Monat: Juni 2011

  • Ließe sich alles retten? Schon morgen!?

    Das Nachdenken über den Staat wird ja heutzutage etwas erschwert. Überall steht geschrieben, der Staat solle Banken retten, Hauptschulen und Atomkraftwerke abschaffen und, sofern er sich in der Lage sieht, Olympische Spiele veranstalten. Wenn man von diesen Luxusproblemstellungen absieht, die die Moderne dem Staat aufbürdet, bleibt von der Institution Staat ein zweiseitiges Prinzip übrig: Er…

  • Frauenfußballmissverständnis

    Es war ja eigentlich klar, dass man zu Zeiten einer Frauenfußball-Weltmeisterschaft im eigenen Lande nicht in Ruhe keinen Fußball gucken darf. Wenn es um Frauen in Männerdomänen geht, werden Gefälligkeitshobbys zu Staatsbürgerpflichten. Und gerade diejenigen, die von Fußball keine Ahnung haben, das auch genau so schreiben*, fangen plötzlich an mit Vorwürfen, man sei als expliziter…

  • The Chancellor‘s Speech

    In regelmäßigen Abständen gibt es von der Bundeskanzlerin einen Video-Podcast, der, immer ein Thema behandelnd, als ihr direktes Sprachrohr dient. Manchmal redet nur sie, manchmal werden Interviews abgelesen und manchmal überlässt sie den Kanal auch Anderen. Für die kommende Woche steht ein Halbjahrwechsel bevor. Diese bringen zuweilen große Änderungen und Überraschungen in die Politik. Eine…

  • Protestieren gehen heute

    Beim Lesen eines Textes zu politischer Partizipation (Deth 2009) entwickelte sich folgender kurzer Gedanke: Ausgangspunkt ist die Überlegung von Milbrath und Goel (1977:57) zu politischem Selbstvertrauen (‚political efficacy‘), das definiert wird als das Gefühl, dass man den öffentlichen Entscheidungsfindungsprozess beeinflussen könne. Wenn eine Person glaube, dass sie die politischen Entscheidungsträger oder öffentliche Themen beeinflussen könne,…

  • Konstruktive Interaktionssabotage (Komplimenteabwehr)

    Zuletzt gab es hier auf der Seite eine „Tollerei“-Inflation. In die Kategorie „Tollerei“ werden all die Texte einsortiert, die einen Anspruch an gute Soziologie, mal mehr, mal weniger, gegen den Anspruch einer irgendwie ausfallenden Praxistauglichkeit eintauschen. Der folgende Text fällt beinah komplett unter derartige „Lebenshilfe“ und betrifft zudem das mir eigentlich völlig unbekannte „Gender“-Thema (ich…

  • Twitter ist ein sicherer Ort

    Seit ein paar Tagen folge ich Stefan M. Seydel bei Twitter. Bekannt ist er mir unpersönlicherweise aus seinen alten ((( rebell.tv ))) -Zeiten. Er hat die Verfügbarkeit seines reichen Video- und Ideenarchivs gekappt. Was nun noch bleibt, sind seine Tweets. Darunter fällt, was bei Twitter bemerkenswert üblich ist, eine regelmäßige Wiederholung des immer gleichen Tweets:…

  • Gespräche über Kunst

    Über Kunst kann man schlecht sprechen. Es verbietet sich beinah per Definition und auch wir trauen uns hier recht selten, etwas kluges zu Kunst zu sagen. Es soll daher nur kurz die Überraschung geteilt werden, dass es doch gelingen kann. Wie in folgendem Video. via Peter Glaser.

  • Ausgänge aus fremdverschuldeter Alternativlosigkeit?

    In der heutigen F.A.S. ist ein interessanter Text über die „Diktatur der Notengeber“. Nach mehreren Jahren Krise wissen wir zwar immer noch nicht, ob es sich nun um eine Wirtschafts-, Politik-, Vertrauens- oder Währungskrise, eventuell in wilder Kombination, handelt, oder ob sie sich vielleicht nicht doch (irgendwann einmal rückblickend) noch als lähmende Zukunfts- oder Mutkrise…

  • Digitale Revolution ohne Verantwortung?

    Sascha Lobo ist sicher nicht der einzige, aber sicherlich ein relativ prominenter Vertreter, der wiederholt mehr E-Government und mehr Mitbestimmung, bzw. Bürgerbeteiligung durch das Internet fordert. Aktuell tut er dies via Spon und schließt: Was wir jetzt nicht brauchen, sind keine Experimente. Und die müssen so lange durchgeführt werden, bis ausreichend viele und unterschiedliche Leute…

  • Michael Seemann Schreibmaschine

    Ich muss gestehen, je mehr Michael Seemann ins Internet schreibt umso mehr bewundere ich ihn für sein Engagement und seine Hartnäckigkeit. Ersteres ist seine Mühe, sein Denken stets schriftlich mitzuprotokollieren, in vielen und langen Texten. Letzteres zeigt sich im bemerkenswerten Umstand, dass seine Texte stets auf dasselbe Plädoyer hinauslaufen unabhängig aller Quellen, die er zitiert;…

  • Politische Befeuerung

    Schon seit einer Weile finde ich es auffällig, dass die nach Fukushima einsetzende Debatte zum Atomausstieg von der Atomkraftlobby gerade dahin gehend ausgebeutet wird, vor den Risiken eines überhasteten Atomausstiegs zu warnen. Strom könne ausfallen, weil das Netz für wechselhaften Ökostrom nicht ausgelegt ist. Das Ausmaß an Investitionen in ein neues Stromnetz könne noch nicht…

  • Das Internet und die Privatmeinung des Einzelnen

    Es ist soweit. Das Privatmeinungsinternet macht mir keinen Spaß mehr. Vor nicht langer Zeit habe ich hier den Twitter-Button eingebaut, mit dem man jeden Text direkt vertwittern kann. Ich hatte mich später sogar dafür entschieden, den Button zu nehmen, der die bisherigen Tweets zum Text anzeigen lässt. Doch so macht das keinen Spaß. Nicht, weil…