Die Sprengkraft soziologischer Beobachtung


Archiv für ‘Tollerei’

Blablabla, Twitter, Facebook, bla, History, bla

Von: , 22.06.2009

Es macht ja viel Spaß, Soziologie zu betreiben und daraus Schlüsse für den Alltag zu ziehen. Man erkennt, dass Taxifahrer ebenso zutreffend über Politik reden können wie Anne-Will-Gäste, dass poetische Vierzeiler mehr über die Welt aussagen als Jahrtausende alte Religionstexte oder dass meine Oma mehr über Rückenschmerzhilfe weiß als mein Arzt. All dies ermöglicht die ständig präsente Unterscheidung von Gerede und Gemache. Keiner hat ein Vorrecht darauf (oder die Möglichkeit), die Wahrheit des Gemaches zu ergründen, nur weil er es sich zum Thema des Geredes erwählt hat. Alles funktioniert einfach, weil es funktioniert und ob man darüber redet oder nicht, entscheidet noch nicht, wie es funktioniert oder ob überhaupt.

Gerede bleibt Gerede und Gemache bleibt Gemache.

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Die andere Sicht auf die Dinge

Von: , 15.06.2009

Wie sähe ein Bundeswehrinterview aus, wenn es die Unterscheidung von Semantik und Sozialstruktur nicht gäbe? Am ehesten wohl so: Georg Schramm als Oberstleutnant Sanftleben.

Comments on systems theory: The distinction of operation and observation

Von: , 26.05.2009

Facing the void

Our concern in this article will be the distinction between operation and observation as systems theory according to Luhmann proposes it. We want to ask in which way the distinction is used and which consequences arise from this particular use of a specific distinction. Furthermore, the question is why Luhmann ascribes such importance to this particular distinction. What is its value?

The answer to this question – as we will see – lies in the realm of constructivism. We do not want to ask for any general importance of this distinction, for this would extend the form of a blog- article. Another constraint is the focus on social systems. We, again, need this shortening to abbreviate the reasoning to an acceptable extent.

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“Systemtheorie ist wie eine Heizung”

Von: , 08.03.2009

Für die, die 10 Minuten Zeit und einen stabilen Magen haben, gibt es hier die Coachingversion der Systemtheorie. Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll…

(via)

Status der Semantikanpassung: noch zäh.

Von: , 01.03.2009

Die Krise, das Schreckgespenst. Sie hält uns weiterhin in Atem und versorgt uns mit allerlei Bildern und Zahlen. Wenn man das mit Wirtschaftskrise beschriebene Phänomen weiter auflöst, gelangt man zum Begriff der Orientierungslosigkeit, die sowohl die Kreditflüße, die Politik, wie auch jeden Einzelnen betrifft.

In ihrer Folge wird nun nach neuen/alten Indikatoren gesucht, die uns die Welt wieder so darlegen und erklären, dass wir mit ihr was anfangen können. Die alten Indikatoren sind zu erschreckend, lieber rätselt man über das Hellsehpotential des Dax, oder bastelt sich gleich neue Indizes.

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Hinterbühne, Freunde.

Von: , 08.02.2009

Ein wunderbares Beispiel für den Moment des kleinen roten Lichtchens, dass dann angeht, wenn man auf Sendung ist. Besonders zu beachten: Aus Meinung und Zweifel wird Wissen und Ernsthaftigkeit – von jetzt auf gleich. ;-)

(via)

Ein leicht zu kritisierender Text zu einem schweren Thema

Von: , 23.01.2009

Folgender Text hat zwar ein Thema und eine Frage, darüber hinaus aber eher Sammelsuriumscharakter… Es geht um die Frage, wie denn die Kommunikation, und nur sie, kommunizieren kann, obwohl ihr die Fähigkeit fehlt zu Prozessieren. Ich möchte darstelle, dass die Kommunikation weder über ein Gedächtnis noch über einen “Arbeitsspeicher” verfügt. Auf beides ist sie jedoch angewiesen. Frage: Kompensiert sie diesen Mangel durch Leistungsbeziehungen zu den strukturell gekoppelten psychischen Bewußtsein(plural)?

Dieser Satz: „Der Mensch kann nicht kommunizieren, nur die Kommunikation kann kommunizieren.” aus „Wissenschaft der Gesellschaft” (Seite 31) wird erschreckend oft nachgeplapert, ohne dass dabei wirklich geklärt wird, werden kann, was er bedeutet.

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Was nicht passt, wird passend gedacht.

Von: , 18.01.2009

Uni-Seminare haben ja die große Eigenart auszuufern. Dass das aber nicht das Problem sondern die Lösung für Verständnis ist, wird meistens übersehen. Man muss zwar Themen portionieren, sequenziell vorgehen und pragmatisch Grenzen festlegen. Von dieser Vorgehensweise sollte man sich jedoch nicht vorgaukeln lassen, dass der gefasste Plan der beste und die Abweichung von ihm kontraproduktiv sei. Zu Seminaren gäbe es bestimmt Interessantes zu finden, die folgenden Textstellen zu Texten lagen aber gerade parat. Daher, hier ein paar Begründungen und Sichtweisen von Luhmann, weshalb es an prägnanten Stellen sinnvoll ist, gerade keine Lehrbücher zu schreiben oder zu lesen. weiterlesen »

Urteil zur Moderne: Nicht gut genug.

Von: , 13.01.2009

Solch eine normative These will natürlich auch ausführlich normativ durchargumentiert sein:

Wenn man in die Geschichtsbücher blickt, entdeckt man eine Welt voller Wunder. Ägypter bauten Pyramiden, Römer Abwasserkanäle, Amerikaner Riesenstädte und Russen Raumfahrzeuge. Oft bis immer ging es darum, vorhandene Dinge und Zustände besser zu machen. Die Entdeckung des Feuers führte zu warmer Speise und neuem Werkzeug, spezielle Sand-Wasser-Mischungen führten zu künstlichen Steinen für stabile Häuser und der Buchdruck führte zu Verfassungen, Organisationen, Staaten und leistungsfähigeren Sozialordnungen. Soweit so gut. Dieser Weg lässt sich als die Erfolgsstraße der menschlichen Zivilisation beschreiben. Vom kurzlebigen, einsamen wetter- und schicksalergebenen Homo sapiens zum langlebigen, gesunden, fröhlichen Homo sociologicus.

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Wozu brauchen Menschen Gefühle? (Update)

Von: , 11.12.2008

Was gibt es aus der Soziologie über Gefühle zu sagen? Nichts wohl, handelt es sich doch um die unergründbaren Inhalte der Blackbox, bei der allenfalls Psychologen glauben einen Zugang zu haben… Und solange die Soziologie nichts über Gefühle sagen kann, könne sie gleich gar nichts beschreiben, da „Fühlen und Denken (…) in sämtlichen psychischen Leistungen untrennbar zusammenwirken.” Zudem sind „Emotionen die entscheidenden Motoren bzw. Energetika allen Denkens und Handelns. (…) Ohne Emotion keine Aktion.” (so Luc Ciompi 2004, Soziale Systeme – Zeitschrift für Soziologie. Etwas zu knapp zusammengefasst.)

Man kann daraus eine Gesellschaftstheorie stricken, diese würde dann auf Handlungen als Letztelemtente basieren und die Handlungen würden auf Interessen verweisen, die durch Emotionen aus einem, irgendwie geartetem, Kosmos von Beliebigkeit und Zufälligkeit herausgeschält werden. Das passt zusammen, ist aber ziemlich unbefriedigend.

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Weniger (Information) ist vielleicht mehr (Stabilität)

Von: , 27.11.2008

Wie kommt es eigentlich, dass der allgemeine, gebildete Weltbürger der westlichen Hemisphäre so angetan ist, von den modernen Informationskanälen und seinen frei florierenden Inhalten?

Die ganze Internetbevölkerung ergötzt sich an Twitterstreams, RSS-Feeds und Youtube-Kanälen, dass eine Beschreibung wie „sexuell stimuliert” am ehesten passt.

Ein besonderer Star der Szene, die jegliche Einschränkung der Internetmöglichkeiten mit dem Kommentar „… hat mal wieder nichts verstanden” straft und informationelle Stauseebildungen für die einzig sinnvolle Zielrichtung der Geschichte hält, ist Thomas Knüwer, der beruflich für das Handelsblatt schreibt und ansonsten gerne seine Meinung im Internet kundtut.

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Qual(ität) der Wahl (Update, II)

Von: , 30.10.2008

Gutes altes Amerika. Heute Morgen kommt es mit zwei „teuersten Wahlkampfspots aller Zeiten” nochmal auf die Bühne, bevor in 5 Tagen der Spaß vorbei ist.

Die eine Frage, die sich mir stellt, ist, wie es sich für die Amerikaner anfühlen wird, wenn die Wahl rum ist. Wenn die Dauerbeschallung vorüber ist, was kommt dann als Nächstes? Es gibt auf kleinerer Ebene das Phänomen des „Postpartalen Stimmungstiefs“. 50% bis 80% der Frauen fallen nach einer Geburt innerhalb der nächsten 10 Tage für ein paar Tage in ein Stimmungstief, dass noch nicht die berüchtigte „postnatale Depression” ist. Dieses Stimmungstief ist der Normalzustand, wenn eine Schwangerschaft beendet ist. Ursache ist vielleicht die Kombination von Veränderung des eigenen Körperzustandes, Veränderung der Umgebung und Einschränkung des Bewegungsspielraums. Man muss seinen ganzen Erlebensapparat neu ausrichten und ist mit einer Situation konfrontiert, die man sich vor der Entbindung wohl doch nicht richtig vorstellen konnte.

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Soziologische Begriffs(er)findung II: Rehalität

Von: , 07.08.2008

Eigentlich ist es ganz einfach. Wir Menschen haben Sinne, die wir benutzen um uns einen Eindruck von der Welt zu machen. Die entstehenden, erhaltenen Erkenntnisse bringen wir mit dem Begriff “Realität” auf den Punkt. Dieser Begriff ist jedoch nicht ganz ausreichend, um auf einem etwas höherem Niveau, auf dem Perspektiven eine Rolle spielen, zu bezeichnen was gemeint ist.

In unserer Welt, die in beinah allen Belangen auf die Beobachtung zweiter Ebene abgestellt hat, in der wir also Beobachter beobachten und dabei mitbeobachten, dass es sich bei den Beobachtungen eben um Beobachtungen handelt, die auch anders hätten ablaufen, anderes hätten beobachten oder gleiches anders hätten beobachten können, kommen wir schnell zu dem Schluss, dass es eine Realität eigentlich nicht gibt.

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Soziologische Begriffs(er)findung I: Somantik

Von: , 21.07.2008

Die Soziologie braucht mehr eigene Begriffe! Die Gründe dafür sind schnell aufgezählt: 1. Fachbegriffe können unvoreingenommen benutzt werden, da sie nicht schon alltägliches bezeichnen von dem sie erst unterschieden werden müssen. 2. Fachbegriffe sorgen für erhöhten Erfolg von Anschlusskommunikation. Nervige Begriffsauslegungsdiskussionen können so vermieden werden. Die soziologischen Schulen können so besser auseinander gehalten werden. Das führt zwar zu weiteren Diversitäten, was “Soziologie” als Ganzes betrifft, die einzelnen Schulen können sich so aber mehr auf sich selbst konzentrieren. 3. Fachbegriffe ermöglichen Fachchinesisch und erzeugen so Bewunderung und Anerkennung der Wissenschaft und ihrer Wissenschaftler. ;-)

Los gehts mit dem Begriff “Somantik”, einer Begriffssynthese aus “Semantik” und “Somatik”:

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