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Stefan Schulz, 31.01.2012
Man darf Soziologen vorwerfen, dass sie sich am liebsten mit sich selbst beschäftigen und im Gespräch immer recht schnell zurück auf die Soziologie kommen, obwohl sie sich damit brüsten, über Gott und die Welt aussagen zu können. Aber diese Vorwürfe sind weder berechtigte Vorhaltungen noch korrekte Beobachtungen. Es ist schlicht die soziologische Praxis von dem, was in der übrigen Praxis passiert: Die absichernde Beschäftigung mit sich selbst unter der Bedingung geringer aber folgenreicher Sensibilität für alles andere.
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Stefan Schulz, 06.01.2012

Man kann es immer übertreiben, gerade in der Liebe.
Na gut, nehmen wir einmal an, sie hat hiermit recht: Die ‚neuen Männer’ sind rücksichtsvoll verlegen, mutlos und durch ständiges Denken in ihren Taten gehemmt. Was wäre die Konsequenz? Soll man es als Plädoyer lesen, als Mann (wieder?) tatkräftig, undurchdacht und fordernd mit Frauen umzugehen?
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Stefan Schulz, 25.11.2011

Kinder lernen erst spät, sich physisch von ihrer Mutter zu unterscheiden. Doch was lernen sie dabei?
In einer meiner ersten Uni-Veranstaltungen, erstes oder zweites Semester, in einem Sozialpsychologieseminar, hatten wir mit der Dozentin festgestellt, dass es im Grunde keinen Altruismus gibt, weil sich jedes derartige Verhalten auf Egoismus zurückführen lässt. Glücklicherweise war das ein Ausflug in ein fremdes Fach, mein Studium war das der Soziologie. Obwohl ich, um den familiären Fragen auszuweichen, lange behauptet hatte, ich „studiere im Grunde nur Quatsch“, wusste ich ab diesem Seminar, dass ich gerade keinen Quatsch studiere und dass ein Merkmal dafür die Einsicht war, dass es auf gute Fragen eben nicht zwingend gute Antworten gibt. Wer seitdem Obiges (oder Ähnliches) behauptet, wird mit Skepsis beobachtet. Nicht, weil es inhaltlich falsch sein kann, sondern weil schon das Behaupten als solches falsch ist. Altruismus ist einer dieser Begriffe, der zwar pragmatisch benutzt werden kann, der aber keiner inhaltlichen Überprüfung standhält. Wir wissen nicht, was er sagt; wir können es uns nur immer wieder neu fragen.
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Stefan Schulz, 13.11.2011
Malte Welding findet gute Worte:
“Man muss sich das einen Moment vorstellen: Der Vater, der Mann, der Bruder, der Freund wird ermordet. Und dann gibt es niemanden, der das getan hat.
(…)
So wurde das Leiden privatisiert, das Leben ging weiter.Terror braucht Presse. Jetzt, da sie da ist, werden wir was erleben.”
http://www.malte-welding.com/2011/11/13/wenn-terror-keinen-schrecken-verbreitet/
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Stefan Schulz, 31.08.2011
Richard Dreyfuss liest die iTunes EULA
Wenn man beim Friseur sitzt, und das dortige Personal fragt, wie man sein Haar den pflege und man mit: “hm, was meinen Sie denn?” oder “hm, gar nicht” antwortet, erntet man Blicke des Unverständnis. Friseuren ist, so meine Beobachtung, recht häufig der Vorwurf zu machen, dass sie sich mit ihren Kunden verwechseln und jedem Menschen unterstellen, sich 8h am Tag nur um Haare zu kümmern. Ähnlich ist es beim Zahnarzt. Mir wird regelmässig empfohlen, auf Säfte gänzlich zu verzichten – als ob es mir in jeder Lebenslage nur um die Säurebelästigung meiner Zähne ginge. Bei Friseuren lächelt man noch darüber, Ärzte nimmt man schon ernster. Aber im Grund es ist falsch, dem (eigenen) Leben auch nur irgendeinen obersten Wert, eine Zielsetzung oder gar einen (und keinen anderen) Sinn zuzuteilen.
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Stefan Schulz, 16.07.2011
Die letzten Monate hat sich nicht nur hier ein tragendes Thema herauskristallisiert. Bei mir war es das durch Werturteile dominierte „Privatmeinungsinternet“, bei Klaus Kusanowsky ist es die „Trollforschung“ Erforschung der “Trollkommunikation”. Ich habe meine private Meinung dazu etwas klarer geäußert, kusanowsky blieb diszipliniert beobachtend & diagnostizierend. Sascha Lobo wurde hin und wieder erwähnt. Er zeigte in seinem re:publica Vortrag und vereinzelten Texten Sensibilität für das hinter dem Thema steckende Problem. Sozusagen ergänzend kommen bei ihm Appelle und Therapieansätze vor.
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Stefan Schulz, 09.07.2011
Constanze Kurz schreibt hier über das Scheitern der letzten Sitzung der “Internet und digitale Gesellschaft”-Enquête-Kommission des Bundestags. Der thematische Sachverstand, die individuellen Ziele und die politische Entscheidungslogik haben sich blockiert. Das hat für viel Wirbel gesorgt, weil das Scheitern von unbeteiligten Beobachtern sofort Personen zugerechnet wurde und so viel persönliche Enttäuschung hervor rief.
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Stefan Schulz, 14.06.2011

Schon seit einer Weile finde ich es auffällig, dass die nach Fukushima einsetzende Debatte zum Atomausstieg von der Atomkraftlobby gerade dahin gehend ausgebeutet wird, vor den Risiken eines überhasteten Atomausstiegs zu warnen. Strom könne ausfallen, weil das Netz für wechselhaften Ökostrom nicht ausgelegt ist. Das Ausmaß an Investitionen in ein neues Stromnetz könne noch nicht abgesehen werden. Kurzum: Strom wird ausfallen und gleichzeitig teurer werden. Damit sei zu rechnen.
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Stefan Schulz, 08.06.2011

Heute Morgen bin ich beim autopoiet über eines der vielen, tollen Dirk Baecker Interviews gestoßen und habe mein geplantes Vormittagewerk mal wieder über den Haufen geworfen. Was aber doppelt entschuldigt werden kann, weil man seine Zeit mit Dirk Baecker nie verschwendet und es überdies inhaltlich darum ging, von der europäischen Tugend des Planumsetzens Abstand zu gewinnen. ;-)
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Stefan Schulz, 18.05.2011

In seiner allerletzten Mission ist Captain Picard ganz allein (TNG S07E25). Er muss eine Anomalie verhindern, die er in der Zukunft verursacht, die sich in der Zeit rückwärts ausbreitet und die das Universum verschlingt. Das ist selbst für Star-Trek-Verhältnisse spektakulär, denn diesmal hilft die Technik nur in zweiter Linie, das eigentliche Problem bedarf einer anderen Behandlung. Der Captain muss es in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft auf gleiche Weise lösen. Sein Zusatzproblem, das er unkontrolliert zwischen den drei Zeiten hin und her springt, kommt ihm für diese Mission noch als Glück im Unglück entgegen. Am Ende steht die Enterprise-Welt also kopf. Nicht das Universum gibt die Orientierungswerte Raum und Zeit vor, sondern das Individuum ist der archimedische Punkt. Die Zeit verläuft nicht mehr und der Raum zergeht im „Nichts“.
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Stefan Schulz, 08.04.2011
Da wir gerade beim Thema waren. Es hat Sinn, sich selbst und andere darüber zu informieren, was man tut. Bzw., wenn man es eben noch nicht weiß, darüber zu diskutieren. Dazu findet im Herbst in Berlin eine interessante Veranstaltung von und für Studierende statt: Ein Soziologiekongress zum Thema „Komplexe neue Welt“ und es geht, sehr sympathisch, nicht darum zeitdiagnostische Behauptungen zu formulieren, sondern gemeinsam festzustellen, was überhaupt Sache ist: „Was ist neu?“ und „Was ist geblieben?“
Obwohl wir Sozialtheoristen mit den Veranstaltern dieses Kongresses bislang nichts zu tun haben, kommen wir sehr gerne der Bitte nach, auf die Veranstaltung und den dazugehörigen Call for Papers hinzuweisen.
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Stefan Schulz, 04.03.2011

Jürgen Kaube wartet heute mit einem ganz wunderbaren Text und einer ziemlich besorgniserregenden Zeitdiagnose auf: Die Chinesen überholen uns!!! Nein. So platt ist es nicht. Auch wenn die Chinesen in der Überschrift auftauchen.
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Kai Mürlebach, 06.05.2010
Auf andere Blogs wird hier zwar selten verlinkt, aber der im Literaturmagazin Glanz&Elend zu findende Artikel von Goedart Palm wäre auch eine Zierde dieser Seiten:
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Stefan Schulz, 13.03.2010

In unregelmäßigen Abständen werden wir auf soziologisches und soziologisch interessantes Material im Internet verlinken. Ausgabe 1:
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