Muss man ja wohl lesen müssen

Muss Angela Merkel ein Buch lesen, wenn es von einem Bundesbankvorstand kommt und eine „öffentliche Debatte“ über seinen Inhalt und zwangsläufig auch über den Autor geführt wird? Nein! Denn wenn es ein belletristisches Lesebuch wäre, würde es zu keiner derartigen Debatte führen, wenn es dagegen ein Sachbuch oder enger ein wissenschaftliches Buch ist, reicht es erst mal, sich als Kanzlerin von seinem Stab ein Dossier zum Thema und Buch anfertigen zu lassen und diese 5 Seiten zu lesen.

Wissenschaftliche Literatur liest sich nämlich einfacher als gedacht, wenn man mit Verstand an einen Text herantritt. Denn das was in Belletristik das Wunder darstellt, ist in der wissenschaftlichen Literatur „Füllmasse“, die sich um Prämissen, Thesen und Argumente legt und aus kleinen Ideen große Bücher macht.

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Schwarz/Gelb-Kritik-Kritik

Die FAS titelt heute „Neues Deutschland“ und bildet dazu die in Nachdenklichkeit versunkenen aber auch Engagement zeigenden Köpfe der Minister: Schröder, von der Leyen, zu Guttenberg und Röttgen ab. Den Weg  vom Briefkasten zurück war ich überrascht, denn eigentlich ist gerade überhaupt nicht die Zeit, in der eines der besseren Printmedien anfangen könnte, Schwarz/Gelb schönzureden. Aber noch bevor ich oben ankam, wandelte sich mein Gedankengang.

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Religiöser und anderer Glaube

Religion, Gott und Glaube, das sind die Schlagworte der Texte, die mich die Woche am meisten interessiert haben. Irgendwie ist Richard Dawkins „Gotteswahn”, ein Buch, das ich aus Prinzip nicht lesen würde, hochgekocht und wurde, wie es das Thema hergibt, kontrovers und teilweise leicht emotional besprochen. Ergebnisse sind: Religion ist Bullshit, Gott ist keine so einfach zu umreißendes Phänomen und: es ist ein interessantes Thema, aber eben nur, solange es Thema bleibt.

Das Problem der Religion ist, das die Gesellschaft nicht ohne sie auskommt und nie ohne sie auskam. Religion ist der, wenn alle anderen Stricke des Weltbildes (Familienzusammenhalt, Karriereplanung, Fitnessplanung, …) reißen, letztlich übrig bleibende, ununterschiedene, absolut gesetzte Rückhalt, den man als Individuum, mit anderen Individuen, findet. Besonders wenn man sich einer unzähmbaren, unsicheren, unstabilen und inkonsistenten gesellschaftlichen Realität gegenüber ausgeliefert sieht.

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