erster Linie auf die Komplexität und Interdependenz der Kommunikation. Ich würde weiterhin eher von einer Blackbox sprechen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan Schulz</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2008/10/15/das-technologiedefizit-des-wirtschaftssystems/#comment-178</link>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2008 06:24:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=197#comment-178</guid>
		<description>Naja, so schlimm ist das gar nicht. Bin mir nicht mal sicher, ob man das Trivialmaschinending über die Interaktion hinaus bemühen sollte. Technologiedifizit ist ja ein Begriff aus der Professionstheorie. Technologiedefizit betrifft also Professionen, in denen man mit Klienten (Patienten, Schülern, Mandanten) zu tun hat, statt mit Maschinen, die kausal Programme durchackern.

&quot;Technologiedefizit&quot; hat direkt mit den Freiheitsgraden des anderen, also doppelter Kontingenz zu tun. Auf der Ebene von Organisationen und Funktionssystemen sollte man damit nicht argumentieren - hier lieber mit &quot;Rationalität&quot; oder &quot;Risiko&quot;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Naja, so schlimm ist das gar nicht. Bin mir nicht mal sicher, ob man das Trivialmaschinending über die Interaktion hinaus bemühen sollte. Technologiedifizit ist ja ein Begriff aus der Professionstheorie. Technologiedefizit betrifft also Professionen, in denen man mit Klienten (Patienten, Schülern, Mandanten) zu tun hat, statt mit Maschinen, die kausal Programme durchackern.</p>
<p>&#8220;Technologiedefizit&#8221; hat direkt mit den Freiheitsgraden des anderen, also doppelter Kontingenz zu tun. Auf der Ebene von Organisationen und Funktionssystemen sollte man damit nicht argumentieren &#8211; hier lieber mit &#8220;Rationalität&#8221; oder &#8220;Risiko&#8221;.</p>
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