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Stefan Schulz, 18.12.2011

Wer im Parlament sitzt, muss sich mit Papier beschäftigen und kreativ sein.
Eine der frühen Empfehlungen an die Piratenpartei war, sich nicht vom ‚alten System‘ vereinnahmen zu lassen. Die Riege der meist jungen Engagierten, die nach der Europawahl ihren ersten Höhenflug erlebten, wollten Politik machen – selber, anders und besser. Nun haben sie erste parlamentarische Pflichten, müssen sich als Partei organisieren und sie sind, inzwischen recht mutig, auf der Suche nach mehr Mobilisierung.
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Stefan Schulz, 11.12.2011

Ein schlüssiges Argument ist: Professionalität. Wie schafft es ein Staat, Gefangene über Jahre in sensorischer Deprivation zu halten? Wie schafft es eine Bürokratie, eine Familie zu zerstören, weil sie die Eltern in den Wahnsinn und ein Kind in den Suizid treibt? Wie schafft es ein Polizist, per Amtshandlung einem Mann mit einem Wasser/Pfeffer(?)spray-Gemisch die Augen auszuschießen?
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Kai Mürlebach, 09.12.2011

Melanie Mühl setzt sich im Feuilleton der FAZ mit einem Buch Michèle Rotens (“Wie Frau sein. Protokoll einer Verwirrung”) auseinander. An dieser Stelle soll der Versuch einer positiven (Re-)Interpretation der Problemstellung unternommen werden, indem gefragt wird, was unter Freiheit heute eigentlich noch zu verstehen ist.
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Rena Schwarting, 07.12.2011

Zwischen Fremd- und Selbstausbeutung – Ein Plädoyer für eine dritte Beobachtungsebene und einen ersten Ausweg
Es sind die sadistischen Auszüge der modernen Leistungsgesellschaft, so die umlaufende Erklärung für die Diagnose eines neu bezeichneten Phänomens: Burn-Out. Eine Nation ist plötzlich ausgelaugt, überlastet und überfordert. Als Rezept gegen die neue Volkskrankheit wird ein Cry-Out verschrieben. Empört Euch! gegenüber einer profit- und skandalgeilen Gesellschaft, die den kapitalistischen Raubbau an der Marke Arbeitskraft salonfähig gemacht hat.
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Stefan Schulz, 06.12.2011

So lang die Krise dauert, wird es jetzt im Wochenrhythmus Krisengipfel geben. Das sagen diejenigen, die auch sagen, dass die Krise noch lange, vielleicht ein Jahrzehnt, da sein wird. Und es sind auch diejenigen, die sich derzeit immer treffen. Also vor allem Merkel und Sarkozy.
Eigentlich kann man sie schon nicht mehr sehen, wie sie sich begrüßen, dahin zeigen, dorthin zeigen, ihr gesamtes Gestenrepertoire durchspielen – Hände hoch, Hände runter; Handflächen nach innen; beide Hände zupackend, dabei lächelnd; immer grinsend; leicht bestürzt schauend, wenn der andere gerade redet; gleichzeitig ernst gucken; Wege aufzeigen; Grenzen festmachen. Politik ist Theater, daran haben wir uns inzwischen gewöhnt.
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Stefan Schulz, 01.12.2011

Das Internet kann nichts dafür, dass wir es überfordern. Es sind eben doch alles nur Nullen und Einsen, so oft von der Maschine hin und her interpretiert, dass es kaum einen Unterschied macht, ob wir noch einen Interpretationslayer oben drauf legen, nur weil uns so vertraut scheint, was der in und für viele Sinne flache Bildschirm uns vorgaukelt. Über den Begriffsgehalt des Virtuellen sollte noch viel mehr nachgedacht werden. Es bleibt bei Übungen, die uns immer wieder aufzeigen, dass sie ihr Ziel verfehlen. Seien sie auch noch so gut: thenicestplaceontheinter.net
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Stefan Schulz, 25.11.2011

Kinder lernen erst spät, sich physisch von ihrer Mutter zu unterscheiden. Doch was lernen sie dabei?
In einer meiner ersten Uni-Veranstaltungen, erstes oder zweites Semester, in einem Sozialpsychologieseminar, hatten wir mit der Dozentin festgestellt, dass es im Grunde keinen Altruismus gibt, weil sich jedes derartige Verhalten auf Egoismus zurückführen lässt. Glücklicherweise war das ein Ausflug in ein fremdes Fach, mein Studium war das der Soziologie. Obwohl ich, um den familiären Fragen auszuweichen, lange behauptet hatte, ich „studiere im Grunde nur Quatsch“, wusste ich ab diesem Seminar, dass ich gerade keinen Quatsch studiere und dass ein Merkmal dafür die Einsicht war, dass es auf gute Fragen eben nicht zwingend gute Antworten gibt. Wer seitdem Obiges (oder Ähnliches) behauptet, wird mit Skepsis beobachtet. Nicht, weil es inhaltlich falsch sein kann, sondern weil schon das Behaupten als solches falsch ist. Altruismus ist einer dieser Begriffe, der zwar pragmatisch benutzt werden kann, der aber keiner inhaltlichen Überprüfung standhält. Wir wissen nicht, was er sagt; wir können es uns nur immer wieder neu fragen.
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Stefan Schulz, 22.11.2011
Die neue Protestkultur, die im Rahmen von #OWS entwickelt und erprobt wurde, findet ihre Anwendung. Anders als bei üblichem Lärmen, ist hier sofort klar, dass man es mit einem, wenn auch nicht organisierten, so doch koordinierten Gegenüber zu tun hat.
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Stefan Schulz, 13.11.2011
Malte Welding findet gute Worte:
“Man muss sich das einen Moment vorstellen: Der Vater, der Mann, der Bruder, der Freund wird ermordet. Und dann gibt es niemanden, der das getan hat.
(…)
So wurde das Leiden privatisiert, das Leben ging weiter.Terror braucht Presse. Jetzt, da sie da ist, werden wir was erleben.”
http://www.malte-welding.com/2011/11/13/wenn-terror-keinen-schrecken-verbreitet/
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Stefan Schulz, 07.11.2011

Es ist ein guter Text und eine interessante Diskussion: Was macht die Piratenpartei anders als die bisherigen Parteien? Offensichtlich alles. Vor allem hebeln sie eines der als Grundübel beobachteten Prinzipien der modernen Demokratien aus: Sie kehren die Logik der Fraktionsdisziplin um. Sie vertauschen die Aufgaben von Zentrum und Peripherie, wenn es ums politische Entscheiden geht. Die Peripherie bereitet die Entscheidung vor, das Zentrum setzt sie um (weiterer Diskussionbeitrag dazu).
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Stefan Schulz, 06.11.2011

‚Vertrauen ist das Fundament einer funktionierenden Gesellschaft. Vertrauen sei ein „Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität“, sagt Niklas Luhmann.‘ Mit diesen Sätzen begann 3Sat-Kulturzeit vergangenen Freitag einen kleinen Film zum Thema Vertrauen [gekürztes Skript].
Die ersten Sätze des Filmes sind nicht zu kritisieren, sie treffen zu – und zwar auch dann, wenn man ihren inhaltlichen Gehalt umkehrt: Eine Gesellschaft, die nur auf Vertrauen basiert, limitiert ihren Katalog an Möglichkeiten und bleibt hinter dem Potenzial unserer modernen Gesellschaft weit zurück. Und: Vertrauen ist ein Mechanismus zur Steigerung sozialer Komplexität. Auch das sagt Niklas Luhmann. weiterlesen »
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Stefan Schulz, 02.11.2011

Eine Volksbefragung, die zwischen Anarchie und Elend wählen lässt, die weniger Renaissance als letztes Mittel eines nicht mehr funktionierenden Modells ist und die im Raum steht, damit man zukünftig sagen kann, die Bürger hätten es selber so entschieden, ist keine Demokratie. Griechenland zeigt vielmehr die Ausweglosigkeit, die wohl bald für alle gilt. Man kann noch so tun, als ob – aber es sind nicht mehr die Entscheidungen, die den Weg vorgeben. Mangel lässt sich nicht gestalten, sondern nur erdulden.
Was aber noch längst nicht bedeutet, dass man deswegen in pessimistische Schockstarre verfallen muss. Ausgereizt ist nur das alte Gesellschaftsmodell. Und wo bleibt die Revolution? Sie ist gar nicht nötig. Wer sich heute engagiert bei Anonymus, #Occupy oder den Piraten tut gut daran, keine alten Mauern einzureisen, sondern neue Grundsteine zu legen.
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Rena Schwarting, 31.10.2011
Winterzeit ist Spendenzeit. Aber was und wie spendet man eigentlich? Ob Geld- oder Sachspende, der Zweck soll im Helfen liegen. Und wie spendet man Hilfe?
Wer sich mit Spendenhilfe beschäftigt oder aufmerksamen Blickes Veränderungen in den Einkaufsstraßen seiner Stadt beobachtet, trifft neuer- oder späterdings auf das Phänomen Oxfam. Oxfam Shops sind laut Selbstbeschreibung Secondhand-Läden, in denen ehrenamtliche MitarbeiterInnen gespendete Waren sortieren, auspreisen und verkaufen. Die Frage Würde ich die Ware selbst kaufen? soll dabei ein hilfreiches Qualitätskriterium für die Sachspende sein. Zum Verkauf stehen neben Kleidung auch gebrauchte Bücher und Multimedia-Waren.
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Stefan Schulz, 21.10.2011

Nicolas Sarkozy war zum Zeitpunkt der Geburt seiner Tochter nicht in Frankreich, sondern in Frankfurt. Es ist zu vermuten, dass es derzeit nicht die größte Freude ist, erste Frau im französischen Staat zu sein. Und wenn man es genau betrachtet, darf man sich wohl mit Carla Bruni solidarisieren. Denn auch für den gemeinen Staatsbürger war es selten so schwer, die kleine Rolle verantwortungsvoll auszufüllen. Die Politiker sind nicht mehr da, wo man sie vermutet und sie tun nicht mehr, was man von ihnen erwartet. Die deutsche Regierung schwänzte etwa diese Woche die Unterredung im Bundestag, bei der es um die staatliche Schnüffelei ging. Die Bundeskanzlerin sagte ihre gestrige Regierungserklärung ab, als würde niemand drauf warten. Und wenn sich die Politik am Sonntag im Brüssel trifft, wird auch nicht entschieden, sondern nur beraten. Die Erklärung dafür ist allerdings einleuchtend: Wird der EU-Gipfel in zwei Stufen abgehalten, mit Beratungen am Sonntag und Beschlüssen in der kommenden Woche, bietet sich mehr Raum für die Bundestagsbeteiligung, so Steffen Seibert via Twitter.
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