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	<title>Kommentare zu: Inflation raten</title>
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	<description>Die Sprengkraft soziologischer Beobachtung</description>
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		<title>Von: Stefan Schulz</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2010/03/08/inflation-raten/#comment-761</link>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 08:44:44 +0000</pubDate>
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		<description>Ohne jetzt auch, vom eigentlichen Thema weg, in die Eigentum, Zins und Geld-Runde einzusteigen: &quot;Addierte man sämtliche Kontostände, wäre die Summe Null.&quot; ist so natürlich nur richtig - wen man den Unterschied zwischen einem Girokonto und dem &quot;Notenbankkonto&quot; nicht registriert.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ohne jetzt auch, vom eigentlichen Thema weg, in die Eigentum, Zins und Geld-Runde einzusteigen: &#8220;Addierte man sämtliche Kontostände, wäre die Summe Null.&#8221; ist so natürlich nur richtig &#8211; wen man den Unterschied zwischen einem Girokonto und dem &#8220;Notenbankkonto&#8221; nicht registriert.</p>
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		<title>Von: Klaus Kusanowsky</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2010/03/08/inflation-raten/#comment-759</link>
		<dc:creator>Klaus Kusanowsky</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 18:17:19 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Aber man fängt doch nicht wieder beim banalen Warentausch an.&quot;
Das ist auch nicht gemeint.
Gemeint ist, dass alles Geld, das im Umlauf ist, auf Schuld beruht. Jedem Guthaben auf irgendeinem Konto steht eine Schuld auf irgendeinem anderen Konto gegenüber. Addierte man sämtliche Kontostände, wäre die Summe Null. Bis zu einer Währungsreform greift man entweder zu einer anderen, stabilen Währung oder auf Stoffwertgeld wie Gold oder wie nach dem 2. WK auf Zigaretten als Währung zurück.
Bei der nächsten Währungsreform geht die Verschuldungsspirale dann wieder von vorne  los. Die Ausgabe von Geld beruht auf Schuld, für die Sicherheiten hinterlegt und Zinsen gezahlt werden müssen. (Um Zins und Zinseszins bezahlen zu können, müssen ebenfalls Schulden gemacht werden. Auf diese Weise entsteht Wachstumszwang.)
Das war gemeint mit:
&quot; .. . und einfache, auch in statistischer Hinsicht, konkrete Überlegungen hinsichtlich des Gebrauchspotenzials von Waren und Güter kontextuieren dann eine neue Währungsrunde.&quot; Weil letztere als Sicherheiten für die Ausgabe einer neuen Währung genommen werden.
Bei einer Währungsreform gilt also das alte Indianerwort, dass man Geld nicht essen kann. Ist die Verschuldungs- und Wachstumsspirale in Gang gesetzt, gilt es nicht mehr. Dann gilt wieder die Geldillusion. Wachstum wird dann wichtiger als alles andere, weil Zins und Zinseszins gezahlt werden müssen. Eine Wachstumsgrenze ist dann errreicht, wenn die Schuldenwachstumsgrenze erreicht ist. Meist ist dies bei öffentlichen Haushalten zuerst der Fall, wie jetzt in Griechenland.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Aber man fängt doch nicht wieder beim banalen Warentausch an.&#8221;<br />
Das ist auch nicht gemeint.<br />
Gemeint ist, dass alles Geld, das im Umlauf ist, auf Schuld beruht. Jedem Guthaben auf irgendeinem Konto steht eine Schuld auf irgendeinem anderen Konto gegenüber. Addierte man sämtliche Kontostände, wäre die Summe Null. Bis zu einer Währungsreform greift man entweder zu einer anderen, stabilen Währung oder auf Stoffwertgeld wie Gold oder wie nach dem 2. WK auf Zigaretten als Währung zurück.<br />
Bei der nächsten Währungsreform geht die Verschuldungsspirale dann wieder von vorne  los. Die Ausgabe von Geld beruht auf Schuld, für die Sicherheiten hinterlegt und Zinsen gezahlt werden müssen. (Um Zins und Zinseszins bezahlen zu können, müssen ebenfalls Schulden gemacht werden. Auf diese Weise entsteht Wachstumszwang.)<br />
Das war gemeint mit:<br />
&#8221; .. . und einfache, auch in statistischer Hinsicht, konkrete Überlegungen hinsichtlich des Gebrauchspotenzials von Waren und Güter kontextuieren dann eine neue Währungsrunde.&#8221; Weil letztere als Sicherheiten für die Ausgabe einer neuen Währung genommen werden.<br />
Bei einer Währungsreform gilt also das alte Indianerwort, dass man Geld nicht essen kann. Ist die Verschuldungs- und Wachstumsspirale in Gang gesetzt, gilt es nicht mehr. Dann gilt wieder die Geldillusion. Wachstum wird dann wichtiger als alles andere, weil Zins und Zinseszins gezahlt werden müssen. Eine Wachstumsgrenze ist dann errreicht, wenn die Schuldenwachstumsgrenze erreicht ist. Meist ist dies bei öffentlichen Haushalten zuerst der Fall, wie jetzt in Griechenland.</p>
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		<title>Von: Stefan Schulz</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2010/03/08/inflation-raten/#comment-758</link>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 15:09:38 +0000</pubDate>
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		<description>Jo - mein Anliegen war schon, die Inflationsrate als nur ein Beispiel für Kennziffer-getriebene Entscheidungswege darzustellen. (Wobei ich nicht auf &quot;für Statistik allgemein&quot; generalisiert hätte.)

Kennziffern funktionieren als &lt;i&gt;Prämissen&lt;/i&gt; für Entscheidungen. Das halte ich für wichtiger, als die Nutzung des Kontingenzbegriffs. Klar ist Kontingenz gegeben. Aber wenn meine Oma in der Zeitung liest, 15% der über 70 jährigen sterben an Schweinegrippinfektionen - dann akzeptiert sie das motivlos als Prämisse und dann kommt die Schweinegrippen-Nichtimpfung kognitiv nicht mehr in Frage. (Und das ist, bei aller soziologischer Auflöserei, das, was zählt.)

Den Vergleich zum Funktionieren des Geldes finde ich gut. Er lässt sich auch leicht verknüpfen, denn Geld funktioniert als gen. Komm&#039;m. seit es als Zahlenwerte kommuniziert wird.

Den letzten Teil hab ich nicht ganz verstanden. Wenn eine Währung nicht mehr funktioniert - und Inflation scheint der Hauptgrund dafür zu sein - dann nimmt man eine andere Währung. (Historisch: Der Euro im Kosovo usw.). Aber man fängt doch nicht wieder beim banalen Warentausch an.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jo &#8211; mein Anliegen war schon, die Inflationsrate als nur ein Beispiel für Kennziffer-getriebene Entscheidungswege darzustellen. (Wobei ich nicht auf &#8220;für Statistik allgemein&#8221; generalisiert hätte.)</p>
<p>Kennziffern funktionieren als <i>Prämissen</i> für Entscheidungen. Das halte ich für wichtiger, als die Nutzung des Kontingenzbegriffs. Klar ist Kontingenz gegeben. Aber wenn meine Oma in der Zeitung liest, 15% der über 70 jährigen sterben an Schweinegrippinfektionen &#8211; dann akzeptiert sie das motivlos als Prämisse und dann kommt die Schweinegrippen-Nichtimpfung kognitiv nicht mehr in Frage. (Und das ist, bei aller soziologischer Auflöserei, das, was zählt.)</p>
<p>Den Vergleich zum Funktionieren des Geldes finde ich gut. Er lässt sich auch leicht verknüpfen, denn Geld funktioniert als gen. Komm&#8217;m. seit es als Zahlenwerte kommuniziert wird.</p>
<p>Den letzten Teil hab ich nicht ganz verstanden. Wenn eine Währung nicht mehr funktioniert &#8211; und Inflation scheint der Hauptgrund dafür zu sein &#8211; dann nimmt man eine andere Währung. (Historisch: Der Euro im Kosovo usw.). Aber man fängt doch nicht wieder beim banalen Warentausch an.</p>
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		<title>Von: Klaus Kusanowsky</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2010/03/08/inflation-raten/#comment-757</link>
		<dc:creator>Klaus Kusanowsky</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 12:34:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=765#comment-757</guid>
		<description>&quot;Eine Rechnung aufzustellen, deren wichtigstes Prinzip es ist, auf Zahlen reduzierbar zu sein, hat einen entscheidenden Nachteil: Sie ist unkontrolliert abgekoppelt von den wirklichen Umständen, über die sie Aussagen treffen soll.&quot;

Diese Bemerkung beschreibt die Sache zutreffend, vernachlässigt aber, dass dies nicht nur im Fall der Inflationsstatistik gilt, sondern für Statistiken allgemein; dass nämlich die Weiterverwendung statistischer Interpretationen von dem Kontext abgelöst werden muss, durch den sie enstanden sind und nur unter dieser Voraussetzung, also als immer schon mit Kontingenz angereichert, in Urteilsbildungsprozessen berücksichtigt werden können. Andernfalls käme man immer nur zu Aussagen wie: &quot;Die Statistik besagt, was sie besagt.&quot;
Nicht zufällig gilt ein ähnlicher Zusammenhang auch für den modernen Geldgebrauch: Zahlungsversprechungen werden von dem Kontext abgelöst, durch den sie in die Welt gekommen sind; sie können in der Folge für ganz andere Zwecke verwendet werden und dabei niemals ihren Zweck erreichen. Nur eine von vielen Paradoxien des Geldgebrauchs: kontextuierte Kontextlosigkeit. Gleiches gilt für Statistiken aber nicht in gleicher Weise.
Die daraus resultierenden Gefahren, insbesondere die der Inflation, können dann, wenn nicht mehr weiter kalkulierbar, nur mit rigider Abschneidung von Kontingenz begrenzt werden: politisch gewollte und ideologisch gerechtfertigte Inflationierung der Geldmenge. In diesem Fall zerplatzt die Geldillusion (verstanden als jederzeit aktualisierbares Tauschpotenzial) und einfache, auch in statistischer Hinsicht, konkrete Überlegungen hinsichtlich des Gebrauchspotenzials von Waren und Güter kontextuieren dann eine neue Währungsrunde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Eine Rechnung aufzustellen, deren wichtigstes Prinzip es ist, auf Zahlen reduzierbar zu sein, hat einen entscheidenden Nachteil: Sie ist unkontrolliert abgekoppelt von den wirklichen Umständen, über die sie Aussagen treffen soll.&#8221;</p>
<p>Diese Bemerkung beschreibt die Sache zutreffend, vernachlässigt aber, dass dies nicht nur im Fall der Inflationsstatistik gilt, sondern für Statistiken allgemein; dass nämlich die Weiterverwendung statistischer Interpretationen von dem Kontext abgelöst werden muss, durch den sie enstanden sind und nur unter dieser Voraussetzung, also als immer schon mit Kontingenz angereichert, in Urteilsbildungsprozessen berücksichtigt werden können. Andernfalls käme man immer nur zu Aussagen wie: &#8220;Die Statistik besagt, was sie besagt.&#8221;<br />
Nicht zufällig gilt ein ähnlicher Zusammenhang auch für den modernen Geldgebrauch: Zahlungsversprechungen werden von dem Kontext abgelöst, durch den sie in die Welt gekommen sind; sie können in der Folge für ganz andere Zwecke verwendet werden und dabei niemals ihren Zweck erreichen. Nur eine von vielen Paradoxien des Geldgebrauchs: kontextuierte Kontextlosigkeit. Gleiches gilt für Statistiken aber nicht in gleicher Weise.<br />
Die daraus resultierenden Gefahren, insbesondere die der Inflation, können dann, wenn nicht mehr weiter kalkulierbar, nur mit rigider Abschneidung von Kontingenz begrenzt werden: politisch gewollte und ideologisch gerechtfertigte Inflationierung der Geldmenge. In diesem Fall zerplatzt die Geldillusion (verstanden als jederzeit aktualisierbares Tauschpotenzial) und einfache, auch in statistischer Hinsicht, konkrete Überlegungen hinsichtlich des Gebrauchspotenzials von Waren und Güter kontextuieren dann eine neue Währungsrunde.</p>
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