<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Sozialtheoristen &#187; Wissenschaft</title>
	<atom:link href="http://sozialtheoristen.de/category/horizontal/wissenschaft/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://sozialtheoristen.de</link>
	<description>Die Sprengkraft soziologischer Beobachtung</description>
	<lastBuildDate>Sat, 19 May 2012 13:37:40 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
		<item>
		<title>Ziele und Grenzen gelingender Assoziologie</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2012/02/09/ziele-und-grenzen-gelingender-assoziologie/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2012/02/09/ziele-und-grenzen-gelingender-assoziologie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 19:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=3164</guid>
		<description><![CDATA[Die Ins-Internet-Schreiberei hält noch immer viele Überraschungen parat. Zum Beispiel die, dass es bei dem, was man so nebenher lernt, tatsächlich nicht sehr oft um Inhalte geht. Ab und zu wird man von einem Wikipedia-Artikel überrascht und erfährt Dinge, die man gut erzählen kann. Viel tiefergehender sind jedoch die Hilfen zur Selbsthilfe. Ganz prägnant ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3172" title="" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2012/02/Unbenannt-11.jpg" alt="" width="550" height="275" /></p>
<p>Die Ins-Internet-Schreiberei hält noch immer viele Überraschungen parat. Zum Beispiel die, dass es bei dem, was man so nebenher lernt, tatsächlich nicht sehr oft um Inhalte geht. Ab und zu wird man von einem Wikipedia-Artikel überrascht und erfährt Dinge, die man gut erzählen kann. Viel tiefergehender sind jedoch die Hilfen zur Selbsthilfe. Ganz prägnant ist für mich immer noch die Idee der Assoziologie von <a href="http://differentia.wordpress.com/">Klaus</a>. Ohne Internet wäre sie viel unwahrscheinlicher.</p>
<p><span id="more-3164"></span>Sie ist vor allem immer dann wieder interessant, wenn man klassische Seminarsoziologie erlebt und sich immer häufiger langweilt, während die Klasse der Professoren, Generation 50+, in den Disput einsteigt. Denn häufig ist es kein wirkliches Streitgespräch, sondern einfach eine nette Plauderei zwischen Häppchenpausen vor einem kleinen Publikum. Dispute, Debatten und Diskussionen verschenken viele Potenziale und Zeit, weil sie sich zu sehr innerhalb der Grenzen von Interaktionssituationen verstricken: Man gestattet dem anderen, auszusprechen; man bedankt sich für Vor- und Beiträge; man hört, den Blick haltend, zu; man reagiert auf Gesagtes und schlägt Brücken zu noch Ungesagtem; man verbringt viel Zeit mit Füllworten und Überleitungen.</p>
<p>Gelingende Assoziologie dagegen lässt diese Rücksichten fast alle fallen. Kein Dank für vorhergehende Beiträge, keine Beachtung des Uninteressanten, keine Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten. Man setzt einfach eine Unterhaltung fort, ohne sich rückzuversichern, was man verstanden hat. Man führt ein Gespräch einfach fort. Im besten Sinne bestätigt sich durch diese fortlaufende Rosinenpickerei das bekannte Luhmann-Zitat, dass nur die Kommunikation kommuniziert und alles Weitere nur als Bedingung, also inhaltlich eigentlich nicht, zu berücksichtigen sei. Jeder nimmt teil und niemand interessiert sich für die Qualität von Argumenten. Man hat sich so weit wie möglich von der Idee verabschiedet, einen Konsens anzustreben. Wozu auch?</p>
<p>Das Prinzip kann gut gelingen. Wikipedia-Texte etwa werden seit Anfang an so geschrieben. Auch das schriftliche Mitdenken im Internet funktioniert so. Irgendwo taucht eine Idee auf, die man übernimmt, ohne sich mit dem Kontext zu befassen, aus dem man sie herausnimmt. Lange, ausformulierte Texte bleiben zurück, wenn nur ein kleiner Ausschnitt zitiert und daran angeschlossen wird. Das Twittergeschehen beruht zu einem sehr bedeutenden Teil genau darauf.</p>
<p>Aber das Prinzip hat Grenzen. Denn eigentlich führt Assoziologie hauptsächlich zu Inspiration. Produktion wiederum ruht auf anderen Mechanismen und Prinzipien. Es kommt sogar gerade darauf an, die Assoziologie ab und zu zu unterbrechen, um inhaltlich weitere Schritte zu gehen. Jeder kennt den Unterschied zwischen einem Seminar, das einfach so stattfindet und einem, das eine Textgrundlage hat. Kluge Studenten besuchen zum Ende ihres (geisteswissenschaftlichen) Studiums nur noch Kolloquien, weil sie Assoziologie mögen aber wissen, wo ihre Grenzen sind. Die Assoziologie (der Seminarsoziologie) beginnt mit einem allein geschriebenen Text und endet damit, dass an diesem Text alleine weitergeschrieben wird. Assoziologie ist eine Etappe guter Soziologie die, wenn sie gelingen möchte, auf einen in Einsamkeit geschriebenen Text hinauslaufen muss.</p>
<p>Dieser fertige Text kann dann seinerseits Ausgangspunkt oder Etappe anderer Assoziologie sein, für andere Themen und andere Soziologen. Aber nur noch Assoziologie zu betrieben, Soziologie also nur noch der Kommunikation auszusetzen und sie nicht mehr als Auseinandersetzung eines Einzelnen mit einem leeren Blatt Papier zu betrachten, das geht doch zu weit..!? Interessante Soziologie entsteht nicht aus heißer Luft, sondern wird von guten Soziologen in mühsamer Schreibtischarbeit geschaffen. Das klingt etwas romantisch. Aber mein Maßstab für gute Soziologie ist noch immer der gute Soziologe, und der zeichnet sich dadurch aus, dass er im Kolloquium nicht die ganze Zeit seinen Text verteidigt, sondern aufmerksam der Assoziologie der anderen lauscht und sich selbst Notizen macht, für später.</p>
<p><em>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/djou/139156784/in/photostream/">Julien</a>)</em></p>
<p><em>(Auch dieser Text ließ sich <a href="http://storify.com/friiyo/wan-ist-soziologie-assoziologie">inspirieren</a> und versteht sich trotzdem als eigenständige Autorenleistung.</em>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2012/02/09/ziele-und-grenzen-gelingender-assoziologie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>23</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenn drei sich streiten</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2011/05/27/wenn-sich-drei-streiten/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2011/05/27/wenn-sich-drei-streiten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 May 2011 19:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1710</guid>
		<description><![CDATA[Fragestellungen zu politischen Phänomenen sind immer wieder gerade dann besonders interessant, wenn die Politikwissenschaft nicht mehr in der Lage ist, sie zu behandeln. Ich vermute es liegt daran, dass sich Politikwissenschaftler zu wenig als Historiker und zu viel als Berater verstehen. Sie erklären, wie man überall auf der Welt Demokratie herstellen könnte, ohne verstehen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1713" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2011/05/Unbenannt-16.jpg" alt="" width="550" height="250" /></p>
<p>Fragestellungen zu politischen Phänomenen sind immer wieder gerade dann besonders interessant, wenn die Politikwissenschaft nicht mehr in der Lage ist, sie zu behandeln. Ich vermute es liegt daran, dass sich Politikwissenschaftler zu wenig als Historiker und zu viel als Berater verstehen. Sie erklären, wie man überall auf der Welt Demokratie herstellen könnte, ohne verstehen zu wollen, was Demokratie im Kern ausmacht. Sie erklären, wie man Korruption bekämpft, ohne verstehen zu wollen, warum es sie gibt. Und sie erklären, wie man die Bindestrichkrise in Europa abwickeln könnte, ohne viele Gedanken dafür zu nutzen, zu verstehen, was von Europa bleibt, wenn „die Krise“ überwunden wäre.</p>
<p><span id="more-1710"></span>Die Idee, dass Europa derzeit einen Krisenmechanismus institutionalisiert um handlungsfähig zu bleiben stimmt, kann als Paradigma jedoch ausgebaut werden. Zumindest ist die Beobachtung von Europa in einer Krise nur insoweit als Ausgangspunkt für Diagnosen verwendbar, wie man dem realen, krisenbeladenen Europa kein herbeigeträumtes, ideales Europa gegenüberstellt. Es ist eine kaum merkliche aber fundamentale Unterscheidung Europa nicht als Garant für Frieden, sondern als Abwehrmechanismus gegen Krieg und Gewalt zu sehen. Wenn man Letzteres als Paradigma verwendet, wird sichtbar, dass es Europa per Definition mit einem Ausgangsproblem zu tun hat, dass sich nicht grundsätzlich, sondern nur immer wieder neu lösen lässt: das Abwenden von Gewalt auf der Straße.</p>
<p>Diese soziologische Idee, empirische Phänomene nicht nur als historisch und menschengewollt zu verstehen, sondern (zusätzlich) auf ein Problem zurückzuführen, finde ich, bezogen auf ihre Attraktivität, überraschend wenig in andere sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze übernommen. Das ist schade. Aber auf kleinen Webseiten wie dieser lässt sich mit wenig Mühe etwas dagegen tun. Für das Folgende werde ich das Prinzip der Problematisierung etwas überstrapazieren. Es geht um ein empirisches Phänomen, aus dessen Beobachtung die historischen und personen-, biografiegetriebenen Aspekte mit Absicht etwas herausgerechnet werden.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>In der F.A.Z. war die Woche ein <a href="http://www.faz.net/-01w4fb">Interview mit Jens Weidmann</a>, dem neuen Bundesbankpräsidenten. Es ging um die üblichen aktuellen Fragen, doch anstatt die Interviewsituation zu nutzen, inhaltlich Politik zu machen, verwies er immer wieder auf laufende Prozesse der Krisendiagnose und –intervention und in einem Ausschnitt sprach er von der Troika aus EU, IWF und (Europäische) Zentralbank und ihre gemeinsame Anstrengung, die Situation mit Griechenland zu bewältigen.</p>
<p>In der Auseinandersetzung mit politischen Problemen und ihren Institutionen begegnet einem dieses Troika-Modell immer wieder. Beispielsweise ganz allgemein in der Dreigliedrigkeit der Gewaltenteilung, in vielen Ländern im Zusammenspiel von Parlamenten und Regierungen (Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung; Senat, Repräsentantenhaus, Präsiden; Oberhaus, Unterhaus, Regierung) und auch die EU, die sich ohne konkretes Vorbild mit Institutionen ausgestattet hat, bildet sie in der Unterscheidung von EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission ab.</p>
<p>Wieso immer drei? Man könnte natürlich sagen, es handele sich schlicht um eine sehr elegante Lösung des Souveränitätsparadoxes. Es darf keinen einsamen Herrscher geben. An seine Stelle treten gleichrangige aber unterscheidbare Personen/Institutionen, die sich auf Entscheidungen einigen, indem sie „Willkür“ durch Verfahren ersetzen. Dieses einfache Prinzip gelänge jedoch schon unter zweien oder unter vieren und mehreren. Wieso etabliert sich so oft eine Troika?</p>
<p>Es gibt darauf soziologische Antworten, die viele Ebenen tiefer interaktionssoziologisch erarbeitet wurden aber in gewissem Rahmen übertragbar sind. Man kennt, aus eigener Erfahrung, den Unterschied von Gesprächen zu zweit und zu mehreren. Zu zweit vermengen sich Sozial- und Sachdimension. Konfliktpotenziale werden gesteigert. Konflikte generalisiert. Man ist stets entweder Autor oder Adressat und findet keine Rückzugsmöglichkeiten. Man muss mit riskantem Taktverhalten und aufwendiger Aufmerksamkeit dienen, um die Situation zu meistern. Ein Gespräch unter zweien erhält beinah von selbst den Charakter von <em>Intimität</em>. (Es handelt sich um eine soziologische Beobachtung. Auch wenn sich die Zwei nicht auf emotionaler Ebene „intim“ begegnen, sind sie doch auf besondere Weise einander ausgeliefert und aufeinander angewiesen – interessanterweise gerade, wenn sie sich relativ unbekannt sind.)</p>
<p>Unter Dreien ist vieles anders. Ein Gespräch kennt auch unter mehreren nur ein Thema. Die Zurechnung von Autoren bleibt erhalten, aber schon die Adressatenfrage kann offenbleiben. Es antwortet entweder der eine oder der andere. Für den Fall, dass konkret adressiert wird, erhält der Dritte eine Publikumsrolle und damit angenehmen Rückzug, in der Präsenz. Ein Gespräch unter dreien ist/sind ein bisschen 3 Gespräche unter zweien, die sich in rasanter Folge und kaum steuerbar immer wieder gegenseitig ablösen und dabei entlasten <em>und</em> irritieren. Das kann als sehr angenehm empfunden werden, sofern das Thema genug Beiträge provoziert und keine Organisation grob strukturierend eingreift. Es handelt sich dann um <em>Geselligkeit</em>.</p>
<p>Die Geselligkeit, mit Publikum und Rückzugsmöglichkeiten, erlaubt mutigere Selbstdarstellungen, mehr Spielerei, mehr Variation, die auch mal kurz, ohne weitere Folgen, scheitern darf. Wenn Kreativität und Inspiration gefragt sind, ist die Geselligkeit geeigneter als die Intimität. Soweit die Interaktionssoziologie.</p>
<p>Sind diese Merkmale übertragbar auf Institutionen die Weltpolitik betreiben? Ich denke, ja, sogar in einem erstaunlich großen Maße. Auch Institutionen kennen den Gesichtsverlust, benötigen Rückzugsmöglichkeiten, ohne dass die Kommunikation dadurch stoppt, und müssen Themen und Beiträge „in den Raum werfen“ können, ohne Adressierungszwang. Dies und Weiteres gelingt nur, wenn Kommunikation aus der Oszillation befreit wird und mindestens drei potenzielle Adressaten/Autoren für Zirkulation sorgen. Erst dann wird es möglich, Themen und Beiträge risikoarm auf Resonanzfähigkeit hin zu testen.</p>
<p>Man kann das an der Troika zum Griechenlandthema beobachten. Es sind viele Ideen („Reprofilierung“, „sanfte Umschuldung“, „Umschuldung“, „Liquidierung von weiterem ‚Staatsbesitz‘“, „Schuldenerlass/Haircut/Gläubigerbeteiligung“, usw.) im Umlauf. Sie werden in den Raum geworfen und es wird gewartet was passiert. Die Argumente der EU (der reichen, großen EU-Mitgliedsstaaten) orientieren sich an ihrer politischen Rationalität. Die Argumente des IWF orientieren sich an wirtschaftlicher Rationalität. Und die Argumente der EZB sind vergleichsweise streng wissenschaftlich. Ihr geht es nur in zweiter Linie um erfolgreiche Zahlungen oder politische Harmonisierung, sie ist viel grundsätzlicher an Stabilität und Erwartungssicherheit interessiert und ignoriert den großen Haufen Schrottstudien aus fremden Häusern.</p>
<p>Wenn man, wie oben gesagt, von historischen und personellen Angelegenheiten absieht, kann man sehen, wie diese Troika politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Angelegenheiten, die sich im Problem aufzeigen, Schritt für Schritt und immer wieder mit Überraschungsmomenten sich selbst gegenüber allmählich in eine Problemlösung fortentwickelt. Jeder bekommt Aufmerksamkeit und Gestaltungsspielraum. Es stehen sich Zahlungsfähigkeit (IWF), Glaubwürdigkeit (Politik) und Stabilität (Zentralbank) gegenüber und alle sind gespannt, was dabei herauskommt.</p>
<p>Ob so eine Analyse stimmt und was sie bringt? Hm. Man könnte vielleicht sehen, wie trotz großer, riesiger, krisenhafter inhaltlicher Probleme die Problemlösungsstrategie eigentlich gut funktioniert (und dass man lange überlegen müsste, wollte man Verbesserungen formulieren). Dies gilt jedenfalls so lange, bis die Gewalt auf die Straße zurückkehrt – was derzeit bereits der Fall ist. In Griechenland schon eine Weile und seit heute auch in Spanien. Vielleicht ist die Troika zuungunsten politischer Glaubwürdigkeit schon aus ihrer Balance geraten&#8230; (Man könnte dann aus dem Konzept ablesen, wie sich die Balance wieder herstellen ließe: Freiwillige Gläubigerbeteiligung / Haircut &#8211; nachdem dies die Politik fordern würde. Politische Glaubwürdigkeit auf kosten wirtschaftlicher Zahlungsfähigkeit. O. ä.)</p>
<p><em>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/ektogamat/2687444500/">Anderson Mancini</a>)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2011/05/27/wenn-sich-drei-streiten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Expertenkommissionen im atompolitischen Wahlkampf</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2011/03/28/expertenkommissionen-im-atompolitischen-wahlkampf-%e2%80%93-eine-sichere-%e2%80%9eregierungstechnik%e2%80%9c-und-ein-kontrollierbares-%e2%80%9erest-risiko%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2011/03/28/expertenkommissionen-im-atompolitischen-wahlkampf-%e2%80%93-eine-sichere-%e2%80%9eregierungstechnik%e2%80%9c-und-ein-kontrollierbares-%e2%80%9erest-risiko%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 14:51:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rena Schwarting</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Expertenkommission]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Rest-Risiko]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1420</guid>
		<description><![CDATA[Sichere „Regierungstechnik“ oder unkontrollierbares „Rest-Risiko“? Im politischen Kräftemessen wird so manches gesellschaftliche Problem in den verstrahltesten Semantikmüll verpackt – und vielleicht wird auch der Begriff des Rest-Risikos am Ende der medialen Verwertungskette bei einem letzten Recycling in ein Unwort des Jahres gekleidet. Ausgangspunkt für diese bunte Wortschöpfung war diesmal nicht die globale Finanzkrise, sondern die unfassbare [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sichere „Regierungstechnik“ oder unkontrollierbares „Rest-Risiko“?</strong></p>
<p><img class="size-medium wp-image-1449 alignnone" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2011/03/delors_commission_large3-550x289.jpg" alt="" width="550" height="289" /></p>
<p>Im politischen Kräftemessen wird so manches gesellschaftliche Problem in den verstrahltesten <a href="../2011/03/18/semantikmull-rest-risiko/">Semantikmüll</a> verpackt – und vielleicht wird auch der Begriff des <em>Rest-Risikos</em> am Ende der medialen Verwertungskette bei einem letzten Recycling in ein Unwort des Jahres gekleidet. Ausgangspunkt für diese bunte Wortschöpfung war diesmal nicht die globale Finanzkrise, sondern die unfassbare Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan. So pervers der beobachtete Zusammenhang auch ist, er war politisch folgenreich: Die mediale Berichterstattung über die Lage in Fukujima hat in Deutschland das Thema Atompolitik erneut <em>resonanzfähig</em> gemacht.</p>
<p><span id="more-1420"></span>Mit dem Begriff Resonanzfähigkeit beschreibt Niklas Luhmann in seinem vor 25 Jahren erschienenen Werk <em>Ökologische Kommunikation</em> das Verhältnis von System und Umwelt. Dieses Verhältnis fasst er jedoch weniger als <em>natürliche</em>, sondern als <em>soziale</em> Grenzziehung, die sich kommunikativ und nicht räumlich durchzieht. Dass Systeme auf ihre Umwelt reagieren ist nach Luhmann nicht selbstverständlich, sondern höchst unwahrscheinlich. Denn sozio-kulturelle Evolution beruht gerade darauf, dass die Gesellschaft nicht auf jede (gefährliche) Änderung ihrer Umwelt reagiert, sich jedoch selektiv abgrenzt. Angesichts der Tatsache, dass sich die moderne Gesellschaft durch technischen Fortschritt permanent selbst gefährdet, behandelt das besagte Werk die Frage, ob und unter welchen Bedingungen sich die moderne Gesellschaft überhaupt auf <em>ökologische Gefährdungen</em> einstellen kann?</p>
<p>Die These dieses Beitrags ist, dass die Berufung zweier Expertenkommissionen zur <em>Sicherheit der Atomkraft in Deutschland</em> Ausdruck für die skizzierte gesellschaftliche Resonanzfähigkeit der Politik auf ökologische Gefährdungen ist. Dabei wird zu klären sein, inwiefern der Einsatz von Expertenkommissionen politisch funktional ist.</p>
<p><strong>Zur politischen Funktion</strong></p>
<p>Ziel der Einrichtung zweier Expertenkommissionen ist laut Webauftritt der Bundeskanzlerin die <em>Beratung über die Zukunft der Kernenergie</em>: Um einen <a title="Ethikkommission" href="http://http://www.bundeskanzlerin.de/nn_679950/Content/DE/Artikel/2011/03/2011-03-22-schneller-ins-zeitalter-der-erneuerbaren-energien.html">gesellschaftlichen Konsens zu erzielen, ist eine weitergehende Betrachtungsweise des Umgangs mit Risiken erforderlich</a>. Die Bundesregierung setzt deshalb neben der Reaktorsicherheitskommission, die sich technischen Fragen widmen soll, eine Ethikkommission ein.</p>
<p>In ihrer Programmatik unterscheiden sich Expertenkommissionen von dauerhaft eingerichteten Beiratsgremien (der Ministerialverwaltung) durch ihren spezifischen Zeit- und Themenfokus. Mit der Berufung nicht einer, sondern gleich zweier Kommissionen, bedient sich die Kanzlerin einer scheinbar probaten Regierungstechnik, die wiederum gleich zwei politisch wichtige Machtfaktoren vereint: Sie erzeugt zum einen mediale Aufmerksamkeit und suggeriert zum anderen politische Handlungs- und Reformfähigkeit in einer überforderten Situation. Die mediale Aufmerksamkeit ist insbesondere durch die Bedienung der Nachrichtenfaktoren <em>Personalisierung</em> und <em>Negativität</em> garantiert. Auf letzteren bezieht sich der Ausgangspunkt ihrer Berufung: die Erdbeben- und Atomkraftkatastrophe in Japan. Einen weiteren Nachrichtenwert erhalten Expertenkommissionen durch ihre Besetzung mit öffentlichen Persönlichkeiten (aus Recht, Religion, Wirtschaft und Wissenschaft). Einen prominenten Vorsitz erhielt dabei die Ethikkommission mit dem früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer.</p>
<p>Folgt man nun den oben zitierten Worten der Kanzlerin, so stellt sich die Frage, inwiefern Expertenkommissionen zu einem gesellschaftlichen Konsens beitragen können? Das Testen und Verdichten von Konsenschancen dient nach der soziologischen Systemtheorie (Luhmann 2002) der Herstellung kollektiv bindenden Entscheidens. Mit ihrer Zielsetzung hat Frau Merkel die Funktion des politischen Systems angesprochen, das zwischen der Entscheidungsvorbereitung und -durchsetzung unterscheidet. Nach der Theorie liegt hier eine interne Differenzierung in Peripherie (politische Partei- und Interessenorganisationen) und Zentrum (Parlament, Regierung, Ministerialbürokratie) vor: Während der Staat als Zentralorganisation kollektiv bindende Entscheidungen setzt, tastet die Peripherie Themen auf ihre politischen Entscheidungsmöglichkeiten ab. Nicht Zentrum zu sein entlastet die Peripherie von der Verantwortung einer kollektiv bindenden Durchsetzung, ohne dass sich die hier tätigen Organisationen jedoch ganz von Handlungs- und Erfolgsdruck freimachen könnten. So kann die Opposition bei jeglicher Kritik an der Regierung nicht in beliebige Jackentaschen greifen, sondern ist gefordert, zumindest politisch realisierbare Alternativen herauszukramen.</p>
<p>Aber inwiefern können nun Expertenkommissionen zur Vorbereitung oder Durchsetzung von politischem Konsens beitragen? Die zweite These dieses Beitrages lautet, dass ihre Funktion weniger eine sachliche Dimension enthält als vielmehr eine zeitliche. Denn, so das Argument, Expertenkommissionen unterliegen dem Dilemma politisch unlösbarer Entscheidungen. Dieses Dilemma lässt sich mit der Differenz von Politik und Wissenschaft bzw. Wissen und Entscheiden wie folgt beschreiben:</p>
<p><strong>Zur Differenz von Politik und Wissenschaft</strong></p>
<p>In einer modernen, funktional differenzierten Gesellschaft mit unterschiedlichen und zugleich unersetzbaren Teilsystemen streben neben Politik und Wissenschaft auch Wirtschaft, Recht und Religion nach der „besten“ Lösung gesellschaftlicher Probleme. Da diese Teilsysteme bei der Beobachtung und Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme jedoch nur nach Maßgabe ihrer eigenen Logik und Dynamik reagieren können, ist nicht nur ihre Resonanz-, sondern auch ihre Durchgriffsfähigkeit begrenzt. Die Politik kann beispielsweise nicht alle gesellschaftlichen Bereiche regulieren, da sie einerseits intern an Mehrheiten und an die Realisierung beschlossener Programme und Gesetze durch die Verwaltung gebunden ist und andererseits in der Gesellschaft nur ein Teilsystem unter anderen bildet.</p>
<p><strong>Zur Differenz von Wissen und Entscheiden</strong></p>
<p>Für politisch beauftragte Expertenkommissionen ergibt sich aus dieser Differenz das Dilemma, dass sie einerseits die in der Wissenschaft noch bestehenden Unsicherheiten abschwächen müssen und andererseits vermeiden müssen, dass politische Fragen als Wissensfragen bereits vorentschieden werden. Expertenkommissionen sind damit Ausdruck der Differenz von Wissen und Entscheiden (Hiller 2009 am Beispiel des <a href="http://www.ipcc.ch/">IPCC</a>). Das bringt sie mit anderen Worten in die Situation, dass sie weder wissen noch entscheiden können: Sie beraten über Wissen, das durch Entscheidungen nur vertagt werden kann, aber das nicht universal entscheidbar ist, weil selbst in der Wissenschaft unterschiedliche Disziplinen um die Deutungshoheit ringen. Zugleich kann durch den Unterschied zwischen Expertenzeit und politischer Zeit (insbesondere das Denken in Wahlperioden) Nichtwissen vermehrt und dadurch politisches Entscheiden zusätzlich erschwert werden. Diesem Dilemma sitzen Kommissionen auf und sie können deshalb ebenso wenig zur sicheren Bewertung von Hochtechnologien in der Atomkraft beitragen wie andere Gremien. Die <em>Differenz von Entscheiden und Wissen </em>verdeutlicht vor diesem Hintergrund die hohe Politisierung und Konflikthaftigkeit bei Abstimmungen über die zukünftige Rolle der Atomkraft in der Energieversorgung.</p>
<p>Die Politik kann sich nicht langfristig wissenschaftlichen Erkenntnissen entziehen, und das Wissen der wissenschaftlichen Politikberatung muss dem politischen Konsenstest bestehen, wenn es die Brauchbarkeit seiner Anwendung in der Politik (und schließlich auch Wirtschaft) genügen will. Mit der Einführung von „Stresstests“ und Prüfungskriterien für Atomkraftwerke werden beispielsweise die  wirtschaftlichen Verwendungsbedingungen wissenschaftlichen Wissens durch die Politik bestimmt.</p>
<p><strong>Politische Legitimation in Gefahr?</strong></p>
<p>Stellt das Wissen von Expertenkommissionen nun trotz der genannten Differenz einen Angriff auf die Autorität der Politik dar – diesmal nicht seitens der Atomindustrie, sondern seitens der Wissenschaft? Das Legitimationsproblem ist damit aufgezeigt, aber (zumindest soziologisch) noch nicht erwiesen, dass wissenschaftliche Forschung oder kollektiv bindendes Entscheiden der Politik in seiner Funktionsweise strukturell verändert wird. Denn: Unabhängig von den Kontakten zwischen Politik und Wissenschaft lässt sich bei der Einberufung von Expertenkommissionen noch nicht erkennen, dass die Regeln, nach denen die wissenschaftliche Hypothesen überprüft werden, von der Politik bestimmt sind, oder dass das Durchbringen politischer Gesetze in der Wissenschaft zugleich Reputationsgewinne verspricht. Die Beratung durch Expertenkommissionen transportiert in diesem Sinne noch keine Autorität – mit der Konsequenz, dass Experten wissenschaftlich als unseriös erscheinen und wissenschaftliche Einschätzungen politisieren. Wissenschaftlich begründete Entscheidungen sind dadurch schwerer von politisch begründeten Entscheidungen und dementsprechend wissenschaftliche Beratung von politischer Beratung zu unterscheiden.</p>
<p>Angesichts der aufgezeigten Entscheidungs- und Wissensdilemmata von Expertenkommissionen scheint der politische Gewinn weniger in der sachlichen Vorbereitung oder Durchsetzung politischer Konsenschancen  zu liegen, sondern vielmehr in dem Versuch, noch vor den Landtagswahlen Bedenkzeit zu gewinnen, insbesondere dafür, wie nach dem Auslaufen des Atommoratoriums zu entscheiden ist.</p>
<p>Expertenkommissionen zu themenspezifischen policies wie die Rürup-, Süssmuth-, Hartz- oder Herzogkommission sind Opposition und Wähler noch unter Altkanzler Gerhard Schröder in Erinnerung und der vermeintliche Schachtzug wurde sogleich entlarvt und wurden beispielsweise von Jürgen Trittin mit dem saloppen Gleichklang referiert: <em>Und wenn Du nicht mehr weiter weißt, dann bilde einen Arbeitskreis</em>. Die Rechnung für die politische Wartung wurde sodann gestern mit den Abstimmungsergebnissen der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz überreicht. Die Botschaft war klar und deutlich: Das Thema Atomkraft ist resonanzfähig. Die Ankündigung der Einberufung von zwei Expertenkommissionen hat das politische <em>Restrisiko</em> des im September 2010 von der schwarz-gelben Regierung beschlossenen Energiekonzepts nicht kontrollieren können. Das Vertrauen in diese vermeintlich sichere <em>Regierungstechnik</em> hat nicht verhindert, dass Atompolitik (landes-)wahlentscheidend ist und dabei auf grünen Resonanzboden fällt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zur weiteren Lektüre</strong></p>
<p>Hiller, Petra 2009: Grenzorganisationen und funktionale Differenzierung. In: Organisationen der Forschung, herausgegeben von Jost Halfmann und Falk Schützenmeister. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 146-170.</p>
<p>Luhmann, Niklas 2002: Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.</p>
<p>Luhmann, Niklas 2004: Ökologische Kommunikation : kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen? 4. Aufl. Wiesbaden: VS  Verlag für Sozialwissenschaften.</p>
<p><em>(Bild: European Commission Audiovisual Library)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2011/03/28/expertenkommissionen-im-atompolitischen-wahlkampf-%e2%80%93-eine-sichere-%e2%80%9eregierungstechnik%e2%80%9c-und-ein-kontrollierbares-%e2%80%9erest-risiko%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Personelle Expertise in den Massenmedien</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2011/03/21/personelle-expertise-in-den-massenmedien/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2011/03/21/personelle-expertise-in-den-massenmedien/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 16:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe_Stefan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1369</guid>
		<description><![CDATA[Mit der Libyen- und Fukushima-Berichterstattung sind in den letzten Tagen und Wochen zwei massenmediale Arbeitsprinzipien in den Vordergrund getreten, die zwar nicht wirklich neu sind, in ihrer Intensität aber dennoch überraschen: (1) der „high frequency“ Journalismus per Liveticker und (2) der totale Verlass auf das externe Expertentum. Interessanterweise finden sich in keinem der (mir bekannten) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1380" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2011/03/Unbenannt-19.jpg" alt="" width="550" height="200" /></p>
<p>Mit der Libyen- und Fukushima-Berichterstattung sind in den letzten Tagen und Wochen zwei massenmediale Arbeitsprinzipien in den Vordergrund getreten, die zwar nicht wirklich neu sind, in ihrer Intensität aber dennoch überraschen: (1) der „high frequency“ Journalismus per Liveticker und (2) der totale Verlass auf das externe Expertentum. Interessanterweise finden sich in keinem der (mir bekannten) Journalismus-Praxisbücher dazu hinreichende Darstellungen, selbst dann nicht, wenn sie als Standardwerk gelten und in der <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3430200458/ref=pd_lpo_k2_dp_sr_1?pf_rd_p=471061493&amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe&amp;pf_rd_t=201&amp;pf_rd_i=3430176816&amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_r=0FP4TXYP11A7TRZKSAZB">18. aktualisierten und erweiterten Auflage</a> vorliegen. Zwar gibt es zu beiden Phänomenen grundlegende Darstellungen, schließlich ist es Selbstverständnis der massenmedialen Akteure und Institutionen sowohl <em>aktuell</em> als auch <em>wahrheitsgetreu</em> zu informieren, dennoch blieben einige weiterführende, durchaus praktische Fragen ungeklärt.</p>
<p><span id="more-1369"></span>Der „Liveticker-Journalismus“ scheint dabei eine Sache zu sein, die der praktische (Online-) Journalismus zurzeit ohne weitere Reflexion einfach vollzieht, weil es geht – bzw. weil sich Redaktionen durch die Beobachtung der anderen Arbeiten auch getrieben fühlen. (Selbst einfache Privatmann-Blogs, die weder Ticker- noch Korrespondentenzugang zur Welt haben, <a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/03/13/fukushima-ticker/">berichten per Liveticker</a> von ihren sachlichen Japanbeobachtungen.) Vor anderthalb Jahren war es hier schon einmal Thema, dass sich die Massenmedien im Wandel befinden und <a href="http://sozialtheoristen.de/2009/10/22/relevanz-als-symbolisch-generalisiertes-kommunikationsmedium/">neben dem Informationscode einen Relevanzcode</a> bedeutender wird. Meiner Ansicht nach zeichnet sich das weiterhin ab, was bedeuten würde, dass der Liveticker-Journalismus zwar eine technische Folgerichtigkeit zeigt, letztlich aber die journalistischen Tugenden der Kontextualisierung und Bewertung gefragter werden und Aktualität eher wie ein Naturgesetz vorausgesetzt wird und immer mehr auch (unabhängig der eigenen redaktionellen Arbeit) vorausgesetzt werden kann. (Die anderen Dinge bleiben davon erstmal unberührt.)</p>
<p>Kontextualisierung und Bewertung sind dabei die Stichworte zu einem interessanten Phänomen, dass beim Fukushima-Thema ganz neue massenmediale Radikalität erfuhr: die personifizierte Expertise. In keinem Praxisbuch waren zufriedenstellende Ausführungen dazu. Daher an dieser Stelle drei schriftlich mitgedachte Anmerkungen, die insbesondere von der erneuten Lektüre von „<a href="http://www.zeit.de/1996/48/luhmann.txt.19961122.xml">Realität der Massenmedien</a>“ inspiriert sind. Die dazugehörigen Fragen: Wenn das gesamte, auch tagesaktuelle, wissenschaftliche Wissen zur Atomkraft als Text vorliegt, wozu braucht man dann personifizierte Expertise? Wie viele Realitätsebenen sind im Spiel, wenn ein <em>Zuschauer</em> zusieht, wie ein <em>Journalist</em> fragt und ein <em>Experte</em> erklärt? Mit welchen Problemen haben die Massenmedien zu tun, wenn sie ein brisantes Thema aber keinen (journalistischen) Themenzugang haben?</p>
<p>1. Die grundlegende Frage zur Personalisierung lässt sich relativ schnell beantworten. Massenmedien brauchen Personen, weil soziale Strukturen und historische Prozesse auf eine kommunikable Ebene transformiert werden müssen, die sich (etappendramaturgisch) isolieren und emotional nachvollziehen lässt. Am einfachsten gelingt das per „Liveschalte vor Ort“ zu einer journalistischen Person, die als beobachtende Person hauptsächlich über involvierte Personen berichtet. Die persönlichen Berichte über Personen sind dabei so wichtig, dass selbst die Unklarheit darüber, wer einen journalistischen Text über eine Person verfasst hat, nachträglich geklärt werden sollte. (Die F.A.S. hat diese Woche beispielsweise nachgetragen, dass der Bericht über „Charlie Sheen“ letzte Woche von „Nina Rehfeld“ stammt. Personifizierung betrifft also nicht nur den Inhalt, sondern auch die Autorität eines Textes. Dies gilt ja nicht nur in den Massenmedien, sondern auch überall sonst.)</p>
<p>Personalisierungen ermöglichen dabei, neben der Adressierung einer Person und der Markierung eines Augenblicks (Handlung), Prognosen. Sie legen die Zukunft nicht fest, doch sie schränken den Möglichkeitskorridor ein. Gerade das Fernsehen, das Personen offensichtlich ganzheitlich darstellt, sie per Aussehen und Verhaltensgewohnheiten erkennbar und wiedererkennbar macht, ist imstande Hoffnungen und Zuversichten („Magath zurück beim Vfl“) oder Sorge und Befürchtungen („Gaddafi noch nicht besiegt“) hervorzurufen. Diese journalistischen Feststellungen sind hochgradig artifiziell und können nichts über die zukünftigen Ereignisse aussagen, doch sie bieten Raum für Orientierung und sind das Fundament für „ein Gefühl“, dass man bekommen kann. (Journalistische „Stimmungsmache“ ist also ein Befund, der oft als Tatsache festgestellt werden kann, der dann aber doch nur selten auch als Vorwurf akzeptabel ist.)</p>
<p>Wozu also personifizierte Expertise? Gerade bei einer Atomkatastrophe wie der in Fukushima, bei der ganze Bevölkerungsteile einer technischen Maschine ausgeliefert sind, stellt der Experte zum einen die Personalität als auch die Prognosemöglichkeiten dar. Eine rein sachliche Berichterstattung über die aus dem Ruder gelaufene Maschine wäre diesbezüglich gerade kontraproduktiv, sie gäben weder Halt noch Hoffnung – bei gleicher Sachlage.</p>
<p>2. Experten sind zudem (auf dem ersten Blick) weniger angreifbar als Journalisten. Journalisten sind Professionelle des Berichterstattens. In Fukushima ist allerdings eine Maschine kaputt gegangen, für deren Verstehen es mehr bedarf als die reine Beobachtung des Sichtbaren. Es ist notwendig in die Maschine reinzuschauen, ohne dass dafür journalistische Methoden zur Verfügung stehen: Die Beobachtung kann nicht am konkreten Fall operieren, sondern muss sich auf Erfahrung, Kontext und wissenschaftliches Wissen zurückziehen. Dafür braucht es (wissenschaftliche) Spezialisten, die den Mangel an Nähe und Genauigkeit durch wissenschaftliche Reputation ausgleichen, um massenmediale Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Dadurch wird jedoch alles sehr kompliziert. Zum einen, weil der Journalist sich selbst einer Berichterstattung ausliefert, die er inhaltlich nicht journalistisch kontrollieren kann und zum anderen, weil die wissenschaftliche Realität, die dabei ins Spiel kommt, nicht aus einer linearen, eindeutigen Realität besteht, sondern vor allem aus wissenschaftlich-disziplinärer Diskussion und einem stetigen, expliziten Versuch gerade Unwissen in diese Diskussion hereinzuholen. Studierte Menschen können damit eigentlich umgehen, doch es ist immer gut, eine „<a href="http://www.faz.net/s/Rub469C43057F8C437CACC2DE9ED41B7950/Doc~E689A2DDD4E1C483580CB2154C253ED6C~ATpl~Ecommon~SMed.html">Experten-Checkliste</a>“ zu haben. ;-)</p>
<p>3. Der interessanteste Aspekt ist aber, denke ich, folgender. Wenn den Massenmedien durch eine 20-km-Sperrgrenze ein Zugang fehlt, gleichzeitig aber die Brisanz des Themas so gewaltig ist, dass unbedingt berichtet werden muss, erzeugen sie sich eine eigene Realität. Statt über die wirkliche Wirklichkeit zu berichten, wird dann über die beobachtbare Wirklichkeit berichtet, die mittels Beobachtung von Beobachtern, den Experten, hergestellt wird. Damit betrügt der Journalismus weder sich selbst, noch sein Publikum (soziologisch radikal kann er schließlich gar nicht anders), dennoch ist es ihm kaum möglich, diesen Sachverhalt der selbst erzeugten Dramaturgie, der eigenen Linearität und der hergestellten Wirklichkeit zu thematisieren. Zwar gibt es Reflexionsversuche, beispielsweise dieser wundervolle, humorige Text über <a href="http://www.faz.net/p/RubE861DB310D634B56996502869E5E1DBE/Dx2~E456272948fb435492e5e453a1c456e87~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Ranga Yogeschwar</a>, den „Bastelonkel“, der als Begleitung des <em>Unglücks in der Realität</em> zum „<em>Glücksfall des deutschen Fernsehens</em> wurde“ – doch solche Texte sind eine Ausnahme. (Nur im <a href="http://www.bildblog.de/">Bildblog</a> wird, so sehe ich es, regelmäßig diese Art der Realität(sbildung) der Massenmedien auf verschiedenen Ebenen kontrolliert beobachtet. Immer dann, wenn aufgezeigt werden kann, wie eine (falsche) Berichterstattung selbst zum Nachrichtenfaktor wird, sind, bei der Nachbetrachtung, Lacher gewiss.)</p>
<p>Der Logik der Praxisbuchindustrie folgend, gehe ich davon aus, dass bereits viele an ihrem Liveticker-Journalismus-Handbuch schreiben und sich damit auf der Höhe der Zeit fühlen, schließlich predigt <a href="http://www.buzzmachine.com/">Jeff Jarvis</a> (trotz Klugheit) schon seit Jahren, dass am besten alles in einen Tweet passen soll. Eine interessante Aufgabe könnte aber auch darin bestehen, die „Realität der Massenmedien“ zu aktualisieren.</p>
<p><em>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/kevharb/4361541526/in/photostream/">Kevin Harber</a>)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2011/03/21/personelle-expertise-in-den-massenmedien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Soziale Ausglegungsfälle</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2011/03/14/soziale-ausglegungsfalle/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2011/03/14/soziale-ausglegungsfalle/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 16:37:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe_Stefan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1309</guid>
		<description><![CDATA[Im letzten Artikel ging es um die auf jede größere regionale Naturkatastrophe mittlerweile folgende globale Kulturkatastrophe. Der Zwang, eine Atomkatastrophe wie die in Japan mitzuerleben, führt dazu, das der bestehende Semantikapparat, der für Diskussionen seit Jahren und Jahrzehnten genutzt wird, ein geändertes strukturelles Fundament bekommt. Aus manchen Befürchtungen wurden Gewissheiten aus vielen Vermutungen wurden harte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1312" title="Unbenannt-1" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2011/03/Unbenannt-15.jpg" alt="" width="550" height="309" /></p>
<p>Im letzten Artikel ging es um die auf jede größere regionale Naturkatastrophe mittlerweile folgende globale Kulturkatastrophe. Der Zwang, eine Atomkatastrophe wie die in Japan mitzuerleben, führt dazu, das der bestehende <em>Semantik</em>apparat, der für Diskussionen seit Jahren und Jahrzehnten genutzt wird, ein geändertes <em>strukturelles</em> Fundament bekommt. Aus manchen Befürchtungen wurden Gewissheiten aus vielen Vermutungen wurden harte Fakten.</p>
<p>Im momentanen Ablauf der Krise erhärtet sich dabei langsam aber sicher eine Erkenntnis, die eventuell höherer Aufmerksamkeit bedarf, wenn das momentan zu lösende Problem hinreichend abgekühlt ist. Man sieht schon, der aktuelle Fall dient nur als Metapher.</p>
<p>Die Idee, dass Industrieanlagen auf irregulären Ablauf hin ausgelegt werden müssen und dass eine Grenzziehung zwischen <em>Denkbar und Planbar</em> (GAU) und <em>Denkbar aber Unplanbar</em> (Super-Gau) zu ziehen ist – ein „Rest“-Risiko also gesehen aber nicht mit kalkuliert wird &#8211; ist ein Zugeständnis an die Wirklichkeit, das nicht nur naturwissenschaftlich-technische, sondern auch soziale Riesenmaschinen betrifft.</p>
<p><span id="more-1309"></span>Wenn rückblickend die Bücher zum Ablauf der Atomkatastrophe geschrieben werden, wird man sehen, dass die Werksmannschaft vor Ort, die Kraftwerksbetreiber und die japanische Regierung neben dem Druck im Reaktor einen immensen, unplanbaren Druck von der Weltgesellschaft erfuhr. Gerade Japan, das durch lächelnde Zurückhaltung, entschuldigende Gesten und unbedingte Disziplin auffällt, steht zurzeit (zumindest in Europa) derart im Aufmerksamkeitslichtkegel, dass man hofft, es wird überhaupt mehr getan als Theater gespielt.</p>
<p>Die Frage zur Lage und zur Kritik ist: Wenn ein halbes Dutzend Reaktoren eine technische Intensivbehandlung benötigen, wäre es dann nicht unverantwortlich, das wenige Fachpersonal, dass es für einen solchen Fall nur gibt, teilweise von der Arbeit abzuziehen, um Fragen der Weltpresse zu beantworten? Wie steht es eigentlich um das Problem, dass die Werksmannschaft, die das Kraftwerk (aus der Praxis und somit sicherlich) am besten kennt, auch privat eine Naturkatastrophe erlebte.</p>
<p>Ein paar Feststellungen: 1. Die Welt verfügt über eine „<a href="http://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CB8QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.iaea.org%2F&amp;rct=j&amp;q=internationale%20atomenergiebeh%C3%B6rde&amp;ei=1DZ-Td1KiteyBqmRyeYH&amp;usg=AFQjCNH0EGyg7M5rUZ6EkKs9hD44TIpQnw&amp;cad=rja">Internationale Atomenergiebehörde</a>“. Diese Organisation, die für die Aufsicht aller militärischen und zivilen Atomprojekte Personal, Wissen und Strukturen hat, darf jedoch ohne eigene staatliche Anfrage oder UN-Beschluss für ein anderes Land <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1123807">nicht tätig</a> werden. 2. Die Japaner berichten anscheinend nicht regelmäßig, sondern nur auf sachlichen Anlass und anscheinend auch immer zu spät. 3. Die Kraftwerksbetreiber halten anscheinend das Heft des Handelns in der Hand. 4. Neben dem Mangel an Sachwissen gibt es keine Aussagen zu momentanen Zielsetzungen und Aussichten des Handelns vor Ort.</p>
<p>Es lässt sich festhalten: Die globalen, nationalen und organisationalen sozialen Strukturen, die derzeit konkret mit der Katastrophe betraut sind, sind für ihre jetzigen Aufgaben nicht ausgelegt. Nicht nur das AKW wird im Planungsblindflug betreut, sondern die ganze Gesellschaft stolpert derzeit von einer Überraschung in die nächste, orientiert sich an Vermutungen, ungleichen aber ähnlichen Erfahrungsberichten und Hoffnungen. (Neben all dem noch das politische Geschwätz.)</p>
<p>Es wird also auch, hoffentlich, in der Hinsicht gelernt, dass die bestehenden sozialen Strukturen für „neuartige Katastrophen“ ausgelegt werden. Beispielsweise indem die Internationale Atomenergiebehörde in jedem Land tätig werden darf, dass entweder zivil oder militärisch Atomkraft nutzt oder vorhält und ein Erdbeben Stärke &gt;5 erlebt. Oder indem ein Land externe Hilfe explizit absagen muss, anstatt stolz und steif keine Anfragen senden zu müssen, um sein hilflos lächelndes Gesicht zu wahren.</p>
<p>Über die organisationale Ebene kann man derzeit noch kaum etwas sagen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass eines der ganz großen Probleme derzeit, neben all den technischen Herausforderungen, darin besteht, dass qualifiziertes Personal fehlt, dass zum einen ein Jahrzehnt Atomphysik studiert hat und nun Gefahr läuft, verstrahlt zu werden.</p>
<p>Die Idee des „Auslegungsfalls“ wird, nach allen Ideologien die die Wirtschaft und ihre Organisationen durchgeschüttelt haben, sicherlich ein interessantes Feld für praktische und praxisnahe Sozialforschung bieten. Denn dass „<a href="http://blog.fefe.de/?ts=b385711e">Boiling Water Reactor Engineer</a>s“ mit der „ability to work well under pressure, diligence and a sense of responsibility“ derzeit per Internet-Job-Börse gesucht werden – wo doch jeder Staat mit angeschlossenem Unibetrieb weiß, wie viele Atomkraftwerke er die nächsten Jahrhunderte zu betreiben und zu betreuen hat – beunruhigt sicherlich nicht nur mich.</p>
<p>Vielleicht könnte man, nach der Errungenschaft der sozialwissenschaftlich gestützten &#8220;Technikfolgenabschätzung&#8221; mit einer naturwissenschaftlich-technologischen &#8220;Sozialstrukturfolgenabschätzung&#8221; beginnen.</p>
<p>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/alancleaver/2441359074/in/photostream/">alancleaver_2000</a>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2011/03/14/soziale-ausglegungsfalle/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>#Guttbye Talking Points</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2011/02/25/guttbye-talking-points/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2011/02/25/guttbye-talking-points/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 18:29:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1184</guid>
		<description><![CDATA[Es sieht so aus, als ob die Strategie der Banken auch für Guttenberg aufgeht. Statt ein einzelnes, kleines Vergehen zu verüben, sammelt er einen großen Haufen von Vergehen, Verstrickungen und eventuell auch Verbrechen an – sodass am Ende alle den Überblick verlieren. Banken sind milliardenschwer und „systemrelevant“, Guttenberg strickt sich daraus eine gegen ihn gerichtete, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1190" title="Unbenannt-1" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2011/02/Unbenannt-11.jpg" alt="" width="550" height="273" /></p>
<p>Es sieht so aus, als ob die Strategie der Banken auch für Guttenberg aufgeht. Statt ein einzelnes, kleines Vergehen zu verüben, sammelt er einen großen Haufen von Vergehen, Verstrickungen und eventuell auch Verbrechen an – sodass am Ende alle den Überblick verlieren. Banken sind milliardenschwer und „systemrelevant“, Guttenberg strickt sich daraus eine gegen ihn gerichtete, möglichst diffuse Kampagne, die er entsprechend thematisiert (bzw. thematisieren lässt).</p>
<p>Den Überblick zu behalten ist also leicht erschwert. Es lohnt sich allerdings, die einzelnen Punkte, die bislang aufgelaufen sind einmal zu ordnen und so zusammenzufassen, dass die Brisanz jedes einzelnen Aspekts des Fall Guttenbergs deutlich und kommunikabel ist. Eine kleine Liste:</p>
<p><span id="more-1184"></span>1. Es gibt keine „bewusste Täuschung“ im Wissenschaftsbetrieb. Es gibt nur Täuschungen. Wenn man des Plagiats verdächtigt wird (durch einfachen Textvergleich), liegt die Beweislast beim Autor, und bis nicht stichhaltig bewiesen ist, wie es zu ungekennzeichneten, nicht eigenen Textstellen kam, handelt es sich um ein Plagiat. (Die Frage ist dann, wie es bewertet wird. Das unterscheidet sich entsprechend &#8220;eidesstattlicher Versicherungen&#8221;, &#8220;ehrenwörtlichen Erklärungen&#8221;, usw.)</p>
<p>2. Ein mit Plagiatsverdacht belastetem Autor ist es nicht möglich, an der Aufklärung des Sachverhalts mitzuwirken. Er kann sich nur dazu erklären.</p>
<p>3. Die Uni Bayreuth ist ein Opfer. Guttenberg hat sie getäuscht. Jedes Mal, wenn eine Institution einen akademischen Grad verleiht, vererbt sich ihre Reputation auf die ausgezeichnete Person. Guttenberg hat sich seine Reputation auf Kosten der Reputation seiner Universität ergaunert.</p>
<p>4. Wie man heute lernt, ist die Verwendung der Auftragsarbeit des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags erstaunlich klar geregelt. Guttenberg hat somit aus einer Quelle (ohne Quellenangabe) zitiert, die erstens nicht zitationsfähig ist und die zweitens eine Genehmigung zur Veröffentlichung sogar ausdrücklich nicht erteilt hat.</p>
<p>5. Der Bundestag (bzw. Teile der Bundespolitik) wird durch den Fall Guttenberg gegenwärtig thematisch blockiert, weil Guttenberg noch im Amt ist, nicht weil er anhaltend kritisiert wird. Die Regierungskoalition verhindert ordentliche parlamentarische Arbeit.</p>
<p>6. Es ist nicht möglich, Guttenberg in zwei Personen, eine politische und eine akademische, aufzuteilen. Der Doktortitel ist Teil des Namens, den er selbst nicht ablegen kann (seine Art der Verwendung ist dabei egal). Er war auch als Politiker ein Akademiker mit Auszeichnung. Zudem verwendete er seine Politikerpersönlichkeit (via Bundesminister-Briefkopf), als er der Uni Bayreuth seinen Brief mit der Bitte um Aberkennung der Doktorwürde schrieb. (Er ist also als Person beschädigt, nicht nur seine akademische Vergangenheit.)</p>
<p>7. &#8211; 9. Eine Dissertation enthält nur selten Zitate länger als 3 Sätze unformatiert im Fließtext. Selbst wenn Guttenberg Belege eingefügt hätte, sähe das alles sehr merkwürdig aus. Einleitungen sind höchstpersönliche Angelegenheiten. Normale Menschen warten ihre Publikation ab und stellen keine Anträge auf Ausnahmeregelungen um ihren &#8220;Dr.&#8221; 2 Jahre eher im Namen führen zu dürfen.</p>
<p>10. Guttenbergs geklaute Textteile sind wohl größtenteils googlebar. (Und zwar ohne Google Books.)</p>
<p>Soviel zum wissenschaftlichen Teil der Thematik. Die Aspekte zur wirtschaftlichen Person Guttenberg kommen jetzt allmählich heraus. Er war „<a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/eine-wissenschaft-fuer-sich/3868610.html">Student und Sponsor</a>“ der Uni Bayreuth und hat sonst noch <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34259/1.html">interessante Aktivität im Lebenslauf</a>…</p>
<p><em>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/43916253@N00/2281959538/in/photostream/">superflexnet</a>)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2011/02/25/guttbye-talking-points/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Reputation als Kredit</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2011/02/21/reputation-als-kredit/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2011/02/21/reputation-als-kredit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 17:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1174</guid>
		<description><![CDATA[Die gestrige Anne-Will-Sendung war, wie jede Ausgabe die ich bisher davon (zumeist teilweise) sah, wieder einmal kaum zu unterbieten. Das lag zum einen an den Gästen. Hauptsächlich jedoch daran, dass es sich um ein Medienangebot für Jedermann handelt, in dem Sätze mit Teilen wie „…ein Plagiat…“ von der Moderatorin unterbrochen wurde, um zu erklären, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1175" title="Unbenannt-1" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2011/02/Unbenannt-1.jpg" alt="" width="550" height="312" /></p>
<p>Die <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=6529414">gestrige Anne-Will-Sendung</a> war, wie jede Ausgabe die ich bisher davon (zumeist teilweise) sah, wieder einmal kaum zu unterbieten. Das lag zum einen an den Gästen. Hauptsächlich jedoch daran, dass es sich um ein Medienangebot für Jedermann handelt, in dem Sätze mit Teilen wie „…ein Plagiat…“ von der Moderatorin unterbrochen wurde, um zu erklären, dass es in dem Satzteil um „…hat abgeschrieben“ geht. So etwas ist schade und auch unverständlich, weil die ARD an Sonntagabenden sowieso nicht das Publikum hat, dass daraus noch etwas lernt. (Außerden vermute ich, dass die erste und die letzte Frage der Sendung die exakt gleiche war. Vielleicht hat jemand Lust, das nachzusehen.)</p>
<p><span id="more-1174"></span>Jedenfalls ging es in der gestrigen Sendung hauptsächlich um die Person v.u.z. Guttenberg und es hat Herrn Lauterbach mehrere vergebliche Versuche gekostet, genau das doch noch einmal zu korrigieren. Denn diese Personalisierung ist zwar medial interessant, betrifft aber wirklich in kaum einer Weise das Problem, dass durch die zusammengebastelte Dissertation von v.u.z. Guttenberg entstanden ist. Machen Menschen Fehler? Na klar. Doch ist jeder Fehler entschuld- und korrigierbar? Wenn ja, von wem? Wer hat eigentlich welchen Fehler begangen? Nur v.u.z. Guttenberg durchs Plagiieren?</p>
<p>Im vorherigen Text ging es um die Reputation als Währung, einen Schritt weiter ist hier zu fragen, wie dieser Währung ihr Wert gegeben wird. Denn Reputation ruht nicht darauf, dass man einmal eine Dissertation geschrieben hat. Diese ist an sich nur ein längerer Text, wie es viele solcher Texte gleicher Qualität gibt, die nicht zu einem Promotionsverfahren gehören. Die Reputation eines Doktortitels, der wie ein Kredit für zu erwartende Arbeiten einer Person Vorvertrauen gibt, benötigt einen Kreditgeber. Wie jede zirkulierende soziale Währung (etwa Amtsmacht, Arzt- und Anwaltszulassung, Geld) kann man sich nicht selbst mit Guthaben aufladen, sondern benötigt externen Rückhalt (Wähler, Ärtzekammern, Finanziers).</p>
<p>Ein wissenschaftliches Plagiat hat eigentlich nur eine Folge für die betreffende Person: Aberkennung jeglicher Reputation(stitel) (sofern vorhanden) und Verbannung aus der Wissenschaft. Normalerweise geht so etwas relativ schnell. Drei kopierte, unbelegte Stellen in einer Hausarbeit eines Studenten – ein Brief genügt. Nur bei Guttenberg macht man sich sorgen, weil er außerhalb der Wissenschaft ebenso aus den Rückhalt bietenden Zirkeln ausscheiden wird müssen. (Zumindest wird er seine Amtsmacht verlieren und seine mediale Tauglichkeit wird extrem leiden. Sein Geld darf er wohl behalten, da eine Strafsache nach der betreffenden Promotionsordnung wohl nicht im Raum steht.)</p>
<p>Die Frage ist jedoch, was ist die Alternative – was würde es bedeuten, wenn er seinen Titel behielte? Karl Lauterbach meinte gestern, wenn Guttenberg seinen Titel behält, braucht man an deutschen Unis eigentlich keine Prüfungen mehr veranstalten. Aber es gibt auch konkretere Folgen. Der Reputationskreditgeber „Uni Bayreuth“ wird seine Kreditfähigkeit verlieren und mit ihm jegliche dort ausgestellte Promotionsurkunde. Und, der Verlag, Duncker &amp; Humblot, der meiner Ansicht nach sowieso nicht viel mehr als Fake-Reputation besitzt, wird endlich entzaubert. Er hat den Dissertationstext von Guttenberg in sein Programm aufgenommen, ohne anscheinend auch nur irgendeine Form von Qualitätskontrolle zu unternehmen. (Die Qualitätskontrolle sollte natürlich eigentlich von der Promotionsprüfungskommission kommen. Dennoch könnte man seinem Katalog ja mal ein bisschen hinterher recherchieren.)</p>
<p>Seit Generationen hindert der Verlag Studenten daran, sich das beste Soziologielehrbuch aller Zeiten „Niklas Luhmann – Funktion und Folgen formaler Organisation“ schlicht wie jedes andere Luhmann-Buch (bei Suhrkamp) für den Preis einer händischen Kopie zu kaufen. 52 Euro zieht der Verlag jedem Studenten aus der Tasche (wohl, weil irgendwann mal Goethe, Hegel und Eichenforff dort publizierten) oder zwingt ihn, das Buch mühsam per Hand zu kopieren. Das ist wirklich schlimm. Dass der Verlag mit seinem dünnen Papier und seiner ach so traditionsreichen Corporate-Identity-Covergestaltung jetzt ein bisschen leiden muss, freut mich ein bisschen.</p>
<p><em>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/dmboyer/287357501/in/photostream/">Matthew Boyer</a>)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2011/02/21/reputation-als-kredit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Reputation als riskante Währung</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2011/02/18/reputation-als-riskante-wahrung/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2011/02/18/reputation-als-riskante-wahrung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 14:17:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1167</guid>
		<description><![CDATA[Ein Satz mit X. Unser Bundesminister v.u.z. Guttenberg wird sich aktuell ordentlich ärgern. Mit sehr viel persönlichem Aufwand hat er sich ein Problem geschaffen, das er jetzt nicht hätte, wenn er in früheren Etappen seines Lebenslaufs einfach ein wenig fauler gewesen wäre. Ein Doktortitel hat, in unserer modernen Gesellschaft, eigentlich nur eine ordentliche Funktion – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://twitter.com/#!/bov/status/38530890703306752"><img class="aligncenter size-full wp-image-1168" title="Unbenannt" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2011/02/Unbenannt.jpg" alt="" width="546" height="236" /></a></p>
<p>Ein Satz mit X. Unser Bundesminister v.u.z. Guttenberg wird sich aktuell ordentlich ärgern. Mit sehr viel persönlichem Aufwand hat er sich ein Problem geschaffen, das er jetzt nicht hätte, wenn er in früheren Etappen seines Lebenslaufs einfach ein wenig fauler gewesen wäre. Ein Doktortitel hat, in unserer modernen Gesellschaft, eigentlich nur eine ordentliche Funktion – er manifestiert wissenschaftliche Reputation. Reputation ist somit eine spezielle Variante von Popularität, eine Währung, mit der man in der Wissenschaft bezahlt. Man investiert früh und viel und hofft, dass es sich später auszahlt.</p>
<p><span id="more-1167"></span>Aber wie immer ist die soziale Wirklichkeit komplizierter als ihr akademisches Modell und so kommt es, dass sich wissenschaftliche Reputation in Form eines Doktortitels auch außerhalb der Wissenschaft auswirkt. Er ist ein persönlicher Titel, der sich auf viele persönliche Aspekte eines Lebens vererbt. Sei es, dass man der geliebtere Schwiegersohn ist, der vertrauenswürdigere Geschäftspartner oder der Patient, den man nicht nach 08/15-Maßstäben abfertigt. Und: Er hilft bei vertrauensbildenden Maßnahmen eines Politikers beim Kontakt mit dem Publikum.</p>
<p>Das Guttenberg einmal die politische Karriere macht, die er aktuell macht, damit hat er wohl selbst nicht gerechnet. Und es lässt sich beobachten, dass er auf seinen Doktortitel bislang verzichtet hat. Zumindest setzte er ihn bisher nicht erkennbar zur Unterstützung seiner politischen Person ein. (Aber bis jetzt musste er auch persönlich keinen personenzentrierten Wahlkampf gestalten.)</p>
<p>Interessanterweise, funktioniert ein Doktortitel in der Politik recht gut. Obwohl er auszeichnet, dass man sich für eine gewisse Zeit in einem Elfenbeinturm eingeschlossen und viele weltlichen Bezüge gekappt hat, dient er als Unterstützung, wenn man dem Volk die Erzählung seiner eigenen Weltoffenheit und Sensibilität für Jedermann darlegt. Dabei handelt es sich beim Nutzen eines Doktortitels für politische Zwecke, in einem besonderen theoretischen Sinn, um Korruption. Politiker <em>sollten</em> sich durch Engagement, Volksverbundenheit und Orientierung an Gemeinwohl auszeichnen, nicht durch wissenschaftliche Besonderheit.</p>
<p>Herr Guttenberg hat sich dieser Art von „Korruption“ nicht schuldig gemacht. Seine Argumente, soweit man das sagen kann, orientieren sich an der politischen Sache. Gegen Opelmitarbeiter, für wirtschaftliche Standorte; gegen Medientendenzen, für Soldatenanliegen. Bislang war es fast unmöglich, ihn tatsächlich persönlich anzugreifen. Seine adelige Herkunft, sein familiärer Anhang, sein altes Vermögen – er hat es geschickt implizit präsentiert. Kritik daran musste implizit bleiben oder sah sich enormen Rechtfertigungszwängen ausgesetzt.</p>
<p>Mit seiner Dissertation ist das nun anders. Er hat sich den Maßstäben der Wissenschaft ausgesetzt. Das Spiel dort wird nach recht harten Kriterien gespielt: Geld, Recht und Herkunft spielen natürlich eine Rolle. Letztlich wird das Urteil aber im wissenschaftlichen Modus entschieden. Herr Guttenberg ist mit der Anklage bereits verurteilt. Jeder kann <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate">den Schaden</a> sehen. Es ist keine rechtliche Verurteilung notwendig, er kann sich nicht freikaufen und seine Herkunft zählt auch nicht.</p>
<p>Dass die „gute Gesellschaft“ vorüber ist, auch wenn viel Kritik bzgl. „Geldadel und politische Spitzenämter“ aufkam, sieht man daran, dass Menschen wie Guttenberg, die kein Talent für und Spaß an wissenschaftlicher Arbeit haben, sich der Möglichkeit bedienen, per Doktortitel persönliche Ehre und Reputation zu sammeln. Im Vergleich dazu zeitigen Parteien wie die SPD, die sich über den „Professor aus Heidelberg“ belustigen, übrigens mittelalterliche Weltbilder.</p>
<p>Hätte sich Herr Guttenberg auf seinem Geldberg ausgeruht, sein familiäres Ansehen gepflegt und gezeigt, dass er ein erfolgreicher Politiker ist (langsam und stetig statt im Hauruck-Modus), hätte er einen ehrenvollen Platz im Geschichtsbuch sicher gehabt. Doch an der Währung Reputation hat er sich ordentlich die Finger verbrannt. Bleibt für ihn nur zu hoffen, dass es bei dem Vorwurf des Plagiierens bleibt. Das Thema hält ja noch die ein oder andere Eskalationsstufe parat.</p>
<p>An dieser Stelle noch eine Leseempfehlung für alle <a href="http://twitter.com/#!/peterglaser">Tweets zum Thema von Peter Glaser</a>. (Bitte per Hand raussuchen. Lohnt sich außerordentlich.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2011/02/18/reputation-als-riskante-wahrung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wissenschaft 2.0</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2011/01/25/wissenschaft-2-0/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2011/01/25/wissenschaft-2-0/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 16:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno Aljets</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Tollerei]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Peer Review]]></category>
		<category><![CDATA[Publikation]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1160</guid>
		<description><![CDATA[Angesichts der Entwicklungen neuer Kommunikationstechniken rund um das Internet sehen sich die Produktionspraktiken einiger Funktionssysteme vor große Herausforderungen gestellt. Die &#8220;Holzmedien&#8221; wissen nicht, wie sie mit den werbefinanzierten Angeboten im Internet umgehen sollen und die Akteure des Gesundheitssystems haben einen virtuellen Horror vor öffentlich einsehbaren Rankings ihrer Dienstleistungen. Auch das Publizieren wissenschaftlicher Forschungsergebnisse verändert sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" src="http://farm1.static.flickr.com/9/13553883_1f97989a2d.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Angesichts der Entwicklungen neuer Kommunikationstechniken rund um das Internet sehen sich die Produktionspraktiken einiger Funktionssysteme vor große Herausforderungen gestellt. Die &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holzmedien">Holzmedien</a>&#8221; wissen nicht, wie sie mit den werbefinanzierten Angeboten im Internet umgehen sollen und die Akteure des Gesundheitssystems haben einen virtuellen Horror vor öffentlich einsehbaren Rankings ihrer Dienstleistungen. Auch das Publizieren wissenschaftlicher Forschungsergebnisse verändert sich durch das technisch Machbare. Ein paar Gedanken zum Thema &#8220;Wissenschaft 2.0&#8243;.<span id="more-1160"></span></p>
<p><a href="http://arxiv.org/">Preprints</a> werden mittlerweile auch bei kleineren Verlagen und außerhalb der Naturwissenschaften angeboten. Wer Erkenntnisse schneller veröffentlichen möchte als es die traditionellen Produktionszyklen von Zeitschriftenausgaben zulassen, kann seine Schnellschüsse direkt auf den Verlagsseiten veröffentlichen, bevor die Erkenntnisse auf dem üblichen Wege ihre papierene Form finden. Die Qualitätssicherung des Peer-Reviews bleibt allerdings erhalten. Nur wird auch das Review-Verfahren dem Druck ausgesetzt, möglichst schnell zu Ergebnissen zu kommen. Gerade in der Naturwissenschaft sind die Zyklen enorm kurz geworden, in denen überhaupt noch etwas Neues publiziert werden kann. Daher müssen Verleger und Zeitschriften mit einer schnellen Begutachtung reagieren. Sonst veröffentlicht der Wissenschaftler halt woanders. Impact-Faktoren einer Zeitschrift &#8211; also letztlich die Frage, wie sehr eine Zeitschrift etabliert ist &#8211; hängen auch von ihrer technischen Realisierung ab. Ein wissenschaftlich fragwürdiges Qualitätskriterium.</p>
<p>Die Digitalisierung der wissenschaftlichen Zeitschriftenlandschaft bringt nicht nur die zwangsläufige Flut an &#8220;Apps&#8221; mit sich. Auch die Diskussionskultur kann sich verändern. Zwar verbirgt nature.com ihre Inhalte weitestgehend hinter den Wänden einer Bezahlstruktur, wodurch wohl weitestgehend verhindert wird, dass nicht-wissenschaftliches Publikum Zutritt erhält. Aber ist man einmal drin, kann man zu Artikeln oder Letters gleich einen Kommentar schreiben. Zwar noch selten, aber wohl zunehmend antworten die Autoren des Artikels direkt auf die Kommentare. So werden Versuchsaufbauten erläutert, weitere Forschungsmöglichkeiten diskutiert und kritische Punkte ausgeleuchtet. Und zwar auf direktem Wege. Man muss nicht warten, bis man den Autor auf einer Konferenz trifft, man muss keinen Grund finden, einen eigenen Artikel zu schreiben (der ja immerhin so gut sein muss, dass er das Begutachtungsverfahren durchläuft). Enthusiasten könnten hier von einer Demokratisierung der Forschungspublikation sprechen. Wer in der Sache eine Anmerkung zu machen hat, kann es tun. Egal, ob Student oder Professor. Hier hat die Bezahlstruktur einen positiven Effekt: Die fachlich Informierten können unter sich bleiben und mehr oder weniger ungestört diskutieren.</p>
<p>Die Sichtbarkeit der Forschungsaktivitäten ist für Universitäten ein zunehmend wichtiger Aspekt ihrer eigenen Vermarktungsstrategie. Daher wundert es nicht, wenn im Kontext des Erscheinens wissenschaftlicher Fachartikel in der Regel sofort (teils) medienwirksame Pressemitteilungen von den Universitäten veröffentlicht werden. Aber auch einige Wissenschaftler bedienen die medienwirksame Platzierung ihrer Forschungsergebnisse. Auch wenn man annehmen muss, dass es sich dabei wohl in erster Linie um stark anwendungsbezogene oder sogar kommerzielle Forschungsprojekte handeln wird, kann man fragen, ob es einen zunehmenden <a href="http://richarddawkins.net/articles/582774-peer-review-trial-by-twitter">trial by twitter</a> der Wissenschaft geben wird und damit eine ganz neue Form des Peer-Review entsteht. Gerade in den USA ist zu beobachten, dass Wissenschaftler Blogs und/oder Twitter nutzen, um ihre Forschung öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Teils mag daraus sogar ein wissenschaftlich anspruchsvoller Dialog entstehen. Ein neues Peer-Review-Verfahren wird sich aber nicht dadurch ergeben, dass sich wissenschaftliche Erkenntnisse in Zukunft vor der Masse des Laienpublikums und der öffentlichen Meinung wird beweisen müssen. Die Anforderungen an öffentlichkeitswirksamer Darstellung der Forschungsergebnisse wird zukünftig sicherlich steigen (wenngleich das sehr stark auf die konkreten Disziplinen ankommt), weil die Finanzierung der Forschung mitunter auch von ihrer (potentiellen) Sichtbarkeit abhängt. Aber die fachliche Begutachtung der Forschungsergebnisse kann funktional nicht durch eine plebiszitäre Abstimmung ersetzt werden. Die Fiktion von Demokratie, die im &#8220;Mitmachweb&#8221; immer wieder propagiert wird, scheiterte schon an viel leichteren Übungen. Häufig verstand nicht einmal die Scientific Community ein neues Forschungsvorhaben, das sich im Verlauf der Zeit allerdings als bahnbrechend herausstellt. Wie sollte dann die öffentliche Meinung darüber entscheiden können?</p>
<p>Mir scheint, dass die Wissenschaft zwar lernen muss &#8220;auf der Klaviatur der öffentlichen Meinung zu spielen&#8221; und für ihre Diskussionen auch neue Technologien heranziehen kann. Aber eine Öffnung im Sinne des freien Zugangs zu Inhalten scheint im Falle der Wissenschaft nicht sinnvoll zu sein. Ganz zu schweigen von einer breiten Beteiligung der Öffentlichkeit an einer inhaltlichen Diskussion über Wahrheit.</p>
<p>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/estherase/">estherase</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2011/01/25/wissenschaft-2-0/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Differenzen der Hochschulen</title>
		<link>http://sozialtheoristen.de/2010/11/19/differenzen-der-hochschulen/</link>
		<comments>http://sozialtheoristen.de/2010/11/19/differenzen-der-hochschulen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 10:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Hoebel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Differenz]]></category>
		<category><![CDATA[Differenzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Kausalität]]></category>
		<category><![CDATA[Konkurrenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sozialtheoristen.de/?p=1104</guid>
		<description><![CDATA[In seiner Abschiedsrede als Präsident der Humboldt Universität zu Berlin überrascht Christoph Markschies mit der Überlegung, dass in Deutschland trotz Abschwächung ideologischer Borniertheiten immer noch keine wirkliche Differenzierung von Hochschultypen möglich sei („Universitäten können nicht allen alles bieten“, FAZ vom 28.10.2010). Überraschend ist ebenfalls seine Schlussfolgerung. Die deutsche Hochschullandschaft sei „also“ nicht konkurrenzfähig, weder im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner Abschiedsrede als Präsident der Humboldt Universität zu Berlin überrascht Christoph Markschies mit der Überlegung, dass in Deutschland trotz Abschwächung ideologischer Borniertheiten immer noch keine wirkliche Differenzierung von Hochschultypen möglich sei („Universitäten können nicht allen alles bieten“, FAZ vom 28.10.2010). Überraschend ist ebenfalls seine Schlussfolgerung. Die deutsche Hochschullandschaft sei „also“ nicht konkurrenzfähig, weder im Verhältnis mit angloamerikanischen Spitzenuniversitäten („entschlossene Elitenförderung“) noch in Bezug auf das Ziel, „die breite Masse“ adäquat auszubilden.</p>
<p><span id="more-1104"></span>Diese Verknüpfung von Ursache und Wirkung ist bemerkenswert, steht und fällt das Argument doch mit der Frage nach der faktischen Differenzierung in und zwischen den Hochschulen. Mein Eindruck ist, dass Markschies sich womöglich eine andere Ursache suchen muss, um seine These mangelnder Konkurrenzfähigkeit zu behaupten. Denn eine solche Binnen- und Typendifferenzierung mag vielleicht nicht möglich sein. Existent ist sie schon. Man muss sich dafür nur vor Augen führen, welche faktischen Differenzen den verschiedenen Mitgliedern von deutschen Hochschulen in ihrer täglichen Auseinandersetzung mit diesen eigentümlichen Organisationen begegnen. (Früher hätte man statt „verschiedene Mitglieder“ wahrscheinlich Statusgruppen gesagt. Das ist insofern obsolet, weil sich herausgestellt hat, dass diese gar keine einigermaßen geschlossenen Gruppen bilden.)</p>
<p>Wohlgemerkt, es geht um faktische, nicht um ideelle Differenzen! Ideell sind ja vor allem solche Unterschiede, deren Geist zwar immer wieder beschworen wird, die aber auf das Verhalten in der Organisation kaum bis gar keinen Einfluss haben. Die Differenz von Forschung und Lehre ist da sicherlich die prominenteste. Ihre Einheit gilt es, so zumindest die Idee, fortlaufend zu erreichen. Aber nahezu keiner orientiert sich daran.</p>
<p>Faktische Differenzen sind demgegenüber diejenigen von Universitäten und (Fach-)Hochschulen entlang der Frage des Promotionsrechts; von Volluniversitäten und ihren spezialisierten technischen, medizinischen oder künstlerischen Pendants; von Natur- und Geisteswissenschaften und den dazwischen oszillierenden Sozialwissenschaften; von öffentlich und privat finanzierten Einrichtungen; von reiner Wissenschaft und instrumenteller Anwendungsorientierung; von traditioneller Alma mater und Reformuniversität; von Großstadtflair und Provinzmief; von Leuchttürmen und Massenuniversitäten; von exzellenten und unauffälligen Hochschulen mit „Nischencharakter“; von unterfinanzierten Fakultäten und Organisationseinheiten mit ausreichendem Mittelzufluss; von akkreditierten „Systemen“ oder Studiengängen und solchen, die darauf (noch oder mal wieder) warten – um nur einige zu nennen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1105" href="http://sozialtheoristen.de/2010/11/19/differenzen-der-hochschulen/3903807295_174196b2ea_z/"><img class="size-medium wp-image-1105 alignnone" src="http://sozialtheoristen.de/wp-content/uploads/2010/11/3903807295_174196b2ea_z-550x412.jpg" alt="The Meeting House, University of Sussex" width="550" height="412" /></a></p>
<p>Der Chicagoer Soziologie <a title="Drei Formen der Ignoranz" href="http://www.faz.net/s/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D/Doc~E274496C7F4254A67A3519782422DDEDC~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Andrew Abbott</a> verfolgt in Bezug auf eine oftmals undurchsichtige Gemengelage von Differenzen einen Gedanken, der auch für die Betrachtung der deutschen Hochschullandschaft und einer von Markschies angemahnten Typendifferenzierung interessant ist. Soziale Einheiten wie zum Beispiel wissenschaftliche Disziplinen oder Professionen entstehen dadurch, dass in mehr oder weniger übersichtlichen Konstellationen interessierter Personen Differenzen miteinander verknüpft und geordnet werden – und zwar über Jahrzehnte. Die Differenzen bestehen bereits vorab, nicht aber die sozialen Einheiten, denen ihr Zusammenspiel schließlich Gestalt (und in der Regel einen Eigennamen) verleiht. <a title="Things of Boundaries" href="http://findarticles.com/p/articles/mi_m2267/is_n4_v62/ai_18229216/" target="_blank">„Boundaries come first, then entities.”</a></p>
<p>Die zentrale Überlegung dabei ist, dass sich letztlich beständige Gruppen konstituieren, indem sie nach und nach jeweils eine Seite einer Vielzahl von Differenzen besetzen. Durch die damit verbundene Erzeugung zahlreicher Grenzen gegen Dritte gewinnen sie Stabilität und ein besonderes „Image“. Abbott spielt einen solchen historischen Prozess am Beispiel der Sozialen Arbeit („gegen“ die Psychatrie und die Medizin) in den USA durch. Anfang des 20. Jahrhunderts koppeln sich hier aus seiner Sicht die drei Seiten Weiblichkeit, Betreuung nur bestimmter und vor allem staatlich gekennzeichneter Klienten und Arbeitsplätze außerhalb kirchlicher Zusammenhänge.</p>
<p>Organisieren sich die deutschen Hochschulen als soziale Einheiten in ähnlicher Weise? Sicherlich in Ansätzen, könnte die Antwort lauten, wenn man sich dafür interessiert, welche Präferenzen sich je nach Situation und Kontext für jeweils eine Seite der zahlreichen genannten Differenzen finden lassen. In vielen Fachhochschulen verbinden sich Anwendungsorientierung, Reformorientierung und Nischendasein. Einrichtungen, die mittlerweile den Zusatz „Fach“ streichen, machen sich dagegen auf, anwendungsorientierte und massentaugliche Universität zu werden – als ein Realexperiment mit ungewissem Ausgang. Beide setzen sich darüber gegen andere Hochschulen ab, gewinnen folglich ihr Profil, weil es auch andere Typen gibt. Markschies‘ These mangelnder Typendifferenzierung in der aktuellen Hochschullandschaft ist somit mindestens überdenkenswert.</p>
<p>Fragt man jedoch danach, in welchen Konstellationen interessierter Stellen die Differenzen neu bzw. anders geordnet oder ohne viel Bewegung befestigt werden, liegt der springende Punkt der Abschiedsrede jenseits einer fragwürdigen Kausalitätsvorstellung von verursachender Differenzierung und erwirkter Konkurrenzfähigkeit. Kritisch erscheint vielmehr, ob die Hochschulen selbst in der organisatorischen Lage sind, Differenzen zu erkennen, Präferenzen zu entwickeln und sie für sich in Differenz zu anderen Einrichtungen zu ordnen – und dabei auch Gegensätze wie die Förderung vermeintlicher Eliten und fundierter Ausbildung aufzulösen. (Denn ob die Idee, sich als Elitehochschule zu positionieren, als organisatorische Ordnungsvorstellung mit Attraktionspotential für eine nennenswerte Anzahl von Studierenden sowie für unterstützende Dritte taugt, kann als offene Frage gelten.)</p>
<p>Es wird häufig auf politisch-rechtliche Autonomiebeschränkungen verwiesen, welche die organisatorischen Freiheitsgrade der Hochschulen verringern. Das ist sicherlich richtig. Über viele Differenzen können die Hochschulen kaum selbst befinden. Man denke an die Akkreditierungsanforderungen. Stellen wir uns aber vor, dass diese Beschränkungen von heute auf morgen wegfallen würden. Welche nennenswerten <a title="Organisation and Legitimation. Die Selbssteuerungsimperative der Organisation und das Problem der Legitimation" href="http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/2247" target="_blank">„Selbststeuerungskapazitäten“ (Karl Gabriel)</a> gibt es in der deutschen Hochschullandschaft? Diese Frage sollte nicht nur Soziologen beschäftigen.</p>
<p>Foto: <a title="mira66" href="http://www.flickr.com/photos/21804434@N02/">mira66</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://sozialtheoristen.de/2010/11/19/differenzen-der-hochschulen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

