Zu den Abgrenzungsfolien einer prozesssoziologischen Gewaltforschung

Dieser Text ist eine Reaktion auf den Beitrag „Gewalt erklären?“ auf sozialtheoristen.de von Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl  https://sozialtheoristen.de/2021/01/18/gewalt-erklaeren/ und weitergehend auf das Buch „Gewalt erklären! Plädoyer für eine entdeckende Prozesssoziologie“ (Hamburg: Hamburger Edition, 2020). Es ist ein erster Aufschlag für eine Diskussion, die wir in den nächsten Monaten auf sozialtheoristen.de führen wollen. Kolleginnen und Kollegen sind herzlich eingeladen sich nicht nur mit Kommentaren zu beteiligen, sondern auch eigene Beiträge auf sozialtheoristen.de beizusteuern. Bei der Publikation eines Textes auf sozialtheoristen.de helfen gerne Thomas Hoebel (thomas.hoebel@his-online.de) oder Stefan Kühl (stefan.kuehl@uni-bielefeld.de), bei technischen Fragen des Hochladens Alexandra Boldys (sekretariat.kuehl@uni-bielefeld.de).

Der Anspruch einer prozesssoziologischen Gewaltforschung wird schon durch das Ausrufezeichen im Titel des als programmatischen Aufschlags gedachten Buch von Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl deutlich – „Gewalt erklären!“.[1] Damit richten Sie sich gegen alle Vorschläge, die von einer Unmöglichkeit zur Erklärung von Gewalt ausgegangen sind. Sie grenzen sich explizit von Ansätzen ab, die soziales Handeln zwar generell für erklärbar, Gewalt hingegen – oder wenigstens spezifische Formen der Gewaltanwendung wie die Morde während des Holocaust – für unerklärbar halten.[2] Weitergehend sehen sie bei denjenigen, die „für einen Verzicht auf kausale Erklärungen plädieren“ – sie denken besonders an Trutz von Trotha und Jan Philipp Reemtsma als maßgebliche Protagonisten der neueren Gewaltsoziologie –, gerade „durch ihre beschreibende Herangehensweise wohl am ehesten das Zeug, nachvollziehbare und valide Erklärungen von Gewalt anzubieten“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 197).

Die beiden Prozesssoziologen identifizieren in der Gewaltforschung „drei typisierbare Forschungsstränge“ – von ihnen Heuristiken genannt – gegen die sie ihren „entdeckende Prozesssoziologie“ etablieren wollen. Die konkurrierenden Ansätze fassen sie mit den Stichworten »Motive«, »Situationen« und »Konstellationen« zusammen. Diese drei Heuristiken würden Gewalt jeweils „auf eine ganz bestimmte Weise erklären“, seien aber „in sich defizitär“, weil sie immer wieder vor „nicht zu lösenden theoretischen Schwierigkeiten“ ständen (Hoebel und Knöbl 2019, S. 61).

Unter der ersten Heuristik, die der Motive, werden Ansätze zusammengefasst, die sich damit beschäftigen, warum jemand Gewalt ausübt. Als Referenzpunkt der Auseinandersetzung werden dabei nicht – wie man vermuten könnte – quantitative Untersuchungen (siehe zu dem Themenkomplex aufschlussreich schon Imbusch 2004; Hüttermann 2004) oder autobiographische Studien (siehe als Einstieg für die in der Geschichtswissenschaft immer noch prominente Täterforschung Paul und Mallmann 2004; Longerich 2007; früh kritisch dazu Mommsen 2006) ausgewählt, sondern Ausarbeitungen, die einen „heterodoxen Zugriff“ auf die Motivlage versuchen (maßgeblich Kalyvas 2006). Hier würden zwar die üblichen Erklärungen von Massengewalt mit religiösen, ethnischen oder politischen Absichten zurückgewiesen, aber gleichwohl an „als stabil erachteten Handlungsabsichten“ als Erklärungsansatz festgehalten werden (Hoebel und Knöbl 2019, S. 38).

Die zweite identifizierte Heuristik ist die der Situationen. Damit werden Ansätze einer „radikale[n] Mikrosoziologie der Gewalt“ verstanden, die in der Tradition von Randall Collins die „lokale Kausalität in Konfrontationssituationen“ betonen (Hoebel und Knöbl 2019, S. 39).[3] Diese „merkwürdige einseitige Interaktionszentrierung“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 39) würde, so die Kritik, nur funktionieren, wenn man sich auf seine „problematische Emotionstheorie einlässt und gleichzeitig ignoriert, dass er diese Emotionstheorie braucht, um die konzeptuellen Schwierigkeiten, die der Situationsbegriff ihm einbringt, umgehen zu können“. Wenn man sich nicht auf diese „problematische Emotionstheorie“ einlassen wolle, dann sei man „wieder im Fahrwasser von intentionalen, hermeneutischen oder narrativen Erklärungstheorien“, die letztlich auf „Motive, Ideologeme“ oder „kulturelle Deutungsmuster“ zurückgreifen müssten (Hoebel und Knöbl 2019, S. 96).

Die dritte identifizierte Heuristik wird von Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl unter dem Begriff der Konstellationen zusammengefasst, die „explizit die Motive der Gewaltakteure ausblenden oder in den Hintergrund schieben“.[4] Diesen Studien sei gemein, dass sie sich vom mikrosoziologischen Turn in der Gewaltforschung lösen wollen, weil sie allesamt den Verdacht hegen, dass der „zu detailgetreue Blick auf die Gewalt die Prägekraft der Kontexte ignoriert, in die diese Gewalt (…) eingebettet ist (Hoebel und Knöbl 2019, S. 39). Unter dem Begriff der „Konstellation“ werden dann Studien zu Gewaltmärkten (Elwert 1997), „Gewalträumen“ (Snyder 2010; Snyder 2015; Baberowski 2015) und „Gewaltorganisationen“ (Kühl 2014) zusammengefasst.[5] Dass es sich beim Stichwort „Konstellationen“ für die beiden Prozesssoziologen also um eine „Residualkategorie“ (Sutterlüty 2019) für sehr unterschiedliche Studien handelt, wird allein dadurch deutlich, dass sie mit „Konstellationen“ einen – freundlich ausgedrückt – unterbestimmten soziologischen Begriff benutzen und sich wenig Mühe geben, selbigen soziologisch präzise zu bestimmen.[6]

Dabei wird bei der lesenswerten Rekonstruktion der drei Heuristiken der Gewaltforschung deutlich, dass eine bestimmte Herangehensweise für Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl ein Ansatz des Teufels ist: nämlich die Erklärung von Gewalt über Motive. Die eigene Verortung in der Traditionslinie der „Innovateuren der Gewaltforschung“ um Truth von Trotha, die sich durch eine Abgrenzungen gegenüber der mit Interviews oder Fragebögen arbeitenden Motivforschung profiliert haben, ist unverkennbar. Fast schon detektivisch wird versucht, nachzuweisen, dass es den bisherigen Gewaltforschern nicht gelungen ist, den „postulierten analytischen Motivverzicht durchzuhalten“ und sie dadurch „von ihrem ursprünglichen Erklärungsmodell zumindest implizit immer wieder auch massiv abrücken müssen“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 39).

Aber die Frage ist, ob sie an dieser Stelle nicht in ihrer Ablehnung von Motiven überziehen. Es mag für die Innovateure in der Gewaltforschung überraschend kommen, aber für Soziologen – selbst für Systemtheoretiker – ist es nicht ausgeschlossen, dass Personen Motive für ihr Handeln besitzen. Sicherlich – es wäre soziologisch hochgradig naiv, soziale Strukturen allein aus Motiven von Personen ableiten zu wollen. Damit würde man die Zufälle und Eigendynamiken bei der Ausbildung von sozialen Strukturen sowie die Wirkmächtigkeit von sozialen Strukturen auf Personen unterschätzen. Aber das bedeutet nicht, dass Personen keinerlei Motive haben können. Im Gegenteil – es spricht empirisch sogar einiges dafür, dass es individuelle Motive gibt, weswegen Personen beispielsweise Freundesgruppen bilden, Mitglied einer Organisation werden, sich Protestbewegungen anschließen oder Familien gründen.

Wenn man das bei Akteurstheoretikern leider chronische Überziehen der Bedeutung von Motiven vermeidet, ist das soziologische Problem mit den Motiven vorrangig ein methodisches: Wir können den Aussagen von Personen über ihre Motive nicht trauen, weil ihre Darstellungen maßgeblich durch die Situationen geprägt werden, in denen sie Auskunft über ihre Motive geben (siehe das klassische Argument von Mills 1940). Aber das bedeutet nicht, dass sie keine Motive haben müssen. Selbst wenn wir über die „wirklichen Absichten“ von Personen nichts sagen können, kann man doch beobachten, wie Motive von Personen antizipiert werden. Eine soziologisch informierte Gewaltforschung darf deswegen nicht den Motivdarstellungen von Personen auf den Leim geben, aber sie kann gleichwohl rekonstruieren, welche Annahmen sich über Motive in sozialen Prozessen finden lassen und wie die unterstellten Motive bei der Ausbildung von sozialen Strukturen antizipiert werden.[7]

Worin besteht jetzt der Kern einer entdeckenden Prozesssoziologie in der Gewaltforschung?

Wenn man es überspitzt ausdrückt, dann besteht die Hauptkritik der Vertreter einer entdeckenden Prozesssoziologie darin, dass die Gewaltforscher bisher zu kurze Zeitspannen ins Blickfeld genommen haben. Sie würden, so der Vorwurf, lediglich eine „interaktionszentrierte Erklärung in einem besonderen, verengten Sinn“ liefern. Die Gewaltforscher konzentrierten sich in ihrem „Casing“ – damit meinen beide Prozesssoziologen die Fallauswahl sowie den Fallzuschnitt – auf „ein- oder wechselseitige Attacken“, die sich zwischen „kopräsenten Situationsteilnehmenden ereignen“. Dann würde sequentiell vorgegangen werden, indem die „sich schrittweise entfaltende und von Moment zu Moment wandlungsfähige Beziehungsqualität zwischen anwesenden Personen“ nachgezeichnet und das Ausbilden von einem „kurzen Moment emotionaler Dominanz“ aufgezeigt werden. Das „Causing“ – also die  Begründungsform – der Interaktionssoziologen unter Gewaltforschern basiere damit letztlich auf den „emotionalen Beziehungen zwischen anwesenden Personen, die visuell füreinander erreichbar sind“ (Hoebel und Knöbl 2019, 85f.).

Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl bezweifeln – und hier setzt ihre Prozesssoziologie an –, dass man „die Situationsdefinition derart verdichten kann“, dass sich das „Erklärungsproblem“ „allein durch die schiere Rekonstruktion von Situationsverläufen“ lösen lässt. Das würde nämlich bedeuten, dass „die Situation selbst schon die Gewaltsequenz vollständig in sich“ trage, also „alle relevanten Ereignisse, die zeitlich aufeinander folgen und aneinander anschließen und so die Art und Weise der Gewalt und schließlich den Zeitpunkt ihres Beginns und ihres Endes erklären“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 86). Um die Begrenzung dieses Erklärungsansatzes zu überwinden, bräuchte es einer Herangehensweise, die die „unmittelbare Interaktion zwischen Anwesenden transzendieren“ könne (Hoebel und Knöbl 2019, S. 96).

Bei aller Unklarheit des Begriffs des „Transzendierens“ – der Lösungsvorschlag scheint naheliegend. Aus dem „situativen Ansatz“ der Interaktionisten müsse, so das Plädoyer, ein „transsituativer Ansatz“ gemacht und damit der Blick dafür geschärft werden, wie sich „Gewalttaten über Situationen hinweg zeitlich fortsetzten“ (Hoebel 2019, S. 51). Statt des Blicks auf nur ein „Ereignis“ geht es bei der propagierten prozessualen Zentralperspektive darum, durch den Blick auf die „Verkettung bestimmter Ereignisse“ einen erklärenden Zugriff auf das Gewaltphänomen zu erhalten (Hoebel und Knöbl 2019, S. 158).[8]

Mit dem Verweis auf die „Transsituativität“ erledigt sich die von Randall Collins – sicherlich der bekannteste interaktionssoziologisch orientierte Gewaltforscher – propagierte emotionstheoretische Erklärung von Gewalt fast von allein. Wenn man nicht mehr nur eine Situation, sondern mehrere zeitlich auch weiter entkoppelte und aus wechselnden Personen bestehende Gegebenheiten ins Blickfeld nimmt, dann lassen sich Erklärungen nicht mehr allein in der „emotionalen Qualität“ der „jeweils anwesenden Personen“ basieren, die „sensorisch aufeinander eingestellt sind“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 94). Salopp ausgedrückt: Wenn sich die Gewaltanalyse auf einen über sich mehrere Jahre streckenden Prozess bezieht, dann ist es recht unwahrscheinlich, dass die einzelnen Gewalttäter über den gesamten Zeitraum unter einem konstant hohen Blutdruck leiden.

Eine für „Transsituativität“ sensible Prozesssoziologie sollte, so Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl,  methodisch auf einer „sequentiellen Ereignisrekonstruktion“ beruhen (zur Grundlage dieser Methode siehe Abbott 1981, 1990). Der Ertrag einer solchen theoretischen Konzeption ließe sich, so die beiden Prozesssoziologen, bereits an ganz unterschiedlichen Fällen wie dem Attentat von Breivik in Utoyo, den Pariser Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt, Massentötungen von deutschen Ordnungspolizisten in Józefów 1942, das Massaker in Srebrenica und die Eskalation der Gewalt während der Anti-G20-Proteste in Hamburg im Jahr 2017 beobachten. Die Autoren glauben also nicht daran, dass – um Wolfgang Herrndorf (2018, S. 105) zu paraphrasieren – es ausreicht, einen „Wegweiser in die Erde“ zu rammen und dann zu glauben, den „nächsten Kreuzzug angestoßen“ zu haben; sie wollen die Fruchtbarkeit des Vorschlags auch empirisch aufzeigen.[9]

Dieser in der Zeitdimension verlängerte Erklärungsansatz hat vieles für sich. Schließlich muss jede Gewaltanwendung – um mit Collins (2011b, S. 51) zu sprechen – nicht nur durch das Nadelöhr der Situation, sondern zu dieser Situation gibt es immer auch ein vorher sowie ein nachher.[10] Interessant ist jedoch, dass die beiden Prozesssoziologen den mikrosoziologischen Zentralfokus auf die Situation als „kleinste zeitliche Untersuchungseinheit“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 189) beibehalten. Die „entdeckende Prozesssoziologie“ setze, so die beiden Prozesssoziologen, bei einer „möglichst detaillierten Untersuchung von vergleichsweise kleinräumigen ‚Szenen‘ an, in denen Personen mit- und gegeneinander handeln“. Diese „Szenen“ dürfen dabei „keine allzu langen Zeitspannen umfassen“ und die Forscher müssten dabei an „allen Situationselementen“ interessiert bleiben, die diese Szene prägen (Hoebel und Knöbl 2019, S. 188).[11]

Diese Verengung auf „kleinräumige Szenen“ wird im Zuschnitt der bisher von den Forschern durchgeführten Analysen deutlich. Egal ob man sich die bisher durchgeführten Prozessanalysen des Massakers von deutschen Ordnungspolizisten in Józefów 1942, dem Attentat von Breivik in Utoyo, dem Massaker in Srebrenica während des Bürgerkriegs in Jugoslawien, den Pariser Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt oder die Eskalation der Gewalt während der Anti-G20-Proteste in Hamburg im Jahr 2017 anschaut – es handelt sich immer um die Rekonstruktion einer Abfolge zeitlich und räumlich eng miteinander gekoppelten Situationen.

Die Annahme hinter dieser mikrosoziologischen Engführung ist, dass ein „möglichst genauer Blick auf situationsspezifische Konstellationen“ nötig ist, „um zu einer tragfähigen Idee seiner mehr oder weniger theorieaffinen Bearbeitung zu gelangen“ Dabei käme es aber darauf an, dass man sich bei der Erklärung von Gewalt nicht einzig an den „Mikrobereich“ – die unmittelbare Interaktion in der Situation – gebunden fühlt. Die Begründungen für Gewalt – das „Causing“ – müssten auf der Analyse einer Gewaltsituation – dem „Casing“ – basieren, aber dann  die Situation selbst „unweigerlich transzendieren“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 188).

Letztlich geht es – und das wird bei Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl nicht immer deutlich herausgestellt – bei der „entdeckenden Prozesssoziologie“ um eine „kontextsensible Mikrosoziologie der Gewalt“. Bei einer „kontextsensiblen Mikrosoziologie der Gewalt“ wird, so Tabea Koepp und Chris Schattka deutlich expliziter, die Erklärung von Gewalt „stets an Anhaltspunkte geknüpft“, „die sich in der Situation selbst beobachten lassen“ (Koepp und Schattka 2020, S. 29). Es geht also nicht darum, in dem üblichen soziologischen Mikro-Meso-Makro-Spiel eine Mikroanalyse gleichrangig um eine Meso- und/oder Makroanalyse zu erweitern, sondern die Betrachtung der Meso- und Makroebene „in die mikrosoziologische Analyse zu integrieren“ (Koepp und Schattka 2020, S. 25).[12]

Letztlich unterscheiden sich die mehr oder minder gleichzeitig propagierte „entdeckende Prozesssoziologie“ sowie die „kontextsensiblen Mikrosoziologie“ lediglich in der Schwerpunktsetzung bei der Ausweitung einer mikrosoziologisch fundierten Analyse. Die kontextsensible Mikrosoziologie interessiert sich besonders stark für die Rahmenbedingungen der Gewalt, die durch indexikale Verweise im Material entdeckt werden können, während die Prozesssoziologie sich besonders stark auf das Vorher und Nachher einer Situation konzentriert. Somit handelt es sich in der praktischen Durchführung um kaum zu unterscheidende Spielarten einer mikrosoziologischen Erweiterung innerhalb der Gewaltforschung. Die Verfechter einer entdeckenden Prozesssoziologie bleiben bei aller heftigen – selbst für meinen Geschmack häufig zu heftigen – Kritik an Randall Collins in der Tradition einer Mikrosoziologie der Gewalt verhaftet.[13]

Einem mikrosoziologischen Paradigma anzuhängen muss – man verzeihe mir die leicht ironisch Formulierung – per se nichts schlechtes sein.[14] Die Mikrosoziologie ist empirisch deutlich fruchtbarer als eine Vielzahl anderer zur Zeit gehandelter soziologischer Zugänge – zumal einige der spannendsten Einsichten in der Soziologie zweifelslos durch einen fast schon mikroskopischen Ansatz generiert wurden (siehe für einige Themen nur beispielsweise für den deutschsprachigen Raum Bergmann 1987; Kalthoff 1996; Hirschauer 1999; Rottenburg 2002; Brückner und Wolff 2015; Knorr Cetina und Brügger 2002; Hirschauer 2019). Es würde aber gerade für einen prozesssoziologischen Ansatz mit seinem nicht unerheblichen Erklärungsanspruch nötig sein, diese mikrosoziologische Fundierung deutlich zu markieren – nicht nur um die mikrosoziologische Erklärung von Gewalt mit der Erklärung von Klatsch, Notengebungspraktiken, Fahrschulfahrten, Listenerstellungen, Aktienhandel und Schwangerschaften zu vergleichen, sondern auch um die Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Ansatzes auf einem theoretisch soliden Fundament erörtern zu können.[15]

Literaturverzeichnis

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[1] Deutlich wird der Anspruch gerade deswegen, weil einer der Autoren, in vorigen Publikationen noch das Fragezeichen – „Ist Gewalt erklärbar? (Knöbl 2015) oder „Gewalt erklären?“ (Knöbl 2017a – verwendet hat, dieses Mal aber zum Ausrufezeichen übergegangen ist.

[2] Bisher ist noch nicht systematisch untersucht worden, weswegen sich die Diskurse der „Unerklärbarkeit des Holocaust“ und des Diskurses der „Unerklärbarkeit von Gewalt“ parallel entwickelt haben.

[3] Siehe dazu das Diktum von Collins 2008, S. 2: „Not violent individuals, but violent situations – this is what micro-sociolegal theory is about. We seek the contours of situations, which shape the emotions and acts of the individuals who step inside them. It is a false lead to look for types of violent individuals, constant across situations.“

[4] Aufgegriffen wird hier schon ein älteres Ordnungsschemata einer der Autoren, in denen „Räume“ und „Organisationen“ als unzureichende Versuche zur Schließung des Mikro-Marko-Links der Gewaltforschung behandelt werden (siehe Knöbl 2017b, 12ff..

[5] Bei Gewaltorganisationen hätten die beiden Autoren auch das leider in der Literatur häufig übersehenen Werk von Jörg Balcke 2001 heranziehen können, welches sich für verantwortungsentlastende Strukturen interessiert. Bei Gewalträumen werden interessanterweise als Abgrenzungsfolie die Studien von Timothy Snyder und Jörg Baberowski, nicht aber die gerade unter raumsoziologischen Gesichtspunkten deutlich innovativere Arbeit von Michaela Christ 2011 herangezogen. In der Untersuchung von Christ wird fast schon in paradigmatischer Art und Weise gezeigt, wie raum- und prozesssoziologische Perspektiven verknüpft werden können und zusätzlich zumindest angedeutet, wie die Konstellation „Organisation“ mit den Konstellationen „Raum“ sowie „Zeit“ (letzteres ist ja auch nur eine vorstellbare Konstellation) verbunden werden könnte.

[6] Vermutlich haben sie den Begriff aus der innovativen Studie zur Eigendynamik von Stefan Deißler über die Eigendynamik von Bürgerkriegen übernommen, bei dem sich eine präzisere Bestimmung finden lässt. Auffällig ist jedoch, dass Deißler den Begriff nicht als Abgrenzfolie für eine Prozesssoziologie nutzt, sondern mit dem Konzept der „Konstellationszwänge als Movens der Eigendynamik“ geschickt prozess- und konstellationssoziologische Überlegungen kombiniert (siehe dazu Deißler 2016, 60ff..

[7] Siehe dazu ausführlich Kühl 2014, 75ff.  Schon bei den Innovateuren der Gewaltforschung ist unklar geblieben, auf welcher Ebene die Kritik an der Motivationsforschung ansetzt. Es gäbe verschiedene Alternativen: Erstens könnte man unterstellen, dass Menschen generell keine Motive für ihr Handeln haben – sie letztlich nur Marionetten in einem durch Strukturen oder Situationen geprägten Spiel sind. Zweitens ließe sich behaupten, dass Menschen generell Motive besitzen, aber diese lediglich bei Gewalt keine Rolle spielen. Drittens könnte man – und dieser Position hänge ich an – argumentieren, dass bei Gewaltinteraktionen, wie auch bei allen anderen sozialen Prozessen, Motive von Personen eine Rolle spielen können, wir diese aufgrund von methodischen Problemen zwar nicht direkt abfragen können, sich aber sehr wohl rekonstruieren lässt, wann, wie und welche Motive antizipiert werden.

[8] Für meinen Geschmack etwas zu monoton wird bei der Besprechung verschiedener zentraler Werke der Gewaltforschung das Fehlen einer prozessualen Perspektive beklagt. So in Bezug auf die Studie „The Logic of Violence in Civil War“ von Stathis N. Kalvas 2006: „Im Grunde fehlt es (…) Kalyvas‘ Ansatz an zeitlicher Sensibilität“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 69.

[9] Den Hinweis auf das wunderbare Zitat verdanke ich einer früheren Fassung der Arbeit von Chris Schattka und Tabea Koepp 2020. Das Zitat ist leider der Endredaktion zum Opfer gefallen, sodass ich hier versuche, es für die Gewaltforschung – und für die „Turnforschung“ – zu retten: „Einen Wegweiser in die Erde rammen und meinen, man habe den nächsten Kreuzzug angestoßen, ist Kinderkacke“. Wer meint, es besser zu wissen, so Wolfgang Herrndorf 2018, 105f. weiter „soll es sich selbst schreiben oder sich ins Knie ficken“.

[10] Insofern muss jede Gewalttheorie auch erklären, wie in der Interaktion konkret Gewalt ausgeübt wird (so schon das überzeugende Plädoyer von Sofsky 1994, 61ff.. Sie darf, so die Prozesssoziologen, nicht hinter den Stand zurückfallen, „den sie im Zuge von mikrosoziologischen Detailanalysen erreicht hat“ (Hoebel und Knöbl 2019, S. 127. Siehe auch das Referat der Argumentation bei Hoebel und Knöbl 2019, S. 84: „All motives and structural conditions conductive of violence must pass through the keyhole of the situation“ (Collins 2011b, S. 51. Bei den Autoren stimmen Seitenangaben im Zitat und Literaturangabe nicht überein. Die korrekte Seitenzahl ist S. 51.

[11] Der Begriff der „Szene“ – es lebe die „Metapheritis“ in der Gewaltsoziologie – wird hier nicht näher bestimmt. Es scheint damit die Aneinanderreihung verschiedener Situationen gemeint zu sein. Wunderbar ironisch ist in diesem Zusammenhang daher die kritische Zwischenbetrachtung der beiden Prozesssoziologen zur „Metapheritis“ in der Gewaltforschung (Hoebel und Knöbl 2019, S. 105.

[12] Das mikrosoziologische Grundprinzip, dass sich die Wirksamkeit der auf die „Makro- und Mesoebene“ ansetzenden Analysen „stets auf der Mikroebene beweisen“ (Collins 2011a, S. 51, wird hier ausdrückglich geteilt (Koepp und Schattka 2020, S. 25. Interessanterweise fassen Koepp und Schattka ihren Beitrag auch in die Form eines Plädoyers – einem „Plädoyer für eine kontextsensible Mikrosoziologie der Gewalt“ (Koepp und Schattka 2020. Bei allen Zweifeln an Collins gibt es hier deutliche Indizien für eine fast schon ontologische Bevorzugung von Interaktionen bei der Analyse von Gewalt (siehe aber die eher relativierenden Positionen von Collins selbst, hervorhebend von Hartmann 2019

[13] Bei Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl wird die Verortung in einem „mikrosoziologisch angelegten Paradigma wie dem symbolischen Interaktionismus oder der Ethnomethodologie“ eher kaschiert, indem zugestanden wird, dass die „entdeckende Prozesssoziologie“ als „Methodologie nicht an eine bestimmte Sozialtheorie gebunden“ ist (Hoebel und Knöbl 2019, S. 192. Ihr eigenes Konzept ist aber genau genommen eine Variante der Mikrosoziologie in der Tradition des symbolischen Interaktionismus und der Ethnomethodologie. Insofern sehe ich hier keine zu Collins‘ Mikrosoziologie „konträr liegende‚ entdeckende Prozesssoziologie‘“ (Braun 2020, S. 11.

[14] Man verzeihe mir die ironische Fassung des Satzes, die droht, meinen Respekt vor der Mikrosoziologie zu verdunkeln. Wenn es darum geht, empirisch gut gesättigte soziologische Texte zu lesen, führt kein Weg an der Mikrosoziologie vorbei. Wenn ich kein Systemtheoretiker wäre, wäre ich Mikrosoziologe.

[15] Siehe nur als einen möglichen Einstieg Knorr Cetina 1981. Auf das bekannte Problem der häufig mit den mikrosoziologischen Ansätzen verbundenen Fallstricke eines narrativen Erklärens gehe ich nicht ein. Siehe zu dem Problem Hüttermann und Ebner 2020, 514f.

 

Veröffentlicht von Stefan Kühl

Hat vor zwanzig Jahren als Student die Systemtheorie in Bielefeld (kennen-)gelernt und unterrichtet dort jetzt Soziologie. Anspruch – die Erklärungskraft der Soziologie jenseits des wissenschaftlichen Elfenbeinturms deutlich zu machen. Webseite - Uni Bielefeld

2 Kommentare

  1. […] an. (Wir danken dem Verlag Hamburger Edition für die freundliche Genehmigung.) Zusammen mit der Kritik von Stefan Kühl soll die Veröffentlichung bei den Sozialtheoristen ein Gespräch fortsetzen, das im Wintersemester […]

  2. Thomas Kron sagt:

    Vielen Dank für den interessanten Diskussionsaufschlag! Weil es passt zum Themafeld Erklären, Gewalt, Mikro, Makro – dass man wieder diese Unterscheidung heranzieht! – erlaube ich mir den folgenden Verweis. Wenn es konkreter passt, mische ich mich damit konkreter ein. Bis hierhin nur die Anregung, dass die Frage, wie man Gewalt zu erklären gedenkt, kaum unabhängig davon ist, wie man überhaupt mein soziologisch erklären zu können:

    https://link.springer.com/article/10.1007/s11609-020-00425-3

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