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	<title>Kommentare zu: Ohne Gehirn ist alles nichts</title>
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	<description>Die Sprengkraft soziologischer Beobachtung</description>
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		<title>Von: Stefan Schulz</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3156</link>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Nov 2012 14:21:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ja, das stimmt natürlich, jeder tut Dinge einfach so. Aber diese Trennung von Quasi-Amt und Person ist in der Politik eben nicht so. Vertrauen und Kompetenzurechnungen werden nicht politischen Ämtern und Parteirollen, sondern Personen zugerechnet. Deswegen ist doch Politik und Verwaltung getrennt. Wer sich auf ein politisches (parlamentarisches) Amt bewirbt oder eines (auch ein parteiliches) innehat, wird ganzheitlich und ganzzeitlich damit in Verbindung gebracht. Sonst hätte unser demokratisches System kaum noch Sinn.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, das stimmt natürlich, jeder tut Dinge einfach so. Aber diese Trennung von Quasi-Amt und Person ist in der Politik eben nicht so. Vertrauen und Kompetenzurechnungen werden nicht politischen Ämtern und Parteirollen, sondern Personen zugerechnet. Deswegen ist doch Politik und Verwaltung getrennt. Wer sich auf ein politisches (parlamentarisches) Amt bewirbt oder eines (auch ein parteiliches) innehat, wird ganzheitlich und ganzzeitlich damit in Verbindung gebracht. Sonst hätte unser demokratisches System kaum noch Sinn.</p>
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		<title>Von: schwarzblond</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3155</link>
		<dc:creator>schwarzblond</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Nov 2012 13:18:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Besser spät als nie: Weder ich noch eine der anderen Beteiligten hat sich da als Piratin hingestellt. Weder bei der Aktion, noch bei einer vielen Tag- und Nachtschichten dort. Auch Parteimitglieder engagieren sich &quot;einfach so&quot;. 

Auch wenn das so manchem schwer zu glauben fällt...]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Besser spät als nie: Weder ich noch eine der anderen Beteiligten hat sich da als Piratin hingestellt. Weder bei der Aktion, noch bei einer vielen Tag- und Nachtschichten dort. Auch Parteimitglieder engagieren sich &#8220;einfach so&#8221;. </p>
<p>Auch wenn das so manchem schwer zu glauben fällt&#8230;</p>
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		<title>Von: Beobachter der Moderne</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3134</link>
		<dc:creator>Beobachter der Moderne</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Nov 2012 09:16:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Mitleidsgefühle werden aber von außen erregt. Und dies kann prinzipiell immer geschehen.“

Mit diesem simplen Reiz-Reaktions-Schema wird die Thematik aber auch ziemlich stark vereinfacht. Mag sein, dass es mal so funktionierte und auch heute noch bei einigen so funktioniert. Durch das Überangebot an Mitleidsanlässen wird dieses Muster aber reflexiv und dadurch gebrochen. Das heißt die Menschen merken auf einmal, dass man sich eben nicht mehr von seinen Gefühlen einfach so überwältigen lassen und mit allem und jedem Mitleid haben kann. Die meisten fangen an über die einzelnen Fälle nach zu denken oder lassen sie einfach nicht mehr an sich ran. Beides sind funktional äquivalente Lösungen für das Problem des Überangebots an Mitleidsanlässen und dient dem Selbstschutz vor emotionaler Überforderung.

Die Situation auf ignorante Deutsche und bemitleidenswerte Asylanten zu reduzieren, ist eine sehr schlichte Betrachtungsweise. Das reicht vielleicht für politische Diskussionen, aber nicht für soziologische. Bei genauerem Hinschauen wäre diese bedingungslose Parteinahme für die Protestanten vermutlich nicht haltbar. Skepsis ist gut und schön. Aber was spricht eigentlich dafür die Deutschen unter Generalverdacht zu stellen und den Protestierenden blindes Vertrauen zu schenken? Die Problemlage ist um einiges komplexer ist als es die Rollenverteilung ignorante Deutsche und bemitleidenswerte Asylanten suggeriert. Wenn schon skeptisch, dann konsequent. Wieso nicht den Protestierenden genauso viel Ehrlichkeit/Unehrlichkeit unterstellen wie den Politikern? Die Protestierenden sind auch Menschen und haben genauso viel oder genauso wenig moralische Kompetenz wie jeder andere auch.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>„Mitleidsgefühle werden aber von außen erregt. Und dies kann prinzipiell immer geschehen.“</p>
<p>Mit diesem simplen Reiz-Reaktions-Schema wird die Thematik aber auch ziemlich stark vereinfacht. Mag sein, dass es mal so funktionierte und auch heute noch bei einigen so funktioniert. Durch das Überangebot an Mitleidsanlässen wird dieses Muster aber reflexiv und dadurch gebrochen. Das heißt die Menschen merken auf einmal, dass man sich eben nicht mehr von seinen Gefühlen einfach so überwältigen lassen und mit allem und jedem Mitleid haben kann. Die meisten fangen an über die einzelnen Fälle nach zu denken oder lassen sie einfach nicht mehr an sich ran. Beides sind funktional äquivalente Lösungen für das Problem des Überangebots an Mitleidsanlässen und dient dem Selbstschutz vor emotionaler Überforderung.</p>
<p>Die Situation auf ignorante Deutsche und bemitleidenswerte Asylanten zu reduzieren, ist eine sehr schlichte Betrachtungsweise. Das reicht vielleicht für politische Diskussionen, aber nicht für soziologische. Bei genauerem Hinschauen wäre diese bedingungslose Parteinahme für die Protestanten vermutlich nicht haltbar. Skepsis ist gut und schön. Aber was spricht eigentlich dafür die Deutschen unter Generalverdacht zu stellen und den Protestierenden blindes Vertrauen zu schenken? Die Problemlage ist um einiges komplexer ist als es die Rollenverteilung ignorante Deutsche und bemitleidenswerte Asylanten suggeriert. Wenn schon skeptisch, dann konsequent. Wieso nicht den Protestierenden genauso viel Ehrlichkeit/Unehrlichkeit unterstellen wie den Politikern? Die Protestierenden sind auch Menschen und haben genauso viel oder genauso wenig moralische Kompetenz wie jeder andere auch.</p>
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		<title>Von: Fritz</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3133</link>
		<dc:creator>Fritz</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Nov 2012 16:24:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[So buchhalterisch läuft es psychisch nicht ab, meine ich: &quot;... gehen die meisten Menschen mit ihrem Mitleid wahrscheinlich sehr selektiv um.&quot; Das trifft für Spenden zu, weil man nur endliche finanzielle Mittel hat. Da muss man eine rationale Wahl treffen, wem gebe ich was, wem nicht. Mitleidsgefühle werden aber von außen erregt. Und dies kann prinzipiell immer geschehen. Da sind Menschen auch durchaus verschieden. Manche sind leicht zu rühren, andere sagen &quot;ich bin zutiefst schockiert&quot; und sagen es nur, weil es von ihnen erwartet wird. Generell macht uns das eine Schicksal betroffen und einanderes, viellecht Schwereres überhaupt nicht. Das Schicksal der Flüchtlinge macht die Deutschen ziemlich wenig betroffen, meine ich. Es gibt ja sogar viele Deutsche, die am liebsten überhaupt keine Flüchtlinge im Lande hätten. Oder &quot;bitte nicht so viele&quot;. Das Thema ist nicht nur trist, sondern auch unangenehm, weil es darum geht, bettelarme fremde Menschen hier aufzunehmen. 
Ich weiß nicht, was ich erwartet hätte. Ich bin ja in Bezug auf die moralische Kompetenz von Politik und Menschheit insgesamt eher Skeptiker.  Jetzt hat die Politik doch nachgegeben - offenkundig aber weniger aus Mitgefühl als vielmehr zwecks De-Eskalierung. Ich will den Politikern aber gar keinen Vorwurf machen. Es gehört bei ihnen das Lavieren dazu, gerade wenn sie politisch etwas erreichen wollen. Hier haben sie eingesehen: Das Schlaueste wäre es, das Thema gütlich und still beizulegen, bevor es womöglich nicht mehr beherrschbar ist. Zuvor war das Vorgehen gegen die Demonstranten aber unübersehbar perfide und geradezu ein Musterfall von bürokratischer Mitleidslosigkeit. Hat nicht gegriffen, daher der Methodenwechsel.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>So buchhalterisch läuft es psychisch nicht ab, meine ich: &#8220;&#8230; gehen die meisten Menschen mit ihrem Mitleid wahrscheinlich sehr selektiv um.&#8221; Das trifft für Spenden zu, weil man nur endliche finanzielle Mittel hat. Da muss man eine rationale Wahl treffen, wem gebe ich was, wem nicht. Mitleidsgefühle werden aber von außen erregt. Und dies kann prinzipiell immer geschehen. Da sind Menschen auch durchaus verschieden. Manche sind leicht zu rühren, andere sagen &#8220;ich bin zutiefst schockiert&#8221; und sagen es nur, weil es von ihnen erwartet wird. Generell macht uns das eine Schicksal betroffen und einanderes, viellecht Schwereres überhaupt nicht. Das Schicksal der Flüchtlinge macht die Deutschen ziemlich wenig betroffen, meine ich. Es gibt ja sogar viele Deutsche, die am liebsten überhaupt keine Flüchtlinge im Lande hätten. Oder &#8220;bitte nicht so viele&#8221;. Das Thema ist nicht nur trist, sondern auch unangenehm, weil es darum geht, bettelarme fremde Menschen hier aufzunehmen.<br />
Ich weiß nicht, was ich erwartet hätte. Ich bin ja in Bezug auf die moralische Kompetenz von Politik und Menschheit insgesamt eher Skeptiker.  Jetzt hat die Politik doch nachgegeben &#8211; offenkundig aber weniger aus Mitgefühl als vielmehr zwecks De-Eskalierung. Ich will den Politikern aber gar keinen Vorwurf machen. Es gehört bei ihnen das Lavieren dazu, gerade wenn sie politisch etwas erreichen wollen. Hier haben sie eingesehen: Das Schlaueste wäre es, das Thema gütlich und still beizulegen, bevor es womöglich nicht mehr beherrschbar ist. Zuvor war das Vorgehen gegen die Demonstranten aber unübersehbar perfide und geradezu ein Musterfall von bürokratischer Mitleidslosigkeit. Hat nicht gegriffen, daher der Methodenwechsel.</p>
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		<title>Von: Beobachter der Moderne</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3131</link>
		<dc:creator>Beobachter der Moderne</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Nov 2012 09:52:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Die Abnutzungstheorie würde voraussetzen, dass es um Empathie und Mitgefühl schon mal besser gestanden hätte.“

Es sollte eigentlich weniger auf eine Abnutzungstheorie hinauslaufen. Wenn Mitgefühl eine ebenso begrenzte Ressource ist wie jedes andere Gefühl auch, dann gehen die meisten Menschen mit ihrem Mitleid wahrscheinlich sehr selektiv um – gerade dann wenn es immer mehr Anlässe für Mitleid gibt für die man nicht jedes Mal Mitleid aufbringen kann. Das, was du als prinzipielle Dickfelligkeit bezeichnest, ist letztlich nur ein Symptom für diesen selektiven Umgang mit Mitleid, weil es eben inzwischen zu viele Anlässe für Mitleid gibt. Das ist im Grunde ein Komplexitätsproblem. In der Umwelt gibt es mehr Anlässe für Mitleid als man in der Lage ist aufzubringen. Also muss man diese Komplexität reduzieren, weil man nur in begrenztem Maße in der Lage ist Mitleid aufzubringen.  Es geht dann nicht so sehr um Abnutzung sondern in erster Linie um Überforderung. Dafür benötigt man keine Annahmen darüber, ob die Menschen früher emphatiefähiger waren. Gleichgültigkeit und Ablehnung sind die Folgen dieser Überforderung. Die Formen, wie dann immer noch versucht wird Mitleid zu aktivieren, haben sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen. Für was Menschen unter diesen Bedingungen alles Mitleid aufbringen können, kann man sich wundern. Und die Mitleidsbereitschaft sinkt bestimmt mit zunehmender Distanz. Das ändert aber nichts am Ausgangsproblem.

Was für verbale Bekundungen hattest du denn bezüglich des Berliner Flüchtlingsprotests erwartet? Erstens kann man nicht sagen, dass es gar keine gab. Und zweitens kann man seit gestern erleichtert feststellen, dass trotz geringer Solidaritätsbekundungen inzwischen Lösungen gefunden wurden.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Abnutzungstheorie würde voraussetzen, dass es um Empathie und Mitgefühl schon mal besser gestanden hätte.“</p>
<p>Es sollte eigentlich weniger auf eine Abnutzungstheorie hinauslaufen. Wenn Mitgefühl eine ebenso begrenzte Ressource ist wie jedes andere Gefühl auch, dann gehen die meisten Menschen mit ihrem Mitleid wahrscheinlich sehr selektiv um – gerade dann wenn es immer mehr Anlässe für Mitleid gibt für die man nicht jedes Mal Mitleid aufbringen kann. Das, was du als prinzipielle Dickfelligkeit bezeichnest, ist letztlich nur ein Symptom für diesen selektiven Umgang mit Mitleid, weil es eben inzwischen zu viele Anlässe für Mitleid gibt. Das ist im Grunde ein Komplexitätsproblem. In der Umwelt gibt es mehr Anlässe für Mitleid als man in der Lage ist aufzubringen. Also muss man diese Komplexität reduzieren, weil man nur in begrenztem Maße in der Lage ist Mitleid aufzubringen.  Es geht dann nicht so sehr um Abnutzung sondern in erster Linie um Überforderung. Dafür benötigt man keine Annahmen darüber, ob die Menschen früher emphatiefähiger waren. Gleichgültigkeit und Ablehnung sind die Folgen dieser Überforderung. Die Formen, wie dann immer noch versucht wird Mitleid zu aktivieren, haben sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen. Für was Menschen unter diesen Bedingungen alles Mitleid aufbringen können, kann man sich wundern. Und die Mitleidsbereitschaft sinkt bestimmt mit zunehmender Distanz. Das ändert aber nichts am Ausgangsproblem.</p>
<p>Was für verbale Bekundungen hattest du denn bezüglich des Berliner Flüchtlingsprotests erwartet? Erstens kann man nicht sagen, dass es gar keine gab. Und zweitens kann man seit gestern erleichtert feststellen, dass trotz geringer Solidaritätsbekundungen inzwischen Lösungen gefunden wurden.</p>
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		<title>Von: Fritz</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3128</link>
		<dc:creator>Fritz</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Nov 2012 20:36:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Abnutzungstheorie würde voraussetzen, dass es um Empathie und Mitgefühl schon mal besser gestanden hätte. Ich wüsste nicht, wann das gewesen sein sollte. Vielleicht ist es umgekehrt: Da wir immer mehr Anlässe für Mitleid aus aller Welt medial vermittelt bekommen, tritt die prinzipielle Dickfelligkeit immer mehr zu Tage. Die Menschen suchen sich Tag für Tag heraus, was ihnen gerade nahe geht und was sie nicht die Bohne rührt. Im Allgemeinen haben wir mehr Mitleid mit dem, was uns sowieso schon emotional nahe liegt: der krebskranke Schauspieler aus dem &quot;Tatort&quot;, die überfahrenen Schäferhunde, die TV-Ansagerin, die ihe Stimme verloren hat, verwaiste oder kranke Kinder sind als Medienthemen leichter verkäuflich als so problematische Fälle wie Flüchtlinge aus fernen Ländern, deren Not als lästig empfunden wird, auch weil es etwas kostet. 
Mehr Mitgefühl wird auch immer dann aufgebracht, wenn als Verursacher der Not ein eindeutiger Schurke zur Verfügung steht (siehe diese Joseph Kony-Geschichte). So lässt sich Mitleid auch für mitleidslose Interessen ausnutzen, nämlich z.B. um Zustimmung zu einem &quot;humanitären&quot; Kriegseinsatz zu erreichen - Mitleidspropaganda. Das ist aber alles Mitleid ohne Moral, weil es gratis zu haben ist, als reines Gefühl. In dem Moment, wo wir tatsächlich ethisch gefordert sind, also etwas geben müssen, ohne etwas zurückzubekommen, zeigt sich die Oberflächlichkeit der moralischen Gefühle, wenn nicht wie in diesem Fall das Mitleid sogar ganz versagt wird. &quot;Moralisch erschöpft&quot; sein kann eigentlich nur der, der sich real moralisch verhält. Da gibt es sicherlich Burn-out-Phänomene. Verbale Bekundungen sind dagegen immer möglich - die Kirche macht das jeden Sonntag, jahrein jahraus. Beim Flüchtlingstreck blieben aber sogar die bloßen verbalen Beteuerungen weitgehend aus. Das ist m.E. auffällig und zeigt mehr als nur Abnutzung, nämlich teils nur Gleichgültigkeit, teils auch Ablehnung.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Abnutzungstheorie würde voraussetzen, dass es um Empathie und Mitgefühl schon mal besser gestanden hätte. Ich wüsste nicht, wann das gewesen sein sollte. Vielleicht ist es umgekehrt: Da wir immer mehr Anlässe für Mitleid aus aller Welt medial vermittelt bekommen, tritt die prinzipielle Dickfelligkeit immer mehr zu Tage. Die Menschen suchen sich Tag für Tag heraus, was ihnen gerade nahe geht und was sie nicht die Bohne rührt. Im Allgemeinen haben wir mehr Mitleid mit dem, was uns sowieso schon emotional nahe liegt: der krebskranke Schauspieler aus dem &#8220;Tatort&#8221;, die überfahrenen Schäferhunde, die TV-Ansagerin, die ihe Stimme verloren hat, verwaiste oder kranke Kinder sind als Medienthemen leichter verkäuflich als so problematische Fälle wie Flüchtlinge aus fernen Ländern, deren Not als lästig empfunden wird, auch weil es etwas kostet.<br />
Mehr Mitgefühl wird auch immer dann aufgebracht, wenn als Verursacher der Not ein eindeutiger Schurke zur Verfügung steht (siehe diese Joseph Kony-Geschichte). So lässt sich Mitleid auch für mitleidslose Interessen ausnutzen, nämlich z.B. um Zustimmung zu einem &#8220;humanitären&#8221; Kriegseinsatz zu erreichen &#8211; Mitleidspropaganda. Das ist aber alles Mitleid ohne Moral, weil es gratis zu haben ist, als reines Gefühl. In dem Moment, wo wir tatsächlich ethisch gefordert sind, also etwas geben müssen, ohne etwas zurückzubekommen, zeigt sich die Oberflächlichkeit der moralischen Gefühle, wenn nicht wie in diesem Fall das Mitleid sogar ganz versagt wird. &#8220;Moralisch erschöpft&#8221; sein kann eigentlich nur der, der sich real moralisch verhält. Da gibt es sicherlich Burn-out-Phänomene. Verbale Bekundungen sind dagegen immer möglich &#8211; die Kirche macht das jeden Sonntag, jahrein jahraus. Beim Flüchtlingstreck blieben aber sogar die bloßen verbalen Beteuerungen weitgehend aus. Das ist m.E. auffällig und zeigt mehr als nur Abnutzung, nämlich teils nur Gleichgültigkeit, teils auch Ablehnung.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Beobachter der Moderne</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3127</link>
		<dc:creator>Beobachter der Moderne</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Nov 2012 14:39:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Fritz
Mit dem Mitleid ist es dasselbe wie mit der Moral. Das hat sich vermutlich im Windschatten des Moral-Alarmismus gleich mit abgenutzt. Es gibt soviel Elend in der Welt. Wenn man mit alles und jedem immer Mitleid haben soll, wird man verrückt. Auch Mitleid ist eine begrenzte Ressource und in Deutschland hat man die inzwischen einfach überstrapaziert. Das ist dann keine Frage der Moral oder des Mitleids mehr sondern der eigenen seelischen Gesundheit. Die Lösung ist dann einfach dicht machen. Klar kann man versuchen durch noch detailliertere Beschreibungen des Elends dem entgegen zu wirken. Das wird aber den beschriebenen psychologischen Effekt nur verstärken.

Es stellt die Frage, ob die regelmäßig öffentlich verbreitete Betroffenheitszumutung mit alles und jedem die Empathiefähigkeit der Menschen überreizt hat?]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Fritz<br />
Mit dem Mitleid ist es dasselbe wie mit der Moral. Das hat sich vermutlich im Windschatten des Moral-Alarmismus gleich mit abgenutzt. Es gibt soviel Elend in der Welt. Wenn man mit alles und jedem immer Mitleid haben soll, wird man verrückt. Auch Mitleid ist eine begrenzte Ressource und in Deutschland hat man die inzwischen einfach überstrapaziert. Das ist dann keine Frage der Moral oder des Mitleids mehr sondern der eigenen seelischen Gesundheit. Die Lösung ist dann einfach dicht machen. Klar kann man versuchen durch noch detailliertere Beschreibungen des Elends dem entgegen zu wirken. Das wird aber den beschriebenen psychologischen Effekt nur verstärken.</p>
<p>Es stellt die Frage, ob die regelmäßig öffentlich verbreitete Betroffenheitszumutung mit alles und jedem die Empathiefähigkeit der Menschen überreizt hat?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Fritz</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3126</link>
		<dc:creator>Fritz</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Nov 2012 08:39:08 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=4471#comment-3126</guid>
		<description><![CDATA[„So viel Empörungspotential ist überhaupt nicht vorhanden, wie es moralische Missstände gibt.“ Das sind so Sätze, wo ich wünschte, Gotte würde Karl Kraus zurück auf die Erde schicken ...   
Es ist ja wahr, Empörung ist wie Trauer oder Entsetzen eine begrenzte Ressource, nur geht es hier ja gar nicht um Empörung, sondern um das kostbare Spurenelement Mitleid. 
Die Empörung tritt immer dann auf den Plan, wenn der eigene Interessensstandpunkt oder die eigene Gefühlswelt berührt sind und sich dies mit irgendeinem vordergründigen Moralismus verknüpfen lässt. 
Was im Fall des Flüchtlingstrecks 2012 zu bemerken ist, ist ein massiver Ausfall von mitmenschlichem Empfinden. Und das liegt nicht daran, dass sich die psychische Erregungsenergie für dieses Jahr bereits verausgabt hätte. Es liegt viel mehr daran, dass hier jede Regung von Mitleid im Konflikt liegt mit dem eigenen, &quot;unmoralischen&quot; Standpunkt. Hier müsste man nämlich – was nicht oft vorkommt – tatsächlich uneigenützig handeln und ungeachtet des eigenen Standpunkts etwas hergeben. Doch auch in Deutschland geht es nach diesem Motto zu: &quot;What Americans really want is a government that spends less money on other people.&quot; Das ließe sich vermutlich sozialstatistisch bestätigen, indem man abfragt, wie hoch die Zustimmung ist zu solchen Sätzen wie: 
- “Politische Flüchtlinge sind oft gar keine politisch Verfolgten, sondern wollen nur in unsere Sozialsysteme einwandern.“ 
– „Als Flüchtling muss man froh sein, wenn man ein Dach über den Kopf hat und was zu essen.“ 
– „Wenn der Flüchtling heimkehren kann, muss er das tun.“ 
- &quot;Deutschland hat viele Ausländer aufgenommen, noch mehr geht jetzt nicht mehr.&quot; 
– „Viele politische Flüchtlinge kommen aus islamischen Ländern. Die machen uns am Ende nur Probleme mit ihren fanatischen Ansichten.“ 
– „Das Flüchtlinge, denen wir Brot und Unterkunft geben, auf einmal ‚direkt mit der Regierung verhandeln‘ wollen, offenbart Undankbarkeit und Unverschämtheit.“ Etc. 
Die Deutschen möchten, dass das ferne schmutzige Elend in der Ferne seinen Schmutz macht. Sie möchten nicht damit behelligt werden. Es macht kein Vergnügen. Sie möchten, dass die Verwaltung ihre Maßnahmen durchführt, wie das Gesetz es befiehlt. Sie möchten, dass die Elenden baldigst in IHRE Heimat zurückkehren. 
Und dann guckt euch mal an, was da geschehen ist! Der Hungerzug der Sprachlosen zog zu Fuß über 450 km durch Deutschland. Die Menschen dachten, diese sichtbare Tat der Verzweiflung könnte Kommunikation starten und Menschenherzen in Deutschlands Redaktionsstuben und TV-Anstalten rühren, um den Sprachfremden eine hiesige Stimme zu borgen. Doch die Reaktion war frostig, mitleidslos und unverständig. Und das ZDF meinte, wenn keiner hinschauen will, dann schauen wir mit den Kameras auch nicht hin - es sei denn bei Twitter zwitschert jemand Empörung (auf dieses moralische Niveau ist die Öffentlichkeit herabgesunken). Jetzt stehen die Menschen, vertrieben aus ihren Ländern, existenzielle Nichtse, buchstäblich mit allerletzter körperlicher Kraft auf deutschen Plätzen und die Verwaltung scheut sich nicht, sie sozusagen ganz sublim (oder auch nicht so sublim) zum Aufgeben zu foltern und kaum eine helfende, eine gebende, eine mitfühlende Hand regt sich. Die Schutzstmosphäre um diesen Protest ist dünn wie Papier. Die Behörden müssen eigentlich nur zugucken, wie den Leuten nachts die Hände abfrieren. Dann einsammeln, abtransportieren, Stempel drauf.
Die modernen Beobachter, die wir alle sind, schauen weg oder gaffen. „How many times can a man turn his head and pretend that he just doesn’t see?“ Augenscheinlich kann der moderne Mensch ewig hinschauen, ohne dass sich etwas in ihm rührt. Er muss den Kopf gar nicht wegdrehen. Es sind ja nicht seine Belange, sondern nur die Belange von Menschen, die nicht von hier sind. Sudan, Iran oder woher kommen die? Was wollen die gerade bei uns? 
Dass die Empörung ausbleibt – meinetwegen. Die nackte Herzlosigkeit, die sich in diesen Tagen flächendeckend offenbar, ist erschreckend. Sie ist generell gegenüber  Ausländern, insbesondere gegenüber Farbigen, zu beoabachten. Verzweiflung, die sich nicht in Lagern verstecken lassen, sondern öffentlich gesehen werden will, ist ein Fall für das Ordnungsamt, nicht für das Fernsehen. Irgendein Promi dabei? Dann interessiert’s keinen. 
Und alle, die sonst schnell empört sind, wenn ihre Privilegien tangiert sind, sind jetzt stumm. Und alle, die sonst den christlichen Staat, bei dem ja Mitleid sozusagen zur Staatsräson gehört, ganz hoch halten und verteidigen wollen, sind verhindert oder formulieren an ihrer Weihnachtsansprache. Und sie haben alle das uneingestandene Problem, dass die Menschen ihnen vielleicht leid tun würden, wenn’s nur nicht gerade solche Elendsimporteure wären. Ein paar Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen? Nein, auf keinen Fall, sagt die selbstredend tief christliche empfindende Union: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/111/1711131.pdf]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>„So viel Empörungspotential ist überhaupt nicht vorhanden, wie es moralische Missstände gibt.“ Das sind so Sätze, wo ich wünschte, Gotte würde Karl Kraus zurück auf die Erde schicken &#8230;<br />
Es ist ja wahr, Empörung ist wie Trauer oder Entsetzen eine begrenzte Ressource, nur geht es hier ja gar nicht um Empörung, sondern um das kostbare Spurenelement Mitleid.<br />
Die Empörung tritt immer dann auf den Plan, wenn der eigene Interessensstandpunkt oder die eigene Gefühlswelt berührt sind und sich dies mit irgendeinem vordergründigen Moralismus verknüpfen lässt.<br />
Was im Fall des Flüchtlingstrecks 2012 zu bemerken ist, ist ein massiver Ausfall von mitmenschlichem Empfinden. Und das liegt nicht daran, dass sich die psychische Erregungsenergie für dieses Jahr bereits verausgabt hätte. Es liegt viel mehr daran, dass hier jede Regung von Mitleid im Konflikt liegt mit dem eigenen, &#8220;unmoralischen&#8221; Standpunkt. Hier müsste man nämlich – was nicht oft vorkommt – tatsächlich uneigenützig handeln und ungeachtet des eigenen Standpunkts etwas hergeben. Doch auch in Deutschland geht es nach diesem Motto zu: &#8220;What Americans really want is a government that spends less money on other people.&#8221; Das ließe sich vermutlich sozialstatistisch bestätigen, indem man abfragt, wie hoch die Zustimmung ist zu solchen Sätzen wie:<br />
- “Politische Flüchtlinge sind oft gar keine politisch Verfolgten, sondern wollen nur in unsere Sozialsysteme einwandern.“<br />
– „Als Flüchtling muss man froh sein, wenn man ein Dach über den Kopf hat und was zu essen.“<br />
– „Wenn der Flüchtling heimkehren kann, muss er das tun.“<br />
- &#8220;Deutschland hat viele Ausländer aufgenommen, noch mehr geht jetzt nicht mehr.&#8221;<br />
– „Viele politische Flüchtlinge kommen aus islamischen Ländern. Die machen uns am Ende nur Probleme mit ihren fanatischen Ansichten.“<br />
– „Das Flüchtlinge, denen wir Brot und Unterkunft geben, auf einmal ‚direkt mit der Regierung verhandeln‘ wollen, offenbart Undankbarkeit und Unverschämtheit.“ Etc.<br />
Die Deutschen möchten, dass das ferne schmutzige Elend in der Ferne seinen Schmutz macht. Sie möchten nicht damit behelligt werden. Es macht kein Vergnügen. Sie möchten, dass die Verwaltung ihre Maßnahmen durchführt, wie das Gesetz es befiehlt. Sie möchten, dass die Elenden baldigst in IHRE Heimat zurückkehren.<br />
Und dann guckt euch mal an, was da geschehen ist! Der Hungerzug der Sprachlosen zog zu Fuß über 450 km durch Deutschland. Die Menschen dachten, diese sichtbare Tat der Verzweiflung könnte Kommunikation starten und Menschenherzen in Deutschlands Redaktionsstuben und TV-Anstalten rühren, um den Sprachfremden eine hiesige Stimme zu borgen. Doch die Reaktion war frostig, mitleidslos und unverständig. Und das ZDF meinte, wenn keiner hinschauen will, dann schauen wir mit den Kameras auch nicht hin &#8211; es sei denn bei Twitter zwitschert jemand Empörung (auf dieses moralische Niveau ist die Öffentlichkeit herabgesunken). Jetzt stehen die Menschen, vertrieben aus ihren Ländern, existenzielle Nichtse, buchstäblich mit allerletzter körperlicher Kraft auf deutschen Plätzen und die Verwaltung scheut sich nicht, sie sozusagen ganz sublim (oder auch nicht so sublim) zum Aufgeben zu foltern und kaum eine helfende, eine gebende, eine mitfühlende Hand regt sich. Die Schutzstmosphäre um diesen Protest ist dünn wie Papier. Die Behörden müssen eigentlich nur zugucken, wie den Leuten nachts die Hände abfrieren. Dann einsammeln, abtransportieren, Stempel drauf.<br />
Die modernen Beobachter, die wir alle sind, schauen weg oder gaffen. „How many times can a man turn his head and pretend that he just doesn’t see?“ Augenscheinlich kann der moderne Mensch ewig hinschauen, ohne dass sich etwas in ihm rührt. Er muss den Kopf gar nicht wegdrehen. Es sind ja nicht seine Belange, sondern nur die Belange von Menschen, die nicht von hier sind. Sudan, Iran oder woher kommen die? Was wollen die gerade bei uns?<br />
Dass die Empörung ausbleibt – meinetwegen. Die nackte Herzlosigkeit, die sich in diesen Tagen flächendeckend offenbar, ist erschreckend. Sie ist generell gegenüber  Ausländern, insbesondere gegenüber Farbigen, zu beoabachten. Verzweiflung, die sich nicht in Lagern verstecken lassen, sondern öffentlich gesehen werden will, ist ein Fall für das Ordnungsamt, nicht für das Fernsehen. Irgendein Promi dabei? Dann interessiert’s keinen.<br />
Und alle, die sonst schnell empört sind, wenn ihre Privilegien tangiert sind, sind jetzt stumm. Und alle, die sonst den christlichen Staat, bei dem ja Mitleid sozusagen zur Staatsräson gehört, ganz hoch halten und verteidigen wollen, sind verhindert oder formulieren an ihrer Weihnachtsansprache. Und sie haben alle das uneingestandene Problem, dass die Menschen ihnen vielleicht leid tun würden, wenn’s nur nicht gerade solche Elendsimporteure wären. Ein paar Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen? Nein, auf keinen Fall, sagt die selbstredend tief christliche empfindende Union: <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/111/1711131.pdf" rel="nofollow">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/111/1711131.pdf</a></p>
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		<title>Von: Beobachter der Moderne</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3125</link>
		<dc:creator>Beobachter der Moderne</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 18:00:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Welche Gründe sprechen dafür, beim Thema Asylrecht / Umgang mit Asylsuchenden die Öffentlichkeit zu mobilisieren?“

Grundsätzlich nichts. In diesem Fall spricht aber eine bestimmte Forderung der Protestierenden dagegen deren Anliegen einem größeren Publikum näher zu bringen. Eine der Forderungen lautet, dass sie nur mit der deutschen Regierung direkt verhandeln wollen. Keine Ahnung ob diese Forderung aus Naivität oder Größenwahn entstanden ist. Das ist im Grunde auch egal. Auf diese Forderung kann sich eine Regierung nicht ernsthaft einlassen. Ansonsten könnte ja jeder kommen und die Regierung erpressen. Mit dieser Forderung wird man auch wenig Unterstützung in der Bevölkerung finden. Deswegen hält sich vermutlich auch die Berichterstattung in Grenzen. 

Hinzu kommt außerdem, dass der Moral-Joker in der öffentlichen Diskussion so langsam nicht mehr zieht. So viel Empörungspotential ist überhaupt nicht vorhanden wie es moralische Missstände gibt. So trägt nichts besser zum Desinteresse des Publikums bei wie der permanente Moral-Alarm. Da helfen irgendwann auch keine Titten mehr um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wie war des gleich mit dem Jungen, der ständig Feuer schrie? Nichts trägt besser zur Delegitimierung eines legitimen Anliegens bei wie dieses in moralischen Kategorien zu diskutieren.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>„Welche Gründe sprechen dafür, beim Thema Asylrecht / Umgang mit Asylsuchenden die Öffentlichkeit zu mobilisieren?“</p>
<p>Grundsätzlich nichts. In diesem Fall spricht aber eine bestimmte Forderung der Protestierenden dagegen deren Anliegen einem größeren Publikum näher zu bringen. Eine der Forderungen lautet, dass sie nur mit der deutschen Regierung direkt verhandeln wollen. Keine Ahnung ob diese Forderung aus Naivität oder Größenwahn entstanden ist. Das ist im Grunde auch egal. Auf diese Forderung kann sich eine Regierung nicht ernsthaft einlassen. Ansonsten könnte ja jeder kommen und die Regierung erpressen. Mit dieser Forderung wird man auch wenig Unterstützung in der Bevölkerung finden. Deswegen hält sich vermutlich auch die Berichterstattung in Grenzen. </p>
<p>Hinzu kommt außerdem, dass der Moral-Joker in der öffentlichen Diskussion so langsam nicht mehr zieht. So viel Empörungspotential ist überhaupt nicht vorhanden wie es moralische Missstände gibt. So trägt nichts besser zum Desinteresse des Publikums bei wie der permanente Moral-Alarm. Da helfen irgendwann auch keine Titten mehr um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wie war des gleich mit dem Jungen, der ständig Feuer schrie? Nichts trägt besser zur Delegitimierung eines legitimen Anliegens bei wie dieses in moralischen Kategorien zu diskutieren.</p>
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		<title>Von: Addliss</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/10/30/ohne-gehirn-ist-alles-nichts/#comment-3120</link>
		<dc:creator>Addliss</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Oct 2012 14:23:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Achso, entschuldigung, ich vergaß den Link zum Text von Dornheim: http://tits4humanrights.wordpress.com/]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Achso, entschuldigung, ich vergaß den Link zum Text von Dornheim: <a href="http://tits4humanrights.wordpress.com/" rel="nofollow">http://tits4humanrights.wordpress.com/</a></p>
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