
Aussterbende Kulturpraxis: Bücherverschlingen
Nach den ersten fünf Minuten der gestrigen Bildungs-Präsentation von Apple muss man sich vor Ergriffenheit fast eine Träne verdrücken. Die Erfindung des Buches sei ja schön und gut, aber jetzt, da Apple das bewegte Bild erfunden hat, kommt die eigentliche Revolution: Interaktive, swipeable, zoomeable Schulbücher, auf Maß und Gewicht getrimmt; viele bunte Bilder, noch mehr Bewegung und Text, der sich von selbst aktualisiert, auf der Seite immer schön knappgehalten ist und der per Fingerschnipp entfernt werden kann, damit die 3D-Form des Bildes noch praller erscheint. Kurz: Schnick-Schnack statt Schulbuch. Hat sich Frau Schavan schon auf Knien dafür bedankt? Die Rettung des Bildungssystems steht bevor.


