Wie vergleicht man Informationsungleichheiten, wenn man sie schon nicht vollständig begrenzen kann?

Schnittstelle

In der Praxis nicht ganz einfach: Aber wer den computergestützten Einsatz von Algorithmen eingrenzen will, sollte zuerst seine organisatorischen Grenzstellen kennen

In ihrem Artikel “Risiken des Hochfrequenzhandels (HFT) – Das systemische Risiko der Dummheit” beschreibt Yvonne Hofstetter, Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH, den Einsatz von Handelsalgorithmen an computerbasierten Finanzbörsen. Frau Hofstetter ist eine ausgewiesene Kennerin im Einsatz von “intelligenten Datenauswertungssystemen für kommerzielle Unternehmen sowie für die Rüstungsindustrie”. Das kritische Einbringen ihrer Expertise in die öffentliche Diskussion verdient Beachtung, denn viele ihrer KollegInnen aus den digitalen Branchen hüllen sich im Schweigen. In ihrem neuesten Artikel in der F.A.Z. vom 15. Oktober 2013 plädiert sie beispielsweise für einen differenzierteren Blick auf die Möglichkeiten zur “Kontrolle” von Algorithmen an elektronischen Finanzbörsen.

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Wie die Börse funktioniert

In einem bemerkenswerten kleinen Text zum Thema Hochfrequenzhandel äußerte sich heute Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse AG, auf den Wirtschaftsseiten der F.A.Z. zu Wunsch und Wirklichkeit seines Handelsplatzes, den er inzwischen, folgerichtig, “Handelsplattform” nennt. Wie ist das also mit dem HFT?

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Und die Moral von der Geschicht’?

Eine bessere Moral als die der anderen (Modelle) gibt es nicht

Über 40.000 Angestellte haben in den letzten Monaten an den Finanzplätzen in London und New York ihren Stuhl räumen müssen. Dass die meisten von ihnen nicht unbedingt wieder zurück möchten, ist bei dem arbeits(un)rechtlichen Ausmaß an Selbst- und Fremdausbeutung kaum verwunderlich. Und was dann?

Nach dem Exit aus der verhassten Branche und der beruflichen Stagnation folgt nicht selten auch die Depression in den Köpfen. Als Therapieform liegt neben der Verschwörungsschrift derzeit die Autobiografie im Trend. Sie ist nicht allein in der Literaturwissenschaft als Zwecks- und Gebrauchsform anerkannt, denn sie verhilft den Gegangenen nicht nur zur (un-)endlichen Selbstreflexion und Selbstthematisierung, sondern hält den Autor zunächst einmal im Alltag beschäftigt.

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Das Eigenrecht der Hauptversammlung

Ein Vergleich zwischen der Nutzung von Stimmrechten und anderen Einflussmitteln zur Absteckung eines unbeachteten soziologischen Forschungsfeldes*

Kommunikation beginnt beim Verstehen. Es kann dabei nicht um richtiges Verstehen gehen, denn selbst einfach mal Klartext zu reden, bleibt eine psychische Utopie. Sie kann nur sozial, also kommunikativ fingiert werden. Der Anspruch authentischer Kommunikation konfrontiert nicht nur Autor und Publikum mit kognitiven Grenzen, sondern auch die Motive und Gedanken hinter der Mitteilung oder hinter dem Verstehen können nicht restlos geklärt werden.[1] Und wenn so zwangsläufig der Selbstinszenierungs- oder Manipulationsverdacht bei jeder Kommunikation mitläuft, machen sich Einzelne verdächtig, damit beeindrucken zu wollen, dass sie nun aber doch meinten, was sie sagten. Ein paradoxer Effekt: Wer sich also um Klartext bemühen muss, der hat anscheinend andere Gründe zu verbergen.[2] Diesmal mag sich das Eigenrecht der Situation danach zu Gunsten Herrn Seehofers wenden.[3] Es hätte jedoch auch ganz anders ausgehen können. Die nächsten Nachbemerkungen werden nicht mehr so leicht politisch ummünzbar sein, denn Wiederholungen sind selten noch authentisch.

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Was man am Goldman Sachs Skandal lernen kann


Über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Kommunikation von Lernfähigkeit

In Zeiten einer täglich neu ausgerufenen und diskutierten Finanzkrise (auf kriegsdeutsch: Finanzschlacht, Schuldenfeuer, EZB-Operation Bertha) ist der Informationsdruck hoch, um die Themenschwelle der Agenda zu überschreiten und gesellschaftliche Resonanz zu erzeugen. Resonanz im Mediensystem richtet sich nicht wie in der Politik nach bestimmten Konsenschancen versprechenden Entscheidungsvorhaben, sondern nach den sogenannten Nachrichtenfaktoren, zu dessen verbreitester Maxime wohl die Formel des only bad news is good news zählt.

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Die Moral der Motive

Greg Smiths Goldman Sachs Schelte

Am 14. März erschien in der New York Times ein Artikel, in dem der ehemalige Investmentbanker Greg Smith mit seinem wiederum ehemaligen Arbeitgeber, Goldman Sachs, abrechnete. Der Vorwurf, den Smith Goldman Sachs macht und der daraufhin für weltweites Medienecho sorgte, ist simpel: Die Investmentbank versucht losgelöst von Fragen moralischer Integrität Gewinn zu machen und nimmt dabei in Kauf, dass Produkte verkauft werden, die wissentlich keinen Nutzen für den Kunden haben. In der Negativfassung dieser Aussage formuliert, könnte man sogar meinen, die Produkte haben nicht nur keinen Nutzen, sondern richten darüber hinaus auch Schaden an. Von einem herzlosen Verhältnis zu den Kunden, die „abgezockt“ werden, ist die Rede. O-Ton: “It makes me ill how callously people talk about ripping their clients off”. Letztere würden firmenintern sogar nur als “Muppets” (Deppen) adressiert. Smiths Kalkül, so seine Selbstdarstellung, ist dabei die ultimative Selbstaufopferung verstanden als Kündigung und Inkaufnahme des Risikos auf lange Zeit keinen Job mehr an der Wall Street zu bekommen, um die von ihm hoch geschätzt Investmentbank Goldman Sachs zu einem Kurswechsel zu bewegen.

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Meinung zählt!

Massenmedien als riskante Meinungsmärkte – Gezahlt wird mit prekärer Aufmerksamkeit

Überall wird nach Meinungen gesucht. Ob man den Supermarkt, die Universität, das Kirchengemeindehaus, das Museum oder das Bürgerbüro seiner Stadt betritt, irgendwo findet sich immer ein verstaubter Kummerkasten, ein zu langer Fragebogen oder ein unlesbares Gästebuch. Aber schon lange geht es hier nicht mehr nur um mitmachen und gewinnen, sondern sozial viel folgenreicher: um Achtung, Missachtung und Verachtung.

Früher kannte man Abstimmungsprozesse fast ausnahmslos vom letzten Wahlgang. Heute ist jeder Tag ein Wahltag. Nicht nur die Marktforschungsinstitute veröffentlichen fast täglich neue Stimmungsbilder und Produktbarometer. Im Netz wimmelt es von Befragungstools über den Rücktritt von Politikern, über den neuesten Hit, das coolste Outfit oder die günstigste Krankenversicherung. Während Wahl- und Parteienforschung regelmäßig über sinkende Wählerquoten und wachsende Politikverdrossenheit klagen, kann von Meinungsverdrossenheit keine Rede sein. weiterlesen