Die Sprengkraft soziologischer Beobachtung


Archiv für ‘Tollerei’

So einfach wird es nicht

Von: , 19.05.2012


Wichtiger Text. Es gehört zur Dramatik historischer Entwicklungen, dass man sie nur rückwärts beobachten kann. Beim Blick nach vorn muss man sich entscheiden, für Hoffnung oder Befürchtung (oder man macht, wie Frank Rieger, beides – kommt immer ein bisschen auf die Kapazität an, die man fürs Denken hat (und damit meine ich für diesen Fall die Fläche an Zeitungspapier. ;)

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“Wir-sind-die-Privilegierten.de”

Von: , 13.05.2012

Ich wollte hier einen Text schreiben, über die Beobachtung, dass sich in der Piratenpartei zwar keine Eliten, aber doch ausschließlich Privilegierte tummeln. Privilegiert, weil sie horrende Buchhonorare haben, weil sie verbeamtet sind, weil sie ein 1,0-Abitur vorweisen können. Privilegiert aber auch, weil sie noch keine Familien gegründet haben, noch keiner berufsbedingten Organisationszugehörigkeit gerecht werden müssen. Und auch deswegen privilegiert, weil sie sich in Deutschland um die Grundsicherheit ihrer Bedürfnispyramide keine Sorgen machen müssen. Privilegiert, weil sie sich um die Folgen ihres Handelns nicht zu sorgen brauchen. Privilegiert, weil sie nichts zu verlieren haben.

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Sozialtheoristenzeitung

Von: , 09.05.2012

Man hat ja so gerne was in der Hand, was haptisches, echtes, zum zusammenknüllen und in die Ecke werfen. Wir F.A.Z. Volontäre haben heute unsere ersten Zeitungsseiten von Grund auf selbst gebaut und gefüllt. Das Thema (wer braucht eins?) lautete “Kraut und Rüben”. Also habe ich im Sozialtheoristen-Textbestand nach Piratenstories gesucht. Verbaut sind das Interview mit Marina Weisband, der Text über Politik und Vertrauen und der über die Liquid-Feedback-Roboter. Es handelt sich um drei Texte mit 3787 Wörtern. Damit wäre auch eine für mich interessante Frage beantwortet: Würde man den gesamten Textbestand der Sozialtheoristen in F.A.Z.-Style übernehmen und drucken, würde man 54 Seiten füllen, also eine Samstags-F.A.Z.

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Piratenzäsur

Von: , 23.04.2012

In schweren Zeiten darf man sich etwas gönnen.

Diese Piraten… Seit heute Nachmittag ist mein Text über die Piratenpartei, den ich für den Merkur schrieb, online verfügbar. Ich hatte jetzt also ein paar Stunden Zeit, um mir zu überlegen, wie ich ihn hier bewerbe und ich mache es wie folgt:

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Was weiß Google jetzt?

Von: , 29.03.2012

Ich mag Leo Laporte sehr. Ich weiß nicht, wie man die paar Sekunden oben sieht, wenn man ihn nicht kennt. Er ist ein vorbildhafter Moderator, der im richtigen Moment gute Fragen stellt, seine Gäste kennt, sein (gar nicht so) kleines Unternehmen mit Liebe fortentwickelt und immer nach guten inhaltlichen Argumenten sucht. Wie er sich in der gestrigen Twig-Ausgabe äußert, ist einfach vorzüglich.

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Einhundert “Piraten zweiter Klasse”*

Von: , 25.03.2012

Vorhin gab es keinen Stream aus Münster vom Piratenparteitag zur Vorbereitung der Landtagswahl in NRW. Die Wahl der Landesliste soll geheim bleiben. Jeder Pirat vor Ort hat nun (bei dieser Etappe) 109 Stimmen, die er auf dem riesigen Wahlzettel frei verteilen darf.

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Sinn serviert man am besten konfiguriert

Von: , 20.03.2012

Manchmal denkt man darüber nach, wie es wäre, wenn die Welt nicht zweigeteilt wäre; wenn es keine unabsichtlichen Lügen, keine unbeabsichtigten Folgen, nicht ständig gute Gründe für Aufklärung gäbe.

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Nachtrag zur Facebook- und Twitterindustrie

Von: , 14.03.2012

Sascha Lobo hat recht. Mein zuletzt vorgetragener Vergleich von Twitter und der Bahn hinkt. Denn man weiß natürlich, was ein Zug macht und man darf seine Bürgerrechte während der Fahrt behalten, während Online Social Networks es bei einem vagen “möglicherweise” in ihren AGB belassen und den ihnen ausgelieferten User fordern. Der “Zugriff auf die Datenbank des Denkens und Fühlens” soll per Marktwirtschaft geschehen und das Scharnier zwischen Individuum, Organisation und Gesellschaft sind die AGB. Warum?

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Social Web sollte auch social sein!

Von: , 13.03.2012

Der AGB-Unfug muss ein Ende haben. Das Internet macht sich in der Gesellschaft breit, und kaum jemand bekommt es bewusst mit. Aufklärung hilft nicht. Wie auch? Das ist nicht neu. Aufklärung war noch nie eine wirkliche Lösung. Wenn es zu kompliziert ist, ist es zu kompliziert. Noch bevor Sascha Lobo seine Kolumne heute veröffentlichte, twitterte Johnny Haeusler: “Hiermit akzeptiere ich die Allgemeinen Geschäftsbed…” Klick. Und er hat damit (genau, womit denn?) recht. Die Gesellschaft muss reibungsarm funktionieren. Wenn sie jedoch auffällig merkwürdig funktioniert und uns ständig überrascht und zur Problemlösung anhält, ist der Rat, die Gesellschaft möge in jedem an sie angeschlossenem Gehirn mitprozessiert werden, keine zielführende Antwort.

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TV-Series of Interest

Von: , 10.03.2012

Nach Luther und Sherlock gibt es eine wirklich gute neue Serie wieder aus Amerika: Person Of Interest. Während Luther eine komische Welt und Sherlock eine merkwürdige Person in den Mittelpunkt stellt, sind es bei Person of Interest die Personen und die Welt. Die Serie spielt in der Jetztzeit, aber eigentlich greift es doch ein paar Jahre, vielleicht Jahrzehnte voraus. Ohne zu spoilern, ich habe selbst erst die ersten beiden Folgen gesehen, kann man kurz darüber reden was passiert.

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Stefan Schulz über Social-Media-Enthusiasmus: „In Deutschland hat man ja auf gar nichts Lust.“

Von: , 09.03.2012

Nur etwa ein Drittel der Deutschen nutzen soziale Netzwerke, belegt eine Studie. Im internationalen Vergleich ist das eine ziemlich schwache Quote. LEAD Digital hat nicht bei Social-Media-Guru Stefan Schulz nachgefragt, warum die Deutschen im Web immer noch so zurückhaltend sind. Geantwortet hat er trotzdem. (Die Antworten des echten Gurus Klaus Eck.)

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Das Internet ist nun doch nur ein Auto

Von: , 05.03.2012

Man lernt viel, wenn man im Internet ständig liest, was Leute denken. Aber ebenso oft wird man auch verwirrt. Seit Jahren reden die Berater, Businessmänner und Besserwisser davon, dass das Internet alles verändert, dass es die Grenzen von Raum und Zeit nicht nur überbrückt, sondern nie kannte. Das Internet ist so toll, es kann auf Papier, Vertriebswege und Verlage verzichten. Wer Internet hat, braucht keinen Lektor, keinen Verkäufer, keine Geduld mehr. Schreiben, Publizieren, fertig. Hurra.

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Wie viel ist ein Wulff?

Von: , 01.03.2012

Ein Bundespräsident soll Vorbild sein, konstruktiv Themen setzen und Orientierung bieten. Christian Wulff war nicht Vorbild, sondern Versager. Statt konstruktive Themen zu setzen, bekam er vor allem Kritik vorgesetzt. Aber, so fair muss man sein, jetzt, da seine Amtszeit vorbei ist, erfüllt er wenigstens die letzte Aufgabe und bietet Orientierung.

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Amtsaufmerksamkeitsakku voll geladen

Von: , 17.02.2012

Mit Wulff auch das Präsidialamt abzuschaffen, liegt für manche Twitterer sehr nahe. Auf Twitter ist man der Welt voraus, aber es gibt sie trotzdem noch, die Welt, auch wenn sie zurückgelassen wird. Guckt man ins Facebook, bekommt man den Zeitgeist viel besser zu sehen. Und eine Erfahrung des heutigen Tages ist, dass man im kleinen Twitterkreis noch so sehr über die Amtswürde und ihre moralische Brücke zum Amtsträger spekulieren kann. Letztlich zählt nicht die moralische Amtsausübung, sondern die mediale Amtsaufmerksamkeit.

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