Hass entstand von selbst,
der #Rest wurde nie erfunden

Tastatur als Waffe

Ohne Limitierung ist alles nichts. Schon im Kindergarten werden die Kleinsten beim Basteln mit der Weisheit genervt, dass der Kreativität so gar keine Grenzen gesetzt seien. Doch die erwachsenen Naseweise haben alle unrecht. Wozu Kreativität, wenn es keine Hindernisse gibt? Nur Einstein lag richtig: Das Einzige, was wirklich unendlich ist, ist die menschliche Dummheit. Heute, einhundert Jahre später wissen wir, das Internet ist es auch. Und so wurde es zum Sammelbecken. Endlich ward ein Ort gefunden, für die gesamte menschliche Dummheit.

weiterlesen

Dr. plag. (plagium)

Lügenbaron

Roland Preuß schlägt in der heutigen Ausgabe der SZ auf der Meinungsseite vor, Plagiate verjähren zu lassen und bezieht sich dabei direkt auf die Diskussionen rund um die Doktorarbeit von Anette Schavan. Dieser (inhaltlich wie praktisch abstruse) Vorschlag ist für mich besonders interessant, weil er einen zentralen Aspekt der Diskussionen widerspiegelt. Es geht dabei um eine differenzierungstheoretische Perspektive. So lässt sich das Ringen um Wahrheit und politische Hoheit als ein Wechselspiel von Eingriffs- und Schließungsversuchen von Wissenschaft und Politik verstehen. Im Kern lautet die Forderung von Roland Preuß, die erfolgreiche Plagiatsprüfung von dem Entzug des Titels zu trennen: weiterlesen

Unkenrufe

Krisenzeit ist immer auch Expertenzeit. Und da die Eurokrise, nach einvernehmlicher Meinung der deutschen Medien, die schlimmste und existenziellste Bedrohung der EU seit ihrem Bestehen ist, liegt es nahe, dass insbesondere hier Experten benötigt werden, um dem interessierten Leser bzw. Zuschauer die Dramatik der Krise vor Augen zu führen. Und dies scheint sich für den geneigten Beobachter zu lohnen! Insbesondere dann, wenn es so skurril wird, dass sich Investmentbanker in Reden mit pseudowissenschaftlichem Anstrich genötigt fühlen, die Politik darauf hinzuweisen, dass schnell gehandelt werden muss – und um die Dramatik zu erhöhen auch noch einen fixen Zeitrahmen, in dem gehandelt werden muss, beifügen. Man fragt sich, was wohl passieren würde, wenn Politiker anfingen, Investmentbanker über die Medien hinsichtlich spekulativer Geschäfte auf fallende/steigende Währungen einzelner Länder zu beraten? Man kann also mit einigem Recht fragen, warum gerade dem Milieu der Investmentbanker, das einen nicht unbedeutenden Anteil an der aktuellen Krise hat, kontinuierlich die Möglichkeit gegeben wird, diese im Hinblick auf Lösungsmöglichkeiten öffentlich zu diskutieren? Wahrscheinlich, so die Antwort, weil sich die Massenmedien von diesen Gesprächen tiefgründigere Einschätzungen versprechen, als durch das beliebte Interviewen unbeteiligter Passanten zu erlangen sind. Der Umkehrschluss, dass es oftmals mit dem Verständnis der Krise nicht allzu weit her sein kann, wenn die Leute, die die Krise heute erklären, diese gestern durch anderes Handeln ihrerseits auch hätten verhindern können, verbietet sich von selbst: keine Expertise, keine Interviews.

weiterlesen

Die Facebook-Ideologie #postprivacy


Na, das lief ja glänzend heute. Schon am ersten Tag ging die Facebook-Aktie in Stagnation über. Banken griffen stützend in den Handel ein, Facebook-Zulieferer mussten vom Handel ausgesetzt werden. Aus Anlass des Facebook-Spektakels erinner ich an die dazugehörige Ideologie “Post-Privacy”. Vor sieben Monaten erschien das dazugehörige Buch, ich schrieb damals eine Rezension, die nach langer Lagerung nun hier erscheint.

weiterlesen

Kleine Gehälter, große Fragen

Es geht ums Urheberrecht, doch die Bedürfnispyramide muss von Grund auf neu gebaut werden.

Es ist doch sehr widersprüchlich. Nun haben wir die Weblogs, Twitter, Podcasts, Youtube und – ganz neu – Google+Hangouts On Air, endlich lässt sich von allen alles überall sagen. Endlich ist das Echtzeitinternet keine Utopiechiffre mehr und dann entschuldigt sich Max Winde heute zum Einstieg in seinen F.A.Z.-Artikel dafür, dass auch er noch etwas zum Thema Urheberrecht beitragen möchte.

weiterlesen

Jeder will Willy wählen!

Interessiert man sich für Schwarmverhalten, muss man das gleiche machen, wie wenn man sich für Netzwerke interessiert. Man geht irgendwo hin, wo sie sind und guckt zu, zum Beispiel vormittags auf einem Spielplatz, wenn dort ganze Kindergärten zu finden sind. Die Kinder sind die Schwärme und die Erwachsenen sind das Netzwerk.

weiterlesen

Wie wäre es mit Vertrauen?

Bei all den Lösungen, die diskutiert werde, werden Probleme übersehen. Diese Diagnose kann als die einzig richtige, heute gültige behandelt werden, weil sie inhaltlich so neutralisiert ist. Sie sagt nichts darüber, was ist, sondern nur, dass man es nicht weiß. Nun wird selbst die zeitgeistgegenwärtigste politische Partei gefragt, was in ihrem Programm steht, und anstatt die Frage mutig als absurd abzulehnen, gilt das alte Spiel, in welchem demnächst Inhalte versprochen werden, für eine Zeit, deren zukünftige Probleme erst recht unbekannt sind. Gibt es noch Vertrauen in Personen, Verfahren und Systeme? Wie viel Welt lässt sich einer Idee opfern, die fordert, Einblicke zu gewähren, aber nur aufzeigt, was man alles trotzdem nicht sieht? Warum qualifiziert man sich auch 2012 politisch noch mit Text und Phrasen, deren oberster Kritikpunkt ist, dass sie – wenn es dann tatsächlich darauf ankommt – nicht schnell genug vergessen werden können?

weiterlesen