Erst wenn die erste, unqualifizierte Frau im Aufsichtsrat sitzt…

Right Angle

…kann über die Sinn- und Zweckmäßigkeit der Frauenquote diskutiert werden. Bis dahin ist die Quote eine gesellschaftliche und unternehmerische Verpflichtung und ihre Einführung überfällig.

Über kaum ein anderes Thema gibt es so viele Begriffe und Uneinsichtigkeiten wie über die formalen und informalen Ungleichheiten am Arbeitsplatz: Diversity, Gender-Gerechtigkeit, Frauenquote und und und. Es geht bei der Debatte um gleiche Chancen, nicht um Gleichheit oder Gleichmacherei. Das ist oft genug betont worden, und oft genug wird dann dennoch über solches eben Nicht-Gemeinte und auch Nicht-Intendierte geredet.

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Matthew McConaughey

Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass ich diesen Trailer von „Interstellar“ in den letzten Monaten mehr als hundert mal gesehen habe. Christopher Nolan hat ein neues Thema gefunden, eigentlich das letzte, nach dem Wahnsinn („Memento“), dem Spiel („Dark Knight“) und dem Traum („Inception“) wendet er sich in „Interstellar“ der Flucht zu und damit der Menschheit, der Geschichte, der Welt – schlicht allem. Der Cliffhanger des Trailers ist, dass das Thema des Films auch die Hoffnung oder die Verzweiflung sein könnte. Diese Vermutung weckt einer von Nolans Lieblingen vor der Kamera, Michael Caine, der das vor Ewigkeit und für sie geschriebene „Do not go gentle into that good night“ vorträgt.

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Müssen wir noch einmal neu Lesen lernen?

Bill Gates 1984, erstmals auf dem Cover des Time Magazine.

Vor dreißig Jahren, im April 1984, war Microsoft-Gründer Bill Gates erstmals auf dem Cover des „Time Magazine“. Den Satz, den die Redaktion über das lächelnde Gesicht des damals Achtundzwanzigjährigen stellte, hätte sie ebenso vergangene Woche schreiben können: „Computer Software – Die Magie im Inneren der Maschine“. So gilt es bis heute: Unverstandene Mathematik, zur Magie verklärt, in ein uneinsehbares Inneres verbannt, den Maschinen untergeschoben. Kein massenmediales Infotainment hat an diesem Denken je etwas geändert. Stattdessen beginnt im Januar „CSI: Cyber“ und damit der nächste Versuch einer Verherrlichung angeblicher Allwissenheit tatsächlich omnipräsenter Computersysteme.

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“Nur die Dummen hoffen auf Frieden”

Zu viel Panorama!

Zu viel Panorama!

In den vergangenen Tagen kam mir auch mal die Idee, etwas zum Krieg zwischen Israel und Hamas zu schreiben. Nicht so sehr wegen der Angriffe, sondern wegen der moralischen Ausbeutung die das Thema mit sich bringt, auch, weil es inhaltlich wenig über den Ort des Geschehens zu berichten gibt. Man kann nicht einfach nach Gaza fahren, also machen es wenige. In Deutschland ist der Krieg ohnehin eher Angelegenheit für Kommentare als für Berichterstattung. Man kann also auch gleich zu alten Büchern greifen und das grundsätzliche Problem angehen: Die Fragen des Wollens und Dürfens sind immer auch moralische. Nur zur Ansichtssache werden sie dadurch nicht automatisch.

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Das Zusammenspiel von „Hard Law“ und „Soft Law“

Zurich

Sozial- und Rechtswissenschaftler diskutieren in Minneapolis über die vielfältigen Eigenrechte sozialer Ordnungen

Im Unterschied zur klassischen Rechtswissenschaft diskutiert die Rechtssoziologie nicht nur Rechtsthemen im engerern Sinne als „Hard Law“. Es geht nicht nur um die Profession des Richters, die Rolle des Schöffen oder der Jury, neue und alte Gesetzeslücken oder die Akzeptanz von Verfahrensentscheidungen. Auf dem Jahreskongress der “Law & Society Association” (LSA), der im Juni in Minneapolis (USA) tagte, fand vielmehr ein Austausch über Rechtsthemen in einem breiten, nicht-juristischen Sinne als „Soft Law“ statt.

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Schreiben und Denken

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmet Frank Schirrmacher morgen viele, viele Texte, um zu beschreiben, was wahr ist: Schirrmacher war ein freier und glücklicher Denker, aber er wird sein ganz spezielles Feuilleton nicht mehr täglich durchrütteln und er fehlt schrecklich. Nicht nur in den aus der Redaktion geschriebenen Texten taucht dabei immer wieder die Beschreibung einer verspielten, kindlichen Seite Schirrmachers auf. Wahrscheinlich aus Ehrfurcht ist mir das nie bewusst geworden, rückblickend wahrscheinlich, weil es sein kann, dass er mit dem Wissen über seine Wirkung auf andere gespielt hat, in seinen Texten, aber auch in Gesprächen. Alles, was er sagte, war ernst zu nehmen. Selbst wenn er wollte, hätte er sich nie davon lösen können, Frank Schirrmacher zu sein, vor allem ihm gegenübersitzende Volontäre oder Hospitanten hätten das niemals zugelassen, man hätte gar nicht gewusst, wie.

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Wer bürgt für unsere digitale Identität?

Facebook kennt alle Menschen auf der Welt, sogar diejenigen, die selbst keinen Facebook-Account mehr haben. Aber wohin soll Facebook als nächstes wachsen? Was soll es mit dem Wissen anfangen?

Als Mark Zuckerberg in der vergangenen Woche vor Entwicklern über das kommende Jahrzehnt von Facebook sprach, führte der Erbauer seines ärgsten Konkurrenten, Google Plus, Bewerbungsgespräche. Vic Gondutra hatte eine Woche zuvor Google verlassen, wiederum einen Tag nachdem Facebook Rekordzahlen verkündete: 1,23 Milliarden aktive Nutzer bedeuten 160 Milliarden Dollar Unternehmenswert. Auf Facebook tobt das Leben. Google Plus dagegen gilt als Geisterstadt. Doch das so einheitliche Bild, das Beobachter daraus ableiteten, ist nicht vollständig, geschweige denn richtig. Mark Zuckerberg weiß, dass das Wachstums seines Unternehmens, anders als Googles, in Amerika an ein Ende gelangt ist. Deswegen hat er höheres, geradewegs Hoheitliches vor.

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Die weltweit beste Popmusik aller Zeiten

“Laserkanonaden, Kulissenparaden und Lautsprecherexplosionen” sind was für Loser, die große Bühne aber ist zeitgemäß: Emeli Sande in der Royal Albert Hall

Bei Deutschland sucht den Superstar war heute ein junger Mann, der leider nicht nur kein Talent im Gepäck hatte, sondern auch kein tragisches, ausbeutbares, persönliches Schicksal. Worum ging es also in den zwei Minuten, die jeder Depp, der vor Dieter Bohlen vorstellig wird, publikumskompatibel zu bewältigen hat: Er erzählte von dem Schicksal des Jungen, den er als Zivildienstleistender betreute. Ach was, er erzählte davon; richtiger wäre: er nutzte – angeleitet von RTL oder welchen Produktverantwortlichen auch immer – das Schicksal dieses Jungen, der im Rollstuhl sitzt und kaum in der Lage ist zu sprechen, aus, indem er ihn auch noch vor die Kamera holte, damit auch alle verstanden, wie traurig die Geschichte ist, die er sich da kurz mal ausborgte.

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Was die Älteren so denken

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„Ob man mit ihnen über Demokratie, Gesetze oder allgemeine Politik spricht, im Vergleich zu den jüngeren, sind ältere Heranwachsende besser informiert, sie haben einen weiteren Blick auf schwierige Sachverhalte und — was bereits ihre höheren integrativen Komplexitätswerte anzeigen — sie verfügen über die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven miteinander zu vereinbaren.“ Zu dieser hochtrabend formulierten aber nichtssagenden Einsicht kommt die amerikanische Entwicklungspsychologin Constance Flanagan am Ende eines Buches, in dem sie sich mit jungen Menschen beschäftigt, die schon viel von der Gesellschaft verstehen, aber noch zu jung sind, an Wahlen teilnehmen zu dürfen.

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What is sociological research about? It is about “finding a pig that speaks”

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As a Chicago sociologist Sudhir Venkatesh had internalized the idea that the Chicago style of urban living was universal, that everybody stayed in their neighborhoods segregated by race and class and that their children lived the same way passing down these patterns generation after generation. Studying New York City from the perspective of coming from Chicago, would you still find a global city when you look at the alleyways? As a sociologist how do you make sense of a city where people move and cross boundaries of neighborhoods? The video shows the “Global Voices Author Lecture” with Sudhir Venkatesh on his book “Floating City: A Rogue Sociologist Lost and Found in New York’s Underground Economy
”, on November 13, 2013, University of Chicago Assembly Hall, closing his talk with a message for everybody who is curious to know what sociology is about: It is about “finding a pig that speaks”.

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Emanzipation, ja! Aber nicht immer nur die der Frauen

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Im Grunde, da will ich mich gar nicht drüber beschweren, habe ich nichts gegen das gängige Unvermögen von Menschen – von dem ich auch betroffen bin – die Welt so zu sehen, wie sie ist, sodass man möglichst wenig ins Stolpern gerät. Es ist schließlich, so empfinde ich es, ehrenvoll, ständig nicht nur des Namens, sondern auch der Person beraubt zu werden, wenn an deren Stelle der gute Name der F.A.Z. stehen kann. So läuft es, es ist tatsächlich egal, was man schreibt. Es geht, wenn darüber gesprochen wird, immer darum, was die F.A.Z. sagt, denkt und plant. Gegen diesen Modus der Beobachtung habe ich absolut nichts einzuwenden.

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Fröhlicher Jahresausklang

Vielleicht war 2013 das letzte fröhliche Jahr, zumindest das letzte, das nach vorgeschriebener Fröhlichkeit funktioniert. Es ist jedenfalls kaum vorstellbar, dass in einer Ecke noch jemand sitzt an dem die Verheißungen des Solutionism vorbeigingen. Für 2014 dürften wir alle hinreichend desensibilisiert sein. Und die Werbemenschen werden nach ihrem Ministorytelling auch keine Asse mehr im Ärmel haben – kein Wunder das Apples Jahresausklangsclip “Misunderstood” heisst…

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