Rasende Konzertsäle, Hochgeschwindigkeitskinos

Ich war gestern im München, bei einer von den dortigen Filmfestspielen gerahmten Diskussion über das Urheberrecht. Auf dem Podium saßen ein Filmmanager, ein Filmregisseur und ein Filmautor zusammen mit zwei Politikern und einem Internetserviceprovider-Verbandsvertreter. Man sprach ziemlich einseitig über das Urheberrecht, aber nicht ohne die ‚Gegenseite’, von der kein Vertreter da war, zu vergessen – denn dazu ist der Leidensdruck derzeit viel zu hoch, ich berichte heute in der F.A.Z. darüber.

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“Wir-sind-die-Privilegierten.de”

Ich wollte hier einen Text schreiben, über die Beobachtung, dass sich in der Piratenpartei zwar keine Eliten, aber doch ausschließlich Privilegierte tummeln. Privilegiert, weil sie horrende Buchhonorare haben, weil sie verbeamtet sind, weil sie ein 1,0-Abitur vorweisen können. Privilegiert aber auch, weil sie noch keine Familien gegründet haben, noch keiner berufsbedingten Organisationszugehörigkeit gerecht werden müssen. Und auch deswegen privilegiert, weil sie sich in Deutschland um die Grundsicherheit ihrer Bedürfnispyramide keine Sorgen machen müssen. Privilegiert, weil sie sich um die Folgen ihres Handelns nicht zu sorgen brauchen. Privilegiert, weil sie nichts zu verlieren haben.

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Sozialtheoristenzeitung

Man hat ja so gerne was in der Hand, was haptisches, echtes, zum zusammenknüllen und in die Ecke werfen. Wir F.A.Z. Volontäre haben heute unsere ersten Zeitungsseiten von Grund auf selbst gebaut und gefüllt. Das Thema (wer braucht eins?) lautete “Kraut und Rüben”. Also habe ich im Sozialtheoristen-Textbestand nach Piratenstories gesucht. Verbaut sind das Interview mit Marina Weisband, der Text über Politik und Vertrauen und der über die Liquid-Feedback-Roboter. Es handelt sich um drei Texte mit 3787 Wörtern. Damit wäre auch eine für mich interessante Frage beantwortet: Würde man den gesamten Textbestand der Sozialtheoristen in F.A.Z.-Style übernehmen und drucken, würde man 54 Seiten füllen, also eine Samstags-F.A.Z.

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Was weiß Google jetzt?

Ich mag Leo Laporte sehr. Ich weiß nicht, wie man die paar Sekunden oben sieht, wenn man ihn nicht kennt. Er ist ein vorbildhafter Moderator, der im richtigen Moment gute Fragen stellt, seine Gäste kennt, sein (gar nicht so) kleines Unternehmen mit Liebe fortentwickelt und immer nach guten inhaltlichen Argumenten sucht. Wie er sich in der gestrigen Twig-Ausgabe äußert, ist einfach vorzüglich.

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Nachtrag zur Facebook- und Twitterindustrie

Sascha Lobo hat recht. Mein zuletzt vorgetragener Vergleich von Twitter und der Bahn hinkt. Denn man weiß natürlich, was ein Zug macht und man darf seine Bürgerrechte während der Fahrt behalten, während Online Social Networks es bei einem vagen “möglicherweise” in ihren AGB belassen und den ihnen ausgelieferten User fordern. Der “Zugriff auf die Datenbank des Denkens und Fühlens” soll per Marktwirtschaft geschehen und das Scharnier zwischen Individuum, Organisation und Gesellschaft sind die AGB. Warum?

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